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HTA-Bericht Beschichtete Katheter können Blutbahninfektionen vermeiden

| Redakteur: Peter Reinhardt

Der Einsatz bestimmter Antibiotika-beschichteter Venenkatheter kann bei Intensivpatienten Blutbahninfektionen vermeiden. So das Ergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung, die das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) jetzt veröffentlicht hat. Zwar erlaubten die zugrunde gelegten Studien keine uneingeschränkt gültigen Aussagen, so die Autoren, allerdings ließen sich damit Kosten einsparen.

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Der HTA-Bericht kommt zu dem Schluss, dass sich durch den Einsatz von Minocyclin/Rifampicin (MR)-beschichteten zentralvenösen Kathetern die Infektionsraten und damit auch Kosten senken lassen
Der HTA-Bericht kommt zu dem Schluss, dass sich durch den Einsatz von Minocyclin/Rifampicin (MR)-beschichteten zentralvenösen Kathetern die Infektionsraten und damit auch Kosten senken lassen
(Bild: BVMed/B. Braun Melsungen AG)

Betrachtet haben die Autoren Minocyclin/Rifampicin (MR)-beschichtete zentralvenöse Katheter (ZVK), die in der Intensivmedizin eingesetzt werden. Zu deren Wirksamkeit und Kosteneffektivität haben sie den nun vorliegenden HTA-Bericht erstellt (Health Technology Assessment, systematische Bewertung gesundheitsrelevanter Verfahren und Technologien).

Pro Patient 100 Euro sparen

Für ihren HTA-Bericht identifizierten die Autoren per systematischer Literaturrecherche 15 Studien für die medizinische und vier für die gesundheitsökonomische Bewertung. MR-beschichtete Katheter senken demnach die Infektionsrate verglichen zu herkömmlichen oder anderen antimikrobiell beschichteten ZVK. So war in einer Studie unter MR-ZVK das Risiko für Blutbahninfektionen und die Ansiedlung von Keimen am ZVK nur halb so hoch wie unter herkömmlichen ZVK.

Die Studien zur Kosteneffektivität zeigen Kosteneinsparungen mit MR-beschichteten ZVK von rund 100 Euro pro Patient. Dabei sind die Einsparungen umso größer, je länger ein ZVK gelegt ist, was durch das mit der Zeit steigende Infektionsrisiko zu erklären ist.

Eingeschränkte Aussagekraft

Mögliche Nebenwirkungen und das Risiko potentieller Resistenzentwicklungen untersuchen die eingeschlossenen Studien nur ansatzweise. Beispielsweise gehen lediglich zwei der acht herangezogenen randomisierten kontrollierten Studien (RCT) explizit auf allergische Reaktionen ein, finden jedoch keine Hinweise darauf. Allerdings seien RCT laut Studien eher ungeeignet, um seltene Ereignisse zu identifizieren. Geeigneter sind klinische Überwachungen, so die Autoren. In den berücksichtigten RCT fanden sie auch keine Hinweise auf eine Resistenzentwicklung gegen Minocyclin und Rifampicin, die aus In-vitro-Studien durchaus bekannt seien. Zu diesen seltenen Ereignissen können die Autoren daher keine Aussagen treffen.

Auch die Aussagen zur Wirksamkeit sind wegen der eher kleinen Stichproben der Studien nur eingeschränkt gültig, so die Autoren weiter. Auffallend finden sie, dass seit 2002 keine weiteren RCTs durchgeführt wurden. Die große Zahl systematischer Übersichtsarbeiten jedoch zeige den bestehenden hohen Informationsbedarf in der Fachöffentlichkeit.

ZVK in der Intensivmedizin

In der Intensivmedizin gehören ZVK zu den routinemäßig genutzten Medizinprodukten, sowohl zu therapeutischen wie diagnostischen Zwecken. Ihr Einsatz ist mit Risiken wie Blutbahninfektionen verbunden. In Deutschland liegt diese Infektionsrate laut den im Bericht eingeschlossenen Studien bei 1,3 bis 2,1 pro 1.000 Tagen, an denen Patienten ZVK tragen. Dies entspräche für 2010 bis zu 10.000 Fällen oder rund zehn Prozent aller Infektionen auf Intensivstationen. Neben den herkömmlichen Kathetern ohne Beschichtung gibt es beschichtete Produkte. Die MR-Beschichtung ist dabei eine von drei etablierten Typen. Verwendet wird daneben Chlorhexidin/Silber-Sulfadiazin (CHSS) oder Silberionen-Platin/Karbon (SPK).

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