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Export Chinesischer Lokalisierungsdruck erschwert Marktzugang

Quelle: Pressemitteilung BV-Med 2 min Lesedauer

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Seit einiger Zeit erschweren die industriepolitischen Regulierungen in China nicht einheimischen Unternehmen den Zugang zum chinesischen Markt. Eine Möglichkeit zum Dialog bieten die am 20. Juni in Berlin stattfindenden deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen. Der Fachbereich International Affairs des BV-Med hat hierzu eine Stellungnahme verfasst.

Die industriepolitischen Regulierungen der chinesischen Regierung erschweren den Export für deutsche bzw. ausländische Medizintechnik-Unternehmen. (Symbolbild)(Bild:  frei lizenziert / Pexels)
Die industriepolitischen Regulierungen der chinesischen Regierung erschweren den Export für deutsche bzw. ausländische Medizintechnik-Unternehmen. (Symbolbild)
(Bild: frei lizenziert / Pexels)

Die deutsche Medtech-Branche ist stark durch den Export geprägt. Nach den USA und Europa ist China der drittwichtigste Exportmarkt. Verschiedene industriepolitische Praktiken schränken jedoch seit geraumer Zeit den Handel für deutsche Medizintechnik-Unternehmen in China stark ein. Hintergrund ist, dass China eine größere Unabhängigkeit bei der Versorgung mit Medizintechnik anstrebt. Vorgaben wie „Bulk Buying“oder „Buy China“ sowie Subventionen lokaler Unternehmen gehen zu Lasten nicht einheimischer Unternehmen. Der Bundesverband Medizintechnologie (BV-Med) schlägt jetzt Alarm. In einer Stellungnahme zu den anstehenden deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen plädiert der Fachbereich International Affairs (FBIA) des BV-Med für eine stärkere Koordinierung seitens der Bundesregierung, um den Marktzugang zu wichtigen Drittmärkten wie China „weitsichtig zu begleiten und so ausreichend zu sichern“.

„Die deutsche Medizintechnik-Branche stellt sich in seinen Lieferketten bereits diversifiziert auf“, erklärt BV-Med-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. „Die Asien-Pazifik-Region bleibt dabei bedeutend und bietet viel Potenzial. Eine Entkoppelung von China ist in einer globalen Wirtschaft weder realistisch noch zielführend. Wir müssen mit China im Dialog bleiben und die Herausforderungen adressieren. Gleichzeitig sollte sich die Bundesregierung auch um gute Handelsbeziehungen mit anderen asiatischen Ländern bemühen.“ Die am 20. Juni in Berlin stattfindenden deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen bieten laut Möll eine Gelegenheit, um mit der chinesischen Regierung den Dialog darüber zu eröffnen, wie Hürden im chinesischen Markt, die unverhältnismäßig nicht einheimische Unternehmen betreffen, abgebaut werden können.

Industriepolitische Regulierungen in China

Bei „Bulk Buying“ handelt es sich um das Vorgehen, bei dem der chinesische Staat seit 2019 zentrale Ausschreibungen für Medizinprodukte durchführt. Der Fokus liegt hier auf dem niedrigsten Preis. Die Ausschreibungen sind zudem meist mit keiner Mengenverpflichtung verbunden. Unternehmen sind daher gezwungen, bei den Ausschreibungen einen Preis zu bieten, ohne den Mengenertrag dafür berechnen zu können. Gerade die Kombination aus Mengenangebot ohne Mengenverpflichtung macht es deutschen Unternehmen nahezu unmöglich, attraktive Angebote abzugeben.

„Buy China“ wird das politische Vorgehen genannt, mit dem die chinesische Regierung den Lokalisierungsdruck stark erhöht. Im Jahr 2021 wurde mit der Bekanntmachung 551 eine landesweite Liste herausgegeben, wonach bei 178 Medizinproduktkategorien lokale Hersteller bei der Beschaffung zu bevorzugen sind.

China hat zusätzlich zu diesen industriepolitischen Praktiken regulatorische Hürden aufgebaut, die den Marktzugang für ausländische Unternehmen erschweren. Dazu gehört die Notwendigkeit einer Genehmigung des Herkunftslandes (COO) vor Beginn des chinesischen Zulassungsverfahrens. Diese Genehmigung verzögert den Markteintritt um drei bis fünf Jahre und bedeutet zusätzliche Anforderungen für klinische Studien, die in China durchgeführt werden müssen. Bei der Durchführung von klinischen Studien in China sehen sich die Unternehmen mit unnötigen Doppelanforderungen zusätzlich zur COO konfrontiert.

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