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Strahlentherapie Bühler Motor verleiht den ersten Mechatronic Award

| Redakteur: M.A. Frauke Finus

Im Rahmen der International Electric Drives Production Conference ist das erste Mal der mit 5.000 Euro dotierte Bühler Motor Mechatronic Award vergeben worden. Ausgezeichnet für seine Doktorarbeit wurde Dr. Christian Ziegler vom ESI-Mitgliedslehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik (FAPS) der FAU Erlangen-Nürnberg. Thema seiner Forschung war die ganzheitliche Automatisierung mechatronischer Systeme in der Medizin am Beispiel Strahlentherapie.

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Die Jury mit dem Preisträger bei der Preisverleihung im Rahmen der International Electric Drives Production Conference in Nürnberg. V.l.n.r.: Prof. Dr. Jörg Franke, Dr. Ralph Böhm, Dr. Christian Ziegler (Preisträger), Peter Muhr, Prof. Dr. Dieter Gerling, PD Dr. Andreas Möckel.
Die Jury mit dem Preisträger bei der Preisverleihung im Rahmen der International Electric Drives Production Conference in Nürnberg. V.l.n.r.: Prof. Dr. Jörg Franke, Dr. Ralph Böhm, Dr. Christian Ziegler (Preisträger), Peter Muhr, Prof. Dr. Dieter Gerling, PD Dr. Andreas Möckel.
(Bild: Bühler Motor)

Dr.-Ing. Ralph Böhm, Vice President Research & Development der Bühler Motor GmbH begründet die Entscheidung der Jury: „Dr. Christian Ziegler zeigt in seiner Arbeit, wie sich durch den Einsatz einer hochintegrierten mechatronischen Antriebslösung nicht nur die energetische Effizienz steigern ließe, sondern sich auch Gewicht und Kosten reduzieren lassen würden.“ Gleichzeitig könne die Strahlung gezielter eingesetzt werden. Dadurch ließe sich die Behandlungsdauer senken und weniger gesundes Gewebe würde in Mitleidenschaft gezogen werden. „Die Hochintegration von mechatronischen und strahlungserzeugenden und -formenden Komponenten könnte in Zukunft zum ersten Mal die Kombination der klassischen Strahlentherapie mit den Vorteilen robotischer Kinematik erlauben“, so Böhm weiter.

Verringerter Abstand zwischen Strahlenquelle und Patient ermöglicht höhere Strahlendosis am Tumor

Zieglers Vorschlag verspricht durch die flexible Verknüpfung und Ansteuerung mechatronischer Bauelemente die Gesamt-Energieeffizienz von Strahlentherapiegeräten zu erhöhen. Der größte Energieaufwand beim Einsatz eines Bestrahlungsgeräts fällt bei der Strahlungserzeugung (Photonen und Elektronen) im Linearbeschleuniger an. Aus physikalischen Gründen kommt nur ein sehr kleiner Teil der erzeugten Dosis im Tumor an. Der Einsatz eines sechsachsigen Verstellsystems, wie von Ziegler vorgeschlagen, würde es erlauben, den Abstand zwischen Strahlenquelle und Patient so gezielt zu verringern, dass ein höherer Anteil der Strahlungsdosis in den Tumor appliziert werden könnte. Entsprechend würden die Behandlungsdauer und der Energieverbrauch sinken. „Alles in allem hat Dr. Zieglers Vorschlag mit seiner überzeugenden Kombination von Effizienzerhöhung, Hochintegration, Gewichtseinsparung und Steigerung der Kosteneffizienz die Jury voll überzeugt“, erklärt Böhm.

Kontakt:

Bühler Motor GmbH

D-90459 Nürnberg

www.buehlermotor.de

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