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Coveris Flexibles Deutschland

„Die Verpackung ist nicht mehr nur lästiges Beiwerk“

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Seit Februar ist Oliver Bruns Geschäftsführer von Coveris Flexibles Deutschland. Mit Devicemed-Redakteurin Kathrin Schäfer hat er über die neue Aufgabe, seine bisherigen Erfahrungen und Trends in der Verpackungsindustrie gesprochen.

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Oliver Bruns, Coveris Flexibles Deutschland: „Wir spüren den Preisdruck im Gesundheitswesen, aber mit (deutscher) Qualität können wir uns durchsetzen.“
Oliver Bruns, Coveris Flexibles Deutschland: „Wir spüren den Preisdruck im Gesundheitswesen, aber mit (deutscher) Qualität können wir uns durchsetzen.“
( Bild: Aurelia Schulz )

Herr Bruns, mit gerade einmal 33 Jahren sind Sie Geschäftsführer von Coveris Flexibles Deutschland. Wie fühlt sich das an?

Um ehrlich zu sein: Ich hatte bisher wenig Zeit, darüber nachzudenken. Aber es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe und ich freue mich, dass man mir diese Aufgabe anvertraut hat. Das Team hier hat mich von Anfang an gut aufgenommen. Wichtiger als die Altersfrage ist jedoch, dass wir als Führungsmannschaft gut zusammenpassen. Da wir ganz unterschiedliche Altersgruppen mit unterschiedlichem Erfahrungsschatz an Bord haben, stimmt die Mischung, denke ich.

Was hat Sie an der neuen Aufgabe gereizt und welche Erfahrungen bringen Sie mit?

Coveris Flexibles Deutschland betreibt zurzeit vier Werke, die alle einmal eigene Unternehmen waren. Wir sind deshalb noch dabei, eine einheitliche Unternehmenskultur zu bilden. Gleichzeitig möchten wir wachsen: Wir investieren viel, wir stellen Mitarbeiter ein. Das hat mich gereizt.

Was meine Erfahrungen angeht, so komme ich aus der Kunststoffindustrie, deshalb sind mir Kunststoffverpackungen bestens vertraut. Ich bin großgeworden in der Bayer AG, folglich bin ich auch mit der Medizintechnik immer mal wieder in Berührung gekommen. Über die Jahre habe ich mich in der Wertschöpfungskette quasi „nach vorne gearbeitet“. Bei der Bayer AG von den Basischemikalien über Kunststoffvorprodukte und Kunststoffderivate zu Kunststofffolien. Nun bin ich im Bereich der Kunststoffverpackungen angekommen.

Wie viel hatten Sie in Ihren bisherigen Positionen mit dem Thema Medizintechnik zu tun?

Ich habe die Industrie immer verfolgt, interessiert hingeschaut, ab und an auch mal reingeschnuppert, aber erst jetzt habe ich wirklich eine Position inne, in der der Fokus auf Medizintechnik liegt.

Wie relevant ist die Medizintechnik für Coveris Flexibles Deutschland?

Die Medizintechnik ist das Segment, in dem wir aktiv wachsen wollen, in das wir investieren und auf das wir unseren Fokus legen. Ich persönlich verbringe deshalb sehr viel Zeit damit, mich mit der Weiterentwicklung des Medizintechnikgeschäfts zu beschäftigen. Das spiegelt sich auch in Investitionen und Einstellungen wider. Wir investieren kräftig, und wir suchen Fachkräfte.

Wie relevant ist die Medizintechnik in Bezug auf die Qualitätsstandards innerhalb des Unternehmens?

Durch die Medizintechnik können wir in all unseren Geschäftssegmenten extrem hohe Standards in Hygiene und Qualität vorweisen. Konkret bedeutet dies: Wenn es von unseren Kunden verlangt wird, lassen wir uns auditieren und validieren.

Mit anderen Worten: Wir lassen uns gerne auf die Finger schauen. Deshalb laden wir unsere Kunden ein, führen sie durch die Produktion, und sie können mit den Mitarbeitern an den Anlagen sprechen.

Sie haben einen MBA der China Europe International Business School und hatten mehrere Positionen in Asien inne. Welchen Stellenwert hat Made in Germany heute? Können Sie als deutscher Verpackungsdienstleister mit diesem Image noch auf dem medizintechnischen Weltmarkt punkten?

Meiner Erfahrung nach sind chinesische Unternehmen sehr schnell, vor allem in der Art und Weise, wie sie das Geschäft voranbringen. Es ist wirklich beeindruckend, mit welcher Akribie und Geschwindigkeit sie hierbei vorgehen. Und ehrlicherweise muss man auch sagen, dass sie sehr kosteneffizient arbeiten.

Dagegen überzeugen wir in Deutschland mit einem konstant hohen Qualitätsniveau sowie zahlreichen Innovationen. Die typischen Attribute, die deutschen Unternehmen zugeschrieben werden, passen sehr gut zur Medizintechnikindustrie: Konstanz, hohe Qualität, Genauigkeit.

Nehmen Sie beispielsweise Implantate, die mehrere tausend Euro kosten, aber auch Massenartikel wie Spritzen, bei denen die Verpackung vor Kontaminationen schützt: Da möchten Sie kein Risiko eingehen. Wichtig sind neben dem Preis der Verpackung eben auch der persönliche Kontakt und die Nähe zum Lieferanten sowie der dazugehörige Service. Das wird besonders in der Medizintechnik sehr wertgeschätzt. Zusammenfassend kann ich sagen: Wir spüren den Preisdruck im Gesundheitswesen, aber mit (deutscher) Qualität können wir uns durchsetzen.

Welche Trends sehen Sie bei Verpackungen für die Medizintechnik?

Anders als früher ist Verpackung von Produkten heute nicht mehr nur lästiges Beiwerk. Der Fokus auf die Verpackung ist in den letzten Jahren größer geworden. Zum einen durch den bereits erwähnten Preisdruck, dem durchaus Genüge getan werden muss. Zum anderen ist aber die Verpackung neben dem Produkt selbst auch eine Möglichkeit, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Die Ästhetik, die optische Darbietung nimmt neben der Funktionalität an Bedeutung zu. Heute arbeiten wir deshalb in der Regel eng mit unseren Kunden zusammen, um Verpackungen weiterzuentwickeln, sie beispielsweise benutzerfreundlicher, schöner, einfacher oder kostengünstiger zu gestalten. Hierbei ist unser Produktportfolio über die Jahre in der Breite immens gewachsen. Will meinen: Verpackungen werden individueller. Es gibt weniger Standard-, aber immer mehr individuelle Lösungen. Diese sind kunden-, produkt-, endanwender- und regionenspezifisch.

Abschließend noch einmal zurück zu Ihnen und Ihrer neuen Position: Wo möchten Sie in zehn Jahren mit Coveris Flexibles Deutschland stehen?

Im Moment wachsen wir im Segment Medizintechnik deutlich über dem Markt. Wir gewinnen Kunden hinzu. Wir hoffen, dass wir in den nächsten zehn Jahren ein guter Partner für die Medizintechnikindustrie sind. Und versuchen, unseren Kunden gut zuzuhören, besser zu werden. Wir wollen uns kontinuierlich weiterentwickeln.

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