Concept Laser a GE Additive Company

„Additive Fertigung wird erwachsen“

| Redakteur: Peter Reinhardt

Anwendungsbeispiel eines funktionsintegrierten Hüftschaftimplantats mit Hohlräumen: additiv gefertigt aus einer Titanlegierung CL 41TI (TiAl6V4) auf einer M2 Cusing.
Anwendungsbeispiel eines funktionsintegrierten Hüftschaftimplantats mit Hohlräumen: additiv gefertigt aus einer Titanlegierung CL 41TI (TiAl6V4) auf einer M2 Cusing. (Bild: Conept Laser / Fraunhofer IWU)

„Nicht allein der 3D-Druck steht im Fokus, sondern viel mehr der Gesamtprozess der additiven Fertigung.“ Das sagt Stepahn Zeidler, Branchenmanager Medizin bei Concept Laser, der vergangene Woche als Aussteller zwischen den Messen Compamed und Formnext pendelte.

  • Eröffnung eines Customer Experience Centers in Garching bei München
  • Additive Fertigung ist auf dem besten Weg, sich als Produktionsverfahren zu etablieren und „erwachsen“ zu werden
  • Anwender gehen vom Prototyping zur Produktion über

Stephan Zeidler ist Branchenmanager Medizin bei Concept Laser – bei Concept Laser a GE Additive Company, um genau zu sein. Denn im vergangenen Jahr wurde der fränkische Mittelständler zu 75 Prozent vom amerikanischen GE-Konzern übernommen. In der vergangenen Woche hatte Stephan Zeidler besonders viel zu tun. Aufgrund der Terminüberschneidung ist er zwischen den Messen Compamed in Düsseldorf und Formnext in Frankfurt gependelt. Für Devicemed hat er sich dennoch kurz Zeit genommen, um Fragen zur additiven Fertigung zu beantworten.

Herr Zeidler, wie arbeitet es sich bei Conecpt Laser seit der Übernahme durch GE Additive?

Seit der Übernahme von Concept Laser durch GE Additive ist vieles in Sachen Integration passiert. Besonders deutlich merkt man das im täglichen Umgang mit den Kollegen, welche nun an allen Standorten ihr Wissen und ihre Erfahrungen zusammenführen. In Kürze wird zum Beispiel ein Customer Experience Center in Garching bei München eröffnet. Dabei fühlt es sich gut an, unseren Kunden nun beide Technologien zur Verfügung stellen zu können, Direct Metal Laser Melting (DMLM)und Electron Beam Melting (EBM), und damit die passende Lösung zur jeweiligen Applikation. Zudem werden unsere Kunden in Zukunft noch verstärkt von der Zusammenarbeit mit dem Pulverhersteller AP&C, dem Contract Manufacturer Di Santo Technology sowie anderen Services, wie unserem Consulting Service Add Works TM oder GE Capital, profitieren.

Was war Ihr Messe-Highlight auf der Formnext?

Das Messe-Highlight lässt sich aufgrund der starken Zunahme an Ausstellern nur schwer einem bestimmten Produkt zuordnen. Obwohl wir die Maschine mit dem größten Bauraum (Entwicklungsprojekt A.T.L.A.S., was für Additive Technology Large Area System steht) im DMLM-Verfahren präsentiert haben, die Kombination von Fertigungsprozessen AM + CNC (Hybride Fertigung) Einzug hielt sowie neue Materialien, Verfahren und Softwarelösungen gezeigt wurden, würde ich das Highlight in der Gesamtentwicklung sehen. Es ist festzustellen, dass die Additive Fertigung auf dem besten Weg ist, sich als Produktionsverfahren zu etablieren und „erwachsen“ zu werden. Nicht allein der 3D-Druck als solcher steht im Fokus, sondern viel mehr der Gesamtprozess der additiven Fertigung.

Wie ist die Besucherresonanz ausgefallen?

Eine erhöhte Resonanz war auf beiden Messen, der Formnext powered by TCT und der Compamed, spürbar. Auf der Formnext war dies natürlich über alle Industrien hinweg der Fall. Jedoch konnte ich feststellen, dass Medizintechnikunternehmen aktiv auf der Formnext präsent waren, um sich in Sachen additive Fertigung zu informieren – und auszurüsten.

Wie fällt Ihr Fazit aus, wenn Sie Ihre Messebeteiligungen auf der Formnext und der Compamed vergleichen?

Die Additive Fertigung hat aus meiner Sicht eine branchenübergreifende Bedeutung für alle Industrien erlangt. Die Zeiten, in denen man sich innerhalb eines 3D-Mikro-Kosmusʼ bewegte, sind definitiv überwunden. Zum einen stellt sich die Formnext sehr breit auf und zieht Experten und Nutzer aus allen Industrien an, zum anderen rücken branchenspezifische Messen wie die Compamed die additive Fertigung immer mehr in den Fokus, um branchenintern den Bedarf zu stillen. Beide Entwicklungen zeigen dass die Awareness vorhanden ist. Die Anwender haben diese neue Fertigungstechnologie akzeptiert und bringen sie nun vom Prototyping in die Produktion.

Die Fragen stellte Peter Reinhardt, Chefredakteur Devicemed.

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Weitere Artikel über additive Fertigung finden Sie in unserem Themenkanal Fertigung.

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