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JEC Innovation Awards

Anerkennung für Innovationen mit Verbundwerkstoffen

| Redakteur: Peter Reinhardt

Auf der Fachmesse für Verbundwerkstoffe JEC Europe wurden am 11. März in Paris Innovationen mit Verbundwerkstoffen ausgezeichnet. Darunter mit einer transportablen Überdruckkammer auch ein medizintechnisches Produkt.

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Wie bei einer Vielzahl anderer Anwendungen liegt der Hauptvorteil des Verbundwerkstoffs auch bei dieser Hochdruckkammer in der Kombination von hoher Leistungsfähigkeit mit geringem Gewicht.
Wie bei einer Vielzahl anderer Anwendungen liegt der Hauptvorteil des Verbundwerkstoffs auch bei dieser Hochdruckkammer in der Kombination von hoher Leistungsfähigkeit mit geringem Gewicht.
( Bild: Groupe Médical Gaumond )

Mit mehr als 100 Anmeldungen aus 28 Ländern verzeichnet der Wettbewerb JEC Innovation Award weiterhin wachsendes Interesse. Nie zuvor sind so viele und hochwertige Anwendungen eingegangen wie in diesem Jahr, wodurch sich das Auswahlverfahren schwierig gestaltete. „Die Vielseitigkeit der von den Kandidaten vorgelegten Innovationen machte es der Jury wirklich nicht leicht, die innovativsten Verbundwerkstofflösungen in 15 Kategorien zu ermitteln“, erklärt Frédérique Mutel, Vorstandsvorsitzende und CEO der JEC Group.

Atypische Eigenschaften mit positiven Aspekten

Die Jury wählte die besten Neuerungen bei den Verbundwerkstoffen anhand folgender Kriterien aus: technisches Interesse, Marktpotenzial, Partnerschaften, Auswirkungen auf Finanzen und Umwelt sowie Originalität. Die Entscheidung zugunsten der hier angeführten Projekte basiert auf ihren atypischen Eigenschaften sowie ihren zahlreichen bemerkenswert positiven Aspekten.

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2014 decken die Gewinner eine breite Palette an Einsatzgebieten ab – von den Rohmaterialien über die Konzeption bis zu den Verfahren und natürlich den Anwendungen selbst. Die Auswahl erfolgte in den folgenden Kategorien: Design und Konzeption, Simulation, Prozesse, Luftfahrt, Flugzeuginnenausstattung, Konsumgüter, Unterhaltungselektronik, Medizin, Druckbehälter, Öl & Gas, Autoindustrie, Windenergie, Nachhaltigkeit, Eisenbahn, Schiffbau.

Auszeichnung einer transportablen Überdruckkammer

Sieger in der Kategorie Medizin ist die kanadische Groupe Médical Gaumond, die mit Composites Atlantique als Partner eine transportable Überdruckkammer entwickelt hat. Zur Begründung: Die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT) ist eine Behandlung, bei der Patienten hundertprozentigen Sauerstoff mit einem Druck von mehr als einem bar atmen. Bislang wiegen die hierzu benötigten schweren Druckkammern zirka 1.500 kg und können mehrere Patienten gleichzeitig aufnehmen. Soft-Kammern sind dagegen nur für einen Patienten vorgesehen und mit gerade mal 45 kg erheblich leichter. Sie werden seit Kurzem ebenfalls verwendet, können aber dem für die HBOT-Behandlung benötigten Druck nicht standhalten und sind in einigen Ländern daher nicht zugelassen.

Eine neue Ära für medizinische Überdruckgeräte könnte nun die die Hematocare-Überdruckkammer einleiten. Diese Innovation auf Verbundwerkstoffbasis ist zwischen den schweren Druckkammern und den Soft-Kammern anzusiedeln, verknüpft sie doch die Leistung und Sicherheit schwerer Druckkammern mit Leichtigkeit und Transportfähigkeit von Soft-Kammern. Die Kammer wiegt nur 115 kg und kann einem Druck von bis zu 3 bar standhalten.

Hohe Leistungsfähigkeit bei geringem Gewicht

Hematocare setzt sich aus drei separaten Komponenten zusammen: Einem Druckbehälter, einer Kontrollstation und einem Transportgehäuse, das zum Kammergestell umfunktioniert wird. Mit Ausnahme der Schließanlage bestehen alle diese Komponenten aus Verbundwerkstoffen. Der montierte Druckbehälter ist 2,5 m lang und hat an der breitesten Stelle einen Durchmesser von 1,1 m. Zusammengeschoben wie ein Akkordeon ist er nur noch 0,7 m lang. Trotz seiner Faltbarkeit und der damit verbundenen Flexibilität ist der Druckbehälter größenstabil. Diese spezifische Eigenschaft wurde durch Bestimmung des optimalen Kreuzungswinkels in Berechnungen und Tests sowie der Entwicklung eines entsprechenden Faltmusters erreicht.

Wie bei einer Vielzahl anderer Anwendungen liegt der Hauptvorteil des Verbundwerkstoffs auch hier in seiner hohen Leistungsfähigkeit bei geringem Gewicht. Dem Entwicklungsteam des Druckbehälters gelang es, die Leistung einer starren Stahl- oder Acryldruckkammer mit einem Achtel des Gewichts herkömmlicher medizinischer Druckkammern zu erreichen. Ein weiterer wesentlicher Vorzug des Verbundwerkstoffs ist die Vielseitigkeit der Materialien und Verfahren, die hier zum Einsatz kommen und kombiniert werden können

Die Überdruckkammer Hematocare spricht zahlreiche Märkte an. Natürlich sind medizinische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Kliniken und Sauerstofftherapiezentren die Hauptzielkunden. Das Gerät eignet sich vor allem für kleinere Kliniken und Zentren, wo kompakte Maße gefragt sind.

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Bild: Groupe Médical Gaumond; Uta Wagner / IW; gemeinfrei; Devicemed; Dassault Systèmes; DPMA; Sensirion; Kraiburg TPE; Raumedic AG; Raumedic; Rico Elastomere Projecting; Fraunhofer IPT; Consense; ©auremar - stock.adobe.com; Chris Kettner; Transline; Die Storyfactory / Devicemed; BV-Med; Spectaris; Projekt HIPS; Radware; TITK; Volker Mai; Hochschule Stralsund; NUS National University of Singapore