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Meise Medizintechnik

Adapter für Dialyse-Filter und Applikatoren für Augentropfen

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Ob Universal-Filter-Adapter für die Hämodialyse oder Einzelapplikatoren für die Herstellung autologener Serum-Augentropfen – die Firma Meise Medizintechnik hat kürzlich zwei Produkte aus PVC entwickelt, die Behandlungsprozesse vereinfachen und Kosten sparen. Außerdem ist beiden gemeinsam: Sie kommen mit Körperflüssigkeiten in Kontakt.

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Die Firma Meise Medizintechnik hat mit dem Sauerländer Kunststoffspezialisten Meding einen Universal-Filter-Adapter für die Akutdialyse entwickelt. Er ist kompatibel mit allen gängigen Filterkartuschen.
Die Firma Meise Medizintechnik hat mit dem Sauerländer Kunststoffspezialisten Meding einen Universal-Filter-Adapter für die Akutdialyse entwickelt. Er ist kompatibel mit allen gängigen Filterkartuschen.
(Bild: Meding)

Bei der Nierenersatztherapie ist die Akutdialyse eine lebensrettende Maßnahme. Die für das Blutreinigungsverfahren benötigten Schlauchsysteme und Filter diverser Hersteller sind jedoch untereinander nicht kompatibel. Die Firma Meise Medizintechnik hat deshalb mit dem Sauerländer Kunststoffspezialisten Meding einen Universal-Filter-Adapter entwickelt.

Logistische Probleme und hohe Kosten

Bei der Hämodialyse fungiert ein etwa flaschengroßer Filter als künstliche Niere. Wird das Blut des Patienten über diesen Filter geleitet, verlassen durch das Konzentrationsgefälle Giftstoffe und überschüssiges Körperwasser über kleine Poren das Blut. Gleichzeitig werden die lebenswichtigen Blutbestandteile zurückgehalten. Das gereinigte Blut wird zum Patienten zurückgeführt. Transportiert wird das Blut bei der Dialyse über eine Reihe von Schlauchsystemen und Pumpen. Während Anschlüsse wie die Walther-Kupplung bei einer dauerhaften Therapie sterilisiert und wiederverwendet werden, handelt es sich bei der Akuttherapie, die vor allem auf Intensivstationen durchgeführt wird, um Einwegartikel. Anwender müssen darauf achten, dass die auf dem Markt verfügbaren Schlauchsysteme und Filter kompatibel sind. Weil dies oft nicht der Fall ist, müssen alle für die Dialyse benötigten Zubehörprodukte von ein und demselben Hersteller bezogen werden: ein großes Ärgernis für Kliniken, sorgt dieser Umstand nicht selten für logistische Probleme und Mehrkosten.

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Kompatibel mit allen gängigen Filterkartuschen

Die Firma Heinz Meise GmbH hat nun zusammen mit der Meding GmbH ein Produkt zu entwickelt, welches die Kompatibilität aller Zubehörteile gewährleistet. Die technische Herausforderung bei der Entwicklung dieses Produktes bestand eben darin, die Kompatibilität mit allen auf dem Markt gängigen Filterkartuschen in einem Artikel zu vereinen. Weiter sollte es für das Personal einfach und schnell zu handhaben sein; die absolute Dichtheit muss vor Flüssigkeitsverlusten schützen. „Insbesondere die Konstruktion des Adapterverschlusses war eine technische Herausforderung“, erklärt Meding-Geschäftsführer Stefan Pietzner im Rückblick auf ein Jahr Entwicklungszeit. Zunächst wurden mehrere Prototypen entwickelt, um die Praxistauglichkeit des Adapters zu testen. Neben der Konstruktion und dem Bau eines Serienwerkzeuges fand man mit PVC einen geeigneten Werkstoff. Der blutführende Schlauch ist mit dem Adapter verklebt, so dass diese Schnittstelle zuverlässig abgesichert wird. Das als Gebrauchsmuster geschützte Produkt wird nun in Serie gefertigt. Produziert wird der Adapter im Hause der Firma Meding.

Serum-Augentropfen im geschlossenen System herstellen

Themenwechsel: Mit autologenen Serum-Augentropfen werden therapieresistente Hornhautprobleme behandelt, insbesondere bei chronischer Trockenheit der Hornhaut. Anfangs wurde die Therapie mit Serum-AT nur von ausgewählten Uni-Kliniken angeboten. Dazu musste der Patient eine Eigenblutprobe abgeben, die in Labors untersucht und steril verpackt werden musste. Ein immenser Zeitaufwand und in der Folge auch kostenaufwändige Therapieform. Die Meise Medizintechnik GmbH hat ein Produkt zur Vereinfachung des Herstellungsprozesses in einem geschlossenen System entwickelt. Es bietet Medizinern eine einfache und sichere Handhabung. Dabei sind die Kosten für die Herstellung der Einzelapplikatoren deutlich gesenkt worden.

Die Applikatoren sind einfach und sicher zu handhaben

Das Meise-System stellt die Applikatoren in einem neuen Prozess her. Die eigentliche Innovation dabei ist die Fertigung und Befüllung des Eigenserums in sterile Einzelapplikatoren, die aus medizinischem PVC gefertigt werden. Ein Prozess, der Reinstraumlaboratorien entbehrlich macht, denn die Handhabung ist denkbar einfach und sicher. Die Befüllung der Applikatoren kann jetzt in jedem Krankenhaus oder jeder Facharztpraxis erfolgen.

Der vom Labor gelieferte Serumbeutel wird durch die Sterilverschweißung mit dem zuführenden Schlauch des Sets verbunden. Die anschließende Befüllung der Applikatorenkette erfolgt mit dem Prinzip der Schwerkraft. Mit einem sanften Druck auf den Serumbeutel kann die Befüllung beschleunigt werden. Die Trennung der einzelnen Applikatoren erfolgt mit Hilfe eines leicht zu bedienenden Thermoschweißgerätes. Dieser Prozess ist risikobefreit und steril.

Um eine Verwechselung bei der Verabreichung zu vermeiden, werden die Applikatoren abschließend mit etikettierten Laschen versehen. Einen weiteren Vorteil bieten die verpackten Applikatoren bei der Aufbewahrung: Die Haltbarkeit kann durch den Tieffrierprozess deutlich verlängert werden, was dem Arzt in der akuten Krankheitsphase deutlich mehr Behandlungsspielraum lässt. Denn bei der Aufbewahrung bei normaler Zimmertemperatur kann das Eigenserum maximal 14 Tage verwendet werden.

Das Herstellverfahren ist zum Patent angemeldet

Heinz Meise kam die Idee für diese Entwicklung beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) in Rostock, an der er als Gast teilnahm: „Ein Tagesordnungspunkt war die Vorstellung eines Sterilkonnektors“, erinnert er sich. Gesucht wurde ein innovatives Unternehmen, das sich federführend um die technische Umsetzung kümmern sollte.

Nach erfolgreichem Praxistest setzen nun bereits deutschlandweit Transfusionsmediziner das Produkt ein. Das Herstellverfahren für autologene Serum-Augentropfen ist zum Patent angemeldet. Für Meise sind die Vorteile des Systems vielschichtig: „Ärzte können durch das Verfahren viel früher die Therapie einleiten und die Heilungschancen bei Problemen mit der Hornhaut signifikant erhöhen.“ Er weist außerdem darauf hin, dass die Herstellkosten deutlich gesenkt wurden. „Damit bestehen Chancen, dass die Therapieform von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.“

Kontakt:

Meise GmbH

D-58579 Schalksmühle

www.meise.com

Meding GmbH

D-58553 Halver

www.meding.com

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