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UKS – Universitätsklinikum des Saarlandes

4.000 roboterassistierte da-Vinci-Operationen in 9 Jahren

| Redakteur: Peter Reinhardt

Die Urologie des Universitätsklinikums des Saarlandes, kurz UKS, in Homburg zählt sich zu den allerersten Kliniken, die in Deutschland ein roboterassistiertes OP-Programm initiiert haben. Offensichtlich eine gute Entscheidung. Denn eine aktuelle Studie untermauert die Vorteile des Verfahrens.

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( Bild: Rüdiger Koop/UKS )

Diesen Sommer ist in Homburg die 4.000 minimal-invasive da-Vinci-Operation durchgeführt worden. Neben Prostataoperationen werden Nierenteilentfernungen, Nierenentnahmen zur Lebendspenden-Transplantation, aber auch die Entfernung der Harnblase mit Neuanlage einer künstlichen Blase aus Darm mit dem robotischen System durchgeführt. Homburg sei damit die Klinik mit dem derzeit breitesten Spektrum solcher Operationen, heißt es dazu in einer Pressemeldung.

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Offene Operation versus da-Vinci

In einer vergleichenden Untersuchung zur Prostataoperation, das heißt Offene Operation versus da-Vinci-Operation, konnten in einer aktuell publizierten Arbeit nun auch die wesentlichen Vorteile dieser neuen Operations-Methode in Homburg gezeigt werden.

Diese Ergebnisse werden von den unabhängig erhobenen Daten einer Krankenkasse unterstützt: Auf der 67. Tagung der Deutschen Urologen in Hamburg wurden im September 2015 erstmals unabhängige Auswertungen der Krankenkassen zu den unterschiedlichen Operationsverfahren beim Prostatakarzinom vorgestellt. Prof. Dr. Jens- Uwe Stolzenburg, Universität Leipzig, stellte hierbei Ergebnisse nach über 20.000 Prostataentfernungen vor. Verglichen wurde die offene Schnittoperation mit der konventionellen Schlüsselloch-Methode (Laparoskopie) und der minimal-invasiven da-Vinci-Operation.

Messbarer Erfolg bei roboterassistierten Operationen

Bei der Operationssterblichkeit zeigte sich ein wesentlicher Vorteil für die roboterassistierte Operation mit 0,04 Prozent im Vergleich zur offenen Operation mit 0,18 Prozent. Am ungünstigsten war der Verlauf nach laparoskopischem Vorgehen mit 0,21 Prozent. Bei den Komplikationsraten zeigten sich signifikante Vorteile für das da-Vinci-Verfahren sowohl bei der Gabe von Blutprodukten (12,36 Prozent nach offener Operation; 2,57 Prozent nach da Vinci Operation) als auch bei der Gesamt-Komplikationsrate (offen: 23,49 Prozent versus da Vinci: 11,96 Prozent).

Konzept „da-Vinci“ weiter ausbauen

Für das Homburger Konzept der da-Vinci-Operationen konnten somit erstmalig auch in einer deutschlandweiten Vergleichsanalyse klare Vorteile dokumentiert werden. Die Homburger Klinik kann auf 9 Jahre Erfahrung und mehr als 4.000 da-Vinci-Eingriffe zurückgreifen.

Standardisierte Ausbildungskonzepte mit Simulation und Doppelkonsole bieten nicht nur den Assistenten der Klinik, sondern auch Interessenten weit über die Klinik hinaus eine gute Grundlage sich mit dem System vertraut zu machen. Auf Grund der aktuellen Datenlage soll dieses Konzept weiter ausgebaut werden und die moderne minimal-invasive da-Vinci-Operations-Methode auch bei weiteren Indikationen geprüft werden.

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