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Lasys 2018

Additive Laser-Fertigungsprozesse auf Erfolgskurs

| Redakteur: Peter Reinhardt

Der Markt für additive Laser-Fertigung ist enorm gewachsen. Lesen Sie heute schon, was die Aussteller der kommenden Lasys 2018 hierzu demonstrieren.

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Die innovativen Lasersysteme der Reihe YLS-CL von IPG Laser erneuern beispielsweise durch Laserauftragschweißen Absperrventile, Kurbelwellen, Dichtungsringe und vieles mehr.
Die innovativen Lasersysteme der Reihe YLS-CL von IPG Laser erneuern beispielsweise durch Laserauftragschweißen Absperrventile, Kurbelwellen, Dichtungsringe und vieles mehr.
(Bild: IPG Laser)
  • Laserauftragschweißen wird immer effizienter
  • Laser in der Werkzeugmaschine optimieren die Produktion
  • Additive Laser-Bauteilefertigung: eine Alternative auch für KMU

Eine neue Ära ist angebrochen. Additive Laser-Fertigungsverfahren revolutionieren den Markt. Das zumindest versprechen die Verantwortlichen der bevorstehenden Fachmesse Lasys, die vom 5. bis 7. Juni 2018 auf dem Stuttgarter Messegelände stattfindet in einer aktuellen Pressemitteilung.

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Jährlich 25 Prozent Wachstum

„Der Markt für Lasersysteme zur additiven Fertigung ist in den vergangenen fünf Jahren im Mittel um mehr als 25 Prozent jährlich gewachsen. Vor allem die additive Fertigung von Metallteilen war für das starke Marktwachstum ausschlaggebend“, bestätigt auch Dr. Arnold Mayer, CEO des Schweizer Marktforschungsunternehmen Optech Consulting, das bereits seit 1992 Marktdaten für die Laser- und Photonikindustrie ermittelt.

Zum Hintergrund: Additive Fertigungsverfahren lassen sich in zwei Hauptbereiche teilen: Während die komplette Bauteilefertigung über Laser-Aufbautechnik noch recht jung ist, aber dennoch für das starke Wachstum verantwortlich zeichnet, hat sich das Laserauftragschweißen mittels Pulver oder Draht seit Jahren etabliert. Es wird schon seit Jahren für anspruchsvolle Reparaturen und Modifikationen von Bauteilen aus dem Turbomaschinenbau, dem Werkzeug- und Formenbau und vielen weiteren Industriezweigen genutzt.

Wenn die 6. Lasys 2018 als renommierte Messe für Laser-Materialbearbeitung ihre Tore in Stuttgart öffnet, rücken daher auch additive Laser-Fertigungsprozesse ins Licht der Fachöffentlichkeit. Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Produktivität stehen dabei im Vordergrund.

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Über die Lasys – Internationale Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung

Die Lasys fokussiert als einzige internationale Fachmesse konsequent auf Systemlösungen für die Laser-Materialbearbeitung. Seit dem Messestart im Jahr 2008 hat sie sich erfolgreich als Anwenderplattform für neueste Lasersysteme, -anlagen, und -verfahren etabliert. Branchen- und materialübergreifend spricht die Lasys internationale Industrievertreter an. Im Mittelpunkt stehen dabei alle bewährten, aber auch innovative Fertigungsverfahren, Applikationen und Einsatzmöglichkeiten des Lasers in der industriellen Fertigung. Ideeller Träger der Lasys ist der VDMA.

Die Lasys 2018 findet vom 5. bis 7. Juni auf dem Stuttgarter Messegelände statt.

Neue Maschinenkonzepte machen Laserauftragschweißen noch effizienter

„Einer der größten Vorteile des Laserauftragschweißens besteht darin, dass auf Freiformflächen endkonturnah ins Bauteil aufgeschweißt werden kann. Und das mit geringem Energieeintrag, sodass sich das Material kaum verzieht. Dadurch ist nur ein kleines Aufmaß erforderlich, was bei der Nacharbeit einen deutlichen Vorteil gegenüber anderen Schweißtechnologien bietet“, erklärt Uri Resnik, Geschäftsführer von OR Laser, als Aussteller der Lasys 2018. Das Unternehmen zeigt am Beispiel der Werkzeugmodifikation eines Spritzgussteils mittels „Direct Metal Deposition“-Verfahren (DMD), dass bereits ab dem dritten Bauteil eine große Zeitersparnis möglich ist. „Durch die ständige Weiterentwicklung unserer Maschinenkonzepte und Steuerungslösungen“, so Thomas Kimme, Geschäftsführer vom Aussteller Laservorm, „ergeben sich Vorzüge in Sachen Qualität, Produktivität und Wirtschaftlichkeit.“ Die Laseranlagen von Laservorm werden beispielsweise für die Erzeugung von hochtemperaturbeständigen thermischen Barriereschichten auf Bauteilen der Flugzeugturbine oder für die Reparatur von Kraftwerksturbinen-Komponenten eingesetzt.

„Wir integrieren adaptive Bearbeitungsprozesse wie die Bauteilevermessung in die CNC-Steuerung. Somit entfällt der Datentransfer auf externe Systeme. Dank unserer schnellen CNC-Steuerung erfolgen Messvorgänge so synchron zu den Bearbeitungsprozessen in Echtzeit“, konstatiert Kimme. Das zweiachsige, piezogetriebene Kippspiegelsystem LV Spin Scan ist dem CEO zufolge in der Lage, feine und gröbere Schweißraupen im Verhältnis 1:5 darzustellen. Kimme weiter: „Somit können wir die Schweißraupengeometrie während der Bearbeitung beeinflussen.“

Auftragen, zerspanen und härten in einem Prozess

„Die Integration von Laserstrahlquellen in Werkzeugmaschinen ist einer der vielversprechendsten Ansätze für optimierte Produktionsprozesse“, erklärt Dr. Christoph Ullmann, Geschäftsführer bei Laserline, ebenfalls ein Aussteller auf der Lasys 2018. So werden Diodenlaser beispielsweise in eine fünfachsige Fräsmaschine eingesetzt, wo sie einen Wechsel zwischen additiver und subtraktiver Bearbeitung ermöglichen. Der Laser erledigt den Pulverauftrag, der Fräskopf übernimmt die spanende Nacharbeit. „Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten unserer Diodenlaser bieten dem Additive Manufacturing noch andere Optionen, die weit über das Wechselspiel von additivem Pulverauftrag und subtraktivem Zerspanen hinausgehen“, betont Ullmann und fährt fort: „Die Laser können zum Beispiel in Dreh-/Fräszentren integriert und neben dem Pulverauftrag auch zum Schweißen und Härten eingesetzt werden.

Hierfür werden neben Laser und Pulverdüse entsprechende Optiken eingebaut, zwischen denen, abhängig vom Bearbeitungsvorgang, hin- und hergeschaltet werden kann. Im Ergebnis lassen sich so komplexe Fertigungsprozesse auf der Basis einer einzigen Strahlquelle umsetzen, was natürlich sehr zeit- und kosteneffizient ist.“

Völlig dichte 3D-Festkörper: unterschiedliche Materialien schnell und präzise auftragen

Die innovativen Faser-Lasersysteme vom Lasys-Aussteller IPG Laser erneuern durch Laserauftragschweißen beispielsweise Absperrventile, Kurbelwellen, Dichtungsringe und vieles mehr. Die additive Fertigung wurde ursprünglich für den Prototypenbau entwickelt. „Doch mittlerweile haben sich additive Fertigungsverfahren als gänzlich neue Branche für die Herstellung von 3D-Festkörpern entpuppt“, berichtet Michael Stark, Projektmanager bei IPG Laser. Schicht für Schicht wird mittels Lasertechnologie Metallpulver aufgeschmolzen und ein komplettes Bauteil entsteht.

„Diese Verfahren nutzen die enormen Verbesserungen, die in jüngster Zeit bei der Rechenleistung sowie der Bewegungs- und Prozesssteuerung von Laseranlagen erzielt wurden, um unterschiedlichste Materialien mit hoher Geschwindigkeit präzise aufzutragen“, so Stark. Das selektive Laserschmelzen (Selective Laser Melting, SLM) erzeuge vollständig dichte Metallteile mit verbesserten mechanischen Eigenschaften. „Hierbei haben sich unsere Faserlaser der Serie YLR etabliert“, erklärt Michael Stark, die sich besonders durch hohe Energieeffizienz und geringe Betriebskosten auszeichne und mit bis zu 2 kW in 19 Zoll Rack-Bauweise äußerst kompakt integrierbar sei.

Additive Fertigung auch für KMU erschwinglich

„Die Produktionsumgebung der Zukunft verlangt im Zeichen zunehmender Digitalisierung und Industrie 4.0 immer intelligentere Systeme und Lösungsansätze entlang der gesamten Prozesskette der additiven Fertigung“, betont in diesem Zusammenhang OR-Laser-CEO Resnik. Für Bauteile und Konstruktionen nahezu jeder geometrischen Form, die mit traditionellen Fertigungsmethoden nicht hergestellt werden können, habe sein Unternehmen deshalb einen High-end-3D-Metalldrucker entwickelt, der auf der Lasys 2018 präsentiert wird.

„Unser Ziel war, neben dem Prototypenbau auch kleinen und mittelständischen Unternehmen etwa der Designer-, Dentaltechnik- oder Schmuckbranche den 3D-Druck zugänglich und damit bezahlbar zu machen. Das haben wir mit unserer neuesten Entwicklung erfüllt“, verspricht Resnik. Bauteile mit filigranen Strukturen, hoher Oberflächenqualität und hoher Bauteildichte werden einfach und schnell ohne den Einsatz zusätzlicher Werkzeuge aufgebaut. Das Handling und die Aufbereitung der Druckdaten erfolgt dabei direkt aus der CAD-Datei heraus über das 3D-Druck-Modul der CAD/CAM-Software.

Was die Zukunft sonst noch Spannendes bringt

In aktuellen Forschungsprojekten wird die additive Fertigung weiter vorangetrieben. Thomas Kimme, CEO von Laservorm fasst zusammen: „Für die zukünftigen Herausforderungen des Laserauftragschweißens werden zum Beispiel Hard-/und Softwarelösungen für bionische Leichtbaustrukturen benötigt. Außerdem müssen die fertigungsbegleitenden Möglichkeiten der Prozessüberwachung weiterentwickelt werden, um den wachsenden Anforderungen der Qualitätsüberwachung und Dokumentation gerecht zu werden.“

Auf der Lasys 2018 erfahren Entscheider, wie Lasersysteme gegenwärtig und zukünftig Produktionsprozesse optimieren helfen. Ein inspirierendes Rahmenprogramm bietet Besuchern Gelegenheit, ihr Wissen über den Stand der Lasertechnik für Materialbearbeitung zu aktualisieren. So wird beispielsweise das Bayerische Laserzentrum einen Workshop zum Thema „Auftrags- und Reparaturschweißen“ durchführen. Auch der hochkarätige Workshop „Stuttgart Laser Marketplace“ findet wieder statt. Dr. Arnold Mayer von Optech Consulting gibt die neuesten Daten zum internationalen Markt für Laser und Lasersysteme mit Blick auf die Zukunft preis.

Insgesamt rechnet die Landesmesse Stuttgart mit rund 200 Ausstellern auf der Lasys 2018. Modernste Lasersysteme, -anlagen, -verfahren und Dienstleistungen für die Laser-Materialbearbeitung vielfältiger Branchen sollen den die Besucher in ihren Bann ziehen.

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