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IPCEI-Health-Programm BV-Med spricht sich für Teilnahme am IPCEI-Health-Programm aus

Quelle: Pressemitteilung BV-Med

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Im europäische IPCEI-Health-Programm sollen neben Arzneimitteln und Biotechnologien künftig auch Medizintechnologien stärker gefördert werden. Der Bundesverband Medizintechnologie hat sich am 1. März bei der Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages für eine Teilnahme am Programm ausgesprochen.

Dorothee Stamm ist stellvertretende BV-Med-Vorstandsvorsitzende und war zur Anhörung im Wirtschaftsausschuss geladen.
Dorothee Stamm ist stellvertretende BV-Med-Vorstandsvorsitzende und war zur Anhörung im Wirtschaftsausschuss geladen.
(Bild: BV-Med)

Bei einem IPCEI (Important Project of Common European Interest) handelt es sich um ein transnationales Vorhaben von gemeinsamem europäischen Interesse. Das Projekt leistet mittels staatlicher Förderung einen wichtigen Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und Wirtschaft. Das IPCEI-Health-Programm beschäftigt sich mit der Förderung wichtiger Innovationen in der Biotechnologie- und Pharmabranche. In der Anhörung im Wirtschaftsausschuss am 1. März wurde über eine Teilnahme Deutschlands am IPCEI-Health-Programm gesprochen. Hierzu waren verschiedene Sachverständige geladen, u. a. auch Dorothee Stamm, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Medizintechnologie (BV-Med).

Forderungen des BV-Med

Positiv bewertet der BV-Med, dass für die neue IPCEI-Förderwelle Mittel im Bundeshaushalt eingeplant sind. „Wichtig für eine zielgerichtete Verwendung ist nun eine koordinierte Aktion von Wirtschaft und Politik zur Vorbereitung der zweiten Förderwelle von IPCEI-Health, um den Erfordernissen der Gesundheitswirtschaft passgenau Rechnung zu tragen“, sagen Vertreter des BV-Med. Die wichtigen Themenfelder sollten in einem Prozess gemeinsam mit der Gesundheitswirtschaft entwickelt werden, „damit spätere Anträge mit Erfolgsaussichten gestellt werden können“. Dabei müssten die Notwendigkeiten der zum großen Teil mittelständisch geprägten Medizintechnikindustrie stärker einbezogen werden, so das Anliegen des BV-Med.

Ebenso wichtig sei es aber auch, Innovationshürden auf nationaler Ebene zu beseitigen, damit Unternehmen wieder verstärkt in Deutschland investieren. „Der zeitnahe Zugang von medizintechnologischen Therapien in die Versorgung ist hierfür essenziell. Entsprechend müssen Zulassungs- und Erstattungsverfahren beschleunigt und an die Erfordernisse innovativer Produkte angepasst werden“, erklärt Stamm in der Anhörung. Sie sprach sich zudem für eine bessere Nutzung von Gesundheitsdaten aus. „Viele der Daten, die Medizinprodukte generieren, bleiben bislang für die Versorgung ungenutzt, obwohl sie für den Verlauf der Therapie einen echten Mehrwert bieten könnten. Woran es in Deutschland fehlt, ist ein Zugang zu Gesundheitsdaten auch für die Industrie, um genau diesen Datenschatz heben zu können.“

5 Themenfelder, um den deutschen Markt attraktiver zu gestalten

Der BV-Med nennt in seiner Stellungnahme fünf Themenfelder und Beispiele, um den deutschen Markt resilienter und attraktiver zu machen:

  • 1. Europäische Produktion sichern:
    Für den Aufbau von europäischer Produktion bedarf es nachhaltiger Finanzierungsmodelle. So bekam die Medizintechnik-Branche in der Corona-Pandemie zwar eine Förderung für Maschinen zur Herstellung medizinischer Masken, aufgrund der niedrigen Erstattungspreise im Markt ist die Produktion mittlerweile jedoch wieder eingestellt.
  • 2. Halbleiterversorgung gewährleisten:
    Bei der Knappheit an Halbleitern, die für eine Reihe von Medizinprodukten essenziell sind, müssen zeitnah europäische Lösungen zur vorrangigen Sicherstellung der Versorgung gefunden werden.
  • 3. Lieferketten härten:
    Europäische Projekte sind auch bei der Verfügbarkeit von sensiblen Rohstoffen und Vorprodukten sowie bei gegen Stromausfall gehärtete Logistikketten bzw. -zentren denkbar.
  • 4. Digitale Bestandsplattform organisieren:
    Über eine Lagerhaltung hinaus sollte eine digitale Bestandsplattform versorgungskritischer Medizin- und Arzneimittelprodukte aufgebaut werden, um der Politik Transparenz in Echtzeit geben zu können.
  • 5. Schnellere digitale Transformation:
    Die notwendige digitale Transformation, digitale Vernetzung sowie Flexibilität für die Kostenerstattung neuer, patientenzentrierter Versorgungsformen im Gesundheitswesen geht in Deutschland nur schleppend voran. Durch das IPCEI-Health-Projekt könnten digitale Innovationen gefördert und vorangetrieben werden.

Weitere Meldungen aus der Medizintechnik-Branche und über Medizintechnik-Unternehmen finden Sie in unserem Themenkanal Szene.

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