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Auslaufmodell Sommerzeit? EU-Bürger können noch bis 16. August wählen

| Redakteur: Kathrin Schäfer

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Streitpunkt Zeitumstellung: Viele Menschen in Deutschland und Europa sind für die Abschaffung der Sommerzeit.
Streitpunkt Zeitumstellung: Viele Menschen in Deutschland und Europa sind für die Abschaffung der Sommerzeit.
(Bild: gemeinfrei / CC0)
  • Zeitumstellung: DAK-Gesundheit begrüßt EU-Befragung
  • Mehrheit der Deutschen für Abschaffung der Sommerzeit
  • Untersuchungen legen gesundheitliche Belastung nahe

Ist die Sommerzeit ein Auslaufmodell? Die DAK-Gesundheit jedenfalls begrüßt den Vorstoß der Europäischen Kommission, die gesamte Bevölkerung der Europäischen Union nach deren Meinung zur Zeitumstellung zu befragen. Die Online-Abstimmung mit einer Millionen-Beteiligung läuft noch bis zum 16. August, um dann das Ergebnis europaweit umzusetzen. Forsa-Umfragen im Auftrag der DAK-Gesundheit zeigen seit Jahren, dass ein Großteil der Deutschen eine Abschaffung wünscht. Ferner klagen viele der Befragten über gesundheitliche Probleme im Zuge der Zeitumstellung.

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Eine Neuregelung könnte 2020 Realität werden

Nach der jüngsten repräsentativen DAK-Umfrage im März 2018 sind 73 Prozent der Befragten für ein Ende der Zeitumstellung. Bei den gesundheitlichen Beschwerden wurden vor allem Schlafstörungen genannt. Vor diesem Hintergrund begrüßt die DAK-Gesundheit den Schritt der Europäischen Kommission als richtungsweisend. „Der halbjährliche Dreh an der Uhr steht schon längere Zeit zur Diskussion. Unsere Umfragen zeigen, dass die Menschen mehrheitlich für eine Abschaffung sind“ sagt Andreas Storm, Vorsitzender des Vorstands der DAK-Gesundheit. „Deshalb begrüßen wir ausdrücklich die Befragung der europäischen Bevölkerung durch die Kommission und hoffen auf eine Neuregelung, bestenfalls bereits zum Jahr 2020.“

Laut jüngster Forsa-Befragung gehören zu den häufigsten Beschwerden im Nachgang der Zeitumstellung Einschlafprobleme oder Schlafstörungen, an denen 63 Prozent der Frauen und 53 Prozent der Männer leiden. Knapp ein Drittel konnte sich nach eigenen Angaben schlechter konzentrieren, 26 Prozent fühlten sich gar gereizt. Depressive Verstimmungen gaben zehn Prozent der Befragten an. Menschen mittleren Alters gaben dabei weit häufiger an, in Folge der Zeitumstellung Probleme gehabt zu haben.

Über 500 Millionen Europäer sind zur Abstimmung aufgerufen

„Es gibt neben diesen Umfragen inzwischen verschiedene Untersuchungen zu den gesundheitlichen Belastungen und Gefahren durch die Zeitumstellung. Die Mehrheit der Studien sieht Zusammenhänge zwischen der Zeitumstellung und Themen wie Schlafstörungen, Müdigkeit oder Depressionen“ erklärt Prof. Dr. Volker Nürnberg, Mitglied des BGM-Beirats der DAK-Gesundheit, Experte für Gesundheitsmanagement und Partner bei der Wirtschaftsprüfergesellschaft BDO. „Es ist zu wünschen, dass sich möglichst viele Menschen an der Abstimmung über die Abschaffung der Zeitumstellung beteiligen, damit die Belange der Mehrheit der Bevölkerung Berücksichtigung finden.“

Die Bevölkerungsbefragung der Europäischen Kommission geht die Frage nach der Zeitumstellung nun umfassend an: Über 500 Millionen EU-Bürger können sich daran zu beteiligen, ebenso wie Behörden und Unternehmen. Dabei wird abgefragt, ob sich die Teilnehmer eine Abschaffung der Zeitumstellung wünschen und wieso. Darüber hinaus lässt sich angeben, ob eine Beibehaltung der Sommerzeit oder der Winterzeit – eigentlich die Normalzeit – gewünscht wäre. Ziel der Kommission ist eine einheitliche Handhabung innerhalb der gesamten Union, um einen Flickenteppich an unterschiedlichen Zeiten zu vermeiden. Das Ergebnis der Umfrage soll dann bei einer zukünftigen Regelung umgesetzt werden. Daneben soll den Mitgliedsländern eine nationale Zeitumstellung ausdrücklich verboten werden. Die Konsultation dauert noch bis zum 16. August. Die Bürger der EU können online ihre Präferenz abgeben unter https://ec.europa.eu/info/consultations/2018-summertime-arrangements_de.

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