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Sharp Devices Europe Alles auf Zucker: Memory-in-Pixel-Displays für Blutzuckermessgeräte

| Autor / Redakteur: Dr. Sunay Shah / Kathrin Schäfer

Volkskrankheit Diabetes: Der globale Markt für Blutzuckermessgeräte wächst rasant. Geräte mit konstantem Zuckerspiegel-Monitoring werden derzeit in großer Zahl auf den Markt gebracht. Memory-in-Pixel-Displaytechnologie kann den Blutzuckerspiegel adäquat darstellen.

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Memory-in-Pixel-Displays von Sharp – wie das hier abgebildete LS013B7DH05 – eignen sich aufgrund ihrer hohen Auflösung und ihres niedrigen Stromverbrauchs für die Darstellung von Blutzuckerwerten in modernen Glukosemessgeräten.
Memory-in-Pixel-Displays von Sharp – wie das hier abgebildete LS013B7DH05 – eignen sich aufgrund ihrer hohen Auflösung und ihres niedrigen Stromverbrauchs für die Darstellung von Blutzuckerwerten in modernen Glukosemessgeräten.
(Bild: www.thinkstockphotos.com/Sharp Devices Europe)

Blutzuckermessgeräte überprüfen den Zuckerspiegel mit Blut, das durch einen Stich in die Fingerspitze entnommen wird. Das Blut wird auf einen Teststreifen aufgetragen, der ein auf Glukose reagierendes Enzym enthält. Im Gerät übersetzt eine Elektrode den Verlauf der Glukosereaktion in ein elektrisches Signal, das vom Glukometer zur Berechnung des Wertes genutzt wird. Diese Methode ermöglicht eine exakte Blutzuckermessung, wobei die Teststreifen den kostspieligsten Teil des Verfahrens darstellen und die Stiche in den Finger sehr unbeliebt sind. Zur Darstellung der Werte nutzen traditionelle Blutzuckermessgeräte meist 7-Segment-LCDs mit Hintergrundlicht.

Blutzuckerüberwachung mit CGM-Geräten ist noch vergleichsweise teuer

Neben diesen konventionellen Messgeräten gibt es bereits Geräte zur permanenten Glukosemessung. Sie ermitteln den Zuckerspiegel in der Interzellularflüssigkeit unter der Haut und bestehen meist aus drei Teilen: einem unter die Haut geschobenen CGM-Sensor (CGM steht für Continuous Glucose Monitoring), der auf Glukose-Oxidase setzt, um ein elektrisches Signal zu generieren. Zweiter Bestandteil ist ein drahtloser Transmitter, der das Sensor-Signal zur dritten Komponente, dem Empfänger, weiterleitet. Der Empfänger stellt die Tendenz des Blutzuckerwertes und weitere Informationen auf dem Display dar. Die CGM-Sensoren müssen außerdem regelmäßig gewechselt werden, da das Immunsystem auf den Metalldraht unter der Haut reagiert.

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Nachteil dieser Technologie: Die Kosten für den häufigen Sensoren-Austausch übersteigen sogar die der Teststreifen zur Glukosespiegelüberwachung. Meistens werden auch noch Teststreifen benötigt, um die CGM-Geräte zu kalibrieren. Die Blutzuckerüberwachung mit CGM-Geräten ist heute also noch vergleichsweise teuer.

Trotz der hohen Kosten der CGM-Blutzuckerkontrolle übernehmen jedoch einige Krankenversicherer bereits die Gerätekosten. Denn Displays mit hoher Auflösung können die Veränderungen des Blutzuckerspiegels über den Tag als Diagramm darstellen. CGM ermöglicht es also, die Entwicklung ihres Blutzuckerspiegels permanent zu beobachten. So können Patienten bei Risiken rechtzeitig gewarnt und im Idealfall kostspielige Notfalleinsätze vermieden werden. Das Empfängerteil der meisten CGM-Systeme nutzt einen TFT-Monitor mit einer Akkulaufzeit von zirka drei Tagen.

Displays sollten gut lesbar und dennoch stromsparend sein

Die 7-Segment-Displays herkömmlicher Glukosemessgeräte entsprechen nicht mehr den Patientenwünschen. Deshalb sind gerade die ersten Messgeräte mit integriertem Insulinrechner erschienen. Zusatzfunktionen wie diese benötigen ein grafisches Display, doch Patienten schätzen eine lange Akkustandzeit. Die „Memory in Pixel“-Displays (MiP) von Sharp vereinen beides – hohe Auflösung und niedrigen Stromverbrauch. Jedes Pixel auf einem MiP-LCD enthält 1 bit Speicher und verfügt so über einen internen Bildspeicher. Prozessor und Datenbus müssen daher nicht permanent Daten übertragen, um die Displaydarstellung zu aktualisieren. Somit können die Glukosedaten bei geringem Stromverbrauch flackerfrei und über einen längeren Zeitraum auf dem Blutzuckermessgerät dargestellt werden. Diese Displays sind in Innen- wie Außenbereichen gut lesbar und benötigen keine oder nur eine schwache Hintergrundbeleuchtung. Selbst bei einem Stromverbrauch von 10 µW ist eine Bilddarstellung noch möglich. Zum Vergleich: Ein 1,26-Inch-MiP-LCD benötigt zirka 15 µW, ein Standard-LCD für dieselbe Darstellung zirka 2 mW. Ein CGM-Empfänger mit Sharp-MiP-Display würde Patienten eine längere Akkustandzeit bieten. Aktuelle CGM-Systeme könnten mit nur zwei Komponenten neu konzipiert werden, indem die Displaydarstellung in den Transmitter integriert wird. In naher Zukunft wird Sharp außerdem farbige MiP-Displays anbieten, die nutzerfreundlicher und so stromsparend wie die schwarzweißen MiP-LCDs sind.

Da für CGM-Geräte ein jährliches Wachstum von zirka 13 Prozent erwartet wird, werden weitere Konzepte entstehen. Geräte mit längerer Akkustandzeit werden leichter und praktischer und aus der Masse hervorstechen. „Memory-in-Pixel“-Displays von Sharp bieten Tragekomfort und eine hohe Auflösung, um Patienten mehr Nutzen und eine verbesserte Vorsorge zu bieten.

Autor: Dr. Sunay Shah ist Engineering Manager bei der Sharp Devices Europe GmbH.

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