Suchen

A. Hopf

Alternative zum Luer-Standard

| Redakteur: Frauke Finus

Verwechslungen und versehentliche Interkonnektionen zwischen unterschiedlichen Medizinalsystemen können für Patienten lebensgefährlich enden. Auch der Zusatzstoff BPA in den Konnektoren kann gesundheitsschädlich sein. Beide Gefahren bannt Hopf mit seinen verwechslungsgeschützten Konnektor-Systemen aus BPA-freiem Material.

Firmen zum Thema

Michael Hopf, Verkaufsleiter bei Hopf: „Die Kombination von Verwechslungsschutz und BPA-freien Produkten vereint zukünftige regulatorische und länderspezifische Forderungen im Bereich der Patientensicherheit und Nachhaltigkeit medizinischer Einwegteile.“
Michael Hopf, Verkaufsleiter bei Hopf: „Die Kombination von Verwechslungsschutz und BPA-freien Produkten vereint zukünftige regulatorische und länderspezifische Forderungen im Bereich der Patientensicherheit und Nachhaltigkeit medizinischer Einwegteile.“
(Bild: A. Hopf)

Der Luer-Standard wird bisher gleichermaßen für Nährlösungen und Infusionssysteme verwendet. Doch das birgt fatale Risiken, wenn es irrtümlich zu Interkonnektionen zwischen Systemen für die Intensivmedizin und für die künstliche Ernährung kommt.

Das hat auch die International Standards Organisation (ISO) erkannt und beschlossen, den seit Jahrzehnten verwendeten Luer-Standard zu ändern. Zunächst sollen Vorschläge für neue Anschlüsse im enteralen Bereich erfolgen. Auch die Unverwechselbarkeit von Spritzenanschlüssen für die verschiedenen Anwendungsgebiete wird gefordert, sodass das versehentliche Zuspritzen falscher Durchflussmedien zukünftig verhindert wird.

Bildergalerie

Fehlkonnektionen vermeiden

Lösungsansätze für diese Problematik hat die A. Hopf GmbH Kunststoffverarbeitung entwickelt. Die oben genannte Problemstellung betreffend entwickelte Hopf schon im Jahr 2010 einen Verwechslungsschutz für enterale Applikationen. Dieser wird bereits erfolgreich von führenden medizintechnischen Unternehmen für enterale Ernährungssysteme eingesetzt.

Um die mittlerweile verschiedenen Designvarianten der Konnektionssysteme zu vereinheitlichen und damit der Forderung der ISO, einen internationalen Standard zu definieren, nachzukommen, haben sich weltweit führende Medizintechnik-Unternehmen nun auf ein gemeinsames Verwechslungsschutzdesign geeinigt. Der Designstandard des Verwechslungsschutzes soll zukünftig zum einen die Konnektierbarkeit von Systemanschlüssen der internationalen Medizintechnikanbieter gewährleisten, zum anderen die Sicherheit der Anwendungen erhöhen und Fehlkonnektionen zwischen künstlicher Ernährung und IV-Systemen vermeiden.

BPA-freie Produkte mit Verwechslungsschutz

Da die vorläufige ISO-DIS 80396-3 bereits seit Januar in den USA und Kanada und ab 2015 in Europa und Australien die Einführung eines einheitlichen Designs enteraler Konnektoren vorsieht, hat Hopf diese neuen Marktanforderungen in seine Adapter und Konnektor-Systeme wie Dreiwegehähne und Y-Konnektoren integriert. So kann das Unternehmen parallel zur bisherigen Luer-Variante bereits die neuen Verbindungssysteme anbieten. Diese in Zukunft vorwiegend verwendeten Anschlusssyssteme lassen sich mit einer Innovation aus dem Hause Hopf verknüpfen: Bisphenol-A-freien (BPA-freien) Komponenten.

„Die Kombination von Verwechslungsschutz und BPA-freien Produkten vereint zukünftige regulatorische und länderspezifische Forderungen im Bereich der Patientensicherheit und Nachhaltigkeit medizinischer Einwegteile“, erklärt Michael Hopf, Verkaufsleiter bei Hopf. Speziell im Bereich der künstlichen Ernährung zeigen Forschungsergebnisse, dass durch Verwendung lipider Durchflussmedien die Chemikalie BPA aus dem Kunststoff gelöst wird und damit in den Körper des Patienten eindringen kann.

BPA kann negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben

Bisphenol-A wird als Zusatzstoff für die Herstellung verschiedener Kunststoffe verwendet. Von der weltweiten Polycarbonat-Produktion werden circa 2,5 bis 3 Prozent für medizinische Einwegprodukte, wie Medikamentenzuführsysteme, Apparaturen und Behältnisse, verwendet. In der Vergangenheit waren die Auswirkungen von BPA auf das menschliche Hormonsystem umstritten. Neueste wissenschaftliche Studien geben jedoch Grund zur Besorgnis. Zum einen ist ein Zusammenhang zwischen BPA und dem Einfluss auf das menschliche Hormonsystem kaum mehr zu leugnen, zum anderen ist sogar die Aufnahme von BPA über die Mundschleimhaut in sehr hoher Konzentration nachweisbar, wie französische Forscher in der Fachzeitschrift „Environmental Health Perspectives“ berichten.

Laut der Zeitschrift gilt die Chemikalie als „hormonverändernd, nervenschädigend und krebserregend“ und ist in „Deutschland oder den USA im Urin der meisten Menschen nachweisbar.“ Umstritten ist nun lediglich, in welcher Konzentration die Industriechemikalie BPA beim Menschen Krankheiten oder Hormonstörungen verursachen könnte. Die EU-Lebensmittelbehörde Efsa schätzt eine Aufnahme von täglich 0,05 mg/kg Körpergewicht als unbedenklich ein. „Forscher hatten bei früheren Untersuchungen Indizien dafür gefunden, dass der Stoff auch die Reifung des Gehirns von Ungeborenen und Kleinkindern irreversibel schädigen kann“, schreibt dazu die Welt in einem Artikel.

Im Rahmen der Umstellung auf den Verwechslungsschutz kann Hopf somit marktreife und für die Serienproduktion geeignete 3-Wege-Hähne und Y-Konnektoren in BPA-freiem Material mit Verwechslungsschutz anbieten, der für die Industrie einen künftigen Standard darstellen könnte. Entsprechend dem eingesetzten BPA-freien Rohmaterial werden die Anforderungen der USP-Klasse VI und die FDA/ISO 10993 erfüllt. Es liegt jedoch in der Verantwortung des jeweiligen Systemherstellers, das fertige Produkt nach den tatsächlichen Verwendungsbestimmungen zu bewerten.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 42522064)