Pharma-Deals

Die Top 10 Deals der Pharmabranche im Überblick

| Redakteur: Matthias Back

(Bild: apops/Fotolia)

Die Pharmabranche ist unter Zugzwang. Seit Jahren entwickeln sich die Umsätze und Gewinne der Pharmariesen rückläufig. Als Ausweg aus der Misere scheinen Übernahmen und Fusionen ein probates Mittel zu sein. Der Pharmaindustrie stehen nach einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young in 2014 Zusammenschlüsse und Zukäufe in Höhe von 265 Milliarden US-Dollar ins Haus. Pharmatec fasst die bisher größten Deals der Branche für Sie zusammen.

Würzburg – Sinkende Produktpreise, Kostendruck und eine stagnierende Nachfrage in den angestammten Märkten sowie die zunehmende Konkurrenz durch billige Nachahmerprodukte sind die Hauptgründe für die anhaltende Umsatz- und Gewinnschwäche der großen Pharmakonzerne. Allein im vergangenen Jahr sank der Umsatz der weltweit größten zehn Pharma-Konzerne um 2,1 % auf knapp 240 Milliarden Euro. Die Folge ist ein immer weiter zunehmender Konzentrationsprozess innerhalb der Branche. Die Liste der zehn größten Pharma-Deals enthält erfolgreiche, noch schwebende sowie bereits gescheiterte Übernahmen.

Platz 10 – Valeant/Allergan – 49 Milliarden US-Dollar (2014/Ausgang offen)

Der kanadische Pharmakonzern Valeant will den US-amerikanischen Botox-Hersteller Allergan für 46 Milliarden US-Dollar übernehmen. In einem ersten Übernahmeversuch scheiterten die Kanadier jedoch am Veto der Allergan-Führung. Daraufhin wendete sich Valeant mit einem öffentlichen Übernahmeangebot direkt an die Aktionäre von Allergan. Die erste Frist verstrich am 15. August ergebnislos. Lediglich Aktienbesitzer von vier Prozent, der an der Börse gehandelten Aktien, waren zu diesem Zeitpunkt zu einem Verkauf bereit. Daraufhin hat Valeant die Frist bis zum Jahresende zu gleichen Konditionen verlängert.

Platz 9 – Abbvie/Shire – 54,7 Milliarden US-Dollar (2014/abgeschlossen)

Nach langen hin und her übernimmt das US-amerikanische Pharmaunternehmen Abbvie den britischen Konkurrenten Shire. Erst beim insgesamt fünften Angebot stimmte das Management des irischen Orphan-Drug-Spezialisten einem Verkauf an den US-Konzern zu. Die Übernahme kostet Abbvie 54,7 Milliarden US-Dollar.

Platz 8 – Pfizer/Pharmacia – 60,7 Milliarden US-Dollar (2002/abgeschlossen)

Der US-amerikanische Pharmariese Pfizer ist, mit drei erfolgreichen und einer gescheiterten Übernahme, das mit Abstand aktivste Unternehmen in diesem Ranking. 2002 übernahm Pfizer den schwedischen Konkurrenten Pharmacia. Der Kaufpreis betrug 60,7 Milliarden US-Dollar in Aktien. Nach dem Kauf besaß Pfizer zum damaligen Zeitpunkt zwölf Medikamente mit einem Jahresumsatz von jeweils mehr als einer Milliarde US-Dollar.

Platz 7: Sanofi/Aventis – 65,6 Millliarden US-Dollar (2004/abgeschlossen)

Der fanzösische Pharmakonzern Sanofi enstand 2004 aus einer Fusion von Sanofi-Synthélabo und Aventis. Beide Konzerne entstanden ihrerseits bereits aus einer Fusion. Jeweils 1999 wurde aus Sanofi und Synthélabo Sanofi-Synthélabo und aus Hoechst und Rhône-Poulenc wurde Aventis. Bei der Fusion handelt es sich um einen Zusammenschluss unter Gleichen, da der Börsenwert beider Unternehmen vor der Übernahme in etwa gleichauf lag. Kurious ist allerdings, dass das feindliche Übernahmenangebot von Sanofi-Synthélabo aus ging, obwohl Aventis zu diesem Zeitpunkt nach Umsatz mehr als doppelt so groß war. Bis 2011 firmierte Sanofi noch unter Sanofi-Aventis.

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