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Forschungsförderung

1,4 Mio. Euro für neue Implantate für die Augenchirurgie

| Redakteur: Peter Reinhardt

Weil sich die Augenlinse eintrübt (Katarakt) oder Nervenfasern absterben (Glaukom) erblinden jährlich weltweit Millionen von Menschen. Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat dieser Tage in Dornstadt einem Forschungsverbund aus zwei Unternehmen und zwei Forschungsinstituten eine Förderurkunde zum Projektstart überreicht. Ziel der Forschung sind neue Implantate für die Augenchirurgie.

Projektpartner für die Erforschung neuer Implantate für die Augenchirurgie (von links: Dr. Ing. Fr. Offenhäuser, Prof. Dr. J. Spatz, Dr. Chr. Morhard, N. Hagedorn, F. Wintermantel, W. Chen, Dr. M. Udart, Dr. Chr. Lingenfelder)
Projektpartner für die Erforschung neuer Implantate für die Augenchirurgie (von links: Dr. Ing. Fr. Offenhäuser, Prof. Dr. J. Spatz, Dr. Chr. Morhard, N. Hagedorn, F. Wintermantel, W. Chen, Dr. M. Udart, Dr. Chr. Lingenfelder)
( Bild: Alamedics )

Die Alamedics GmbH & Co.KG (Dornstadt), Offenhäuser & Berger (Heidenheim), das Max-Planck Institut für Intelligente Systeme (MPI, Stuttgart MPI) und das Institut für Laser in der Medizin und Messtechnik an der Universität Ulm (ILM) werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 1,4 Millionen Euro für die Erforschung neuer Augenimplantate ausgestattet.

KMU sind das Rückgrat der medizintechnischen Industrie in Deutschland

Die Ministerin erläutert in Ihrer Ansprache vor geladenen Gästen aus der Politik, der Wissen- und Finanzwirtschaft, dass die Wachstumsprognosen im Bereich der Medizintechnik, die Perspektive Augenlicht zu retten sowie die Kooperation zwischen führenden Forschungsinstituten und kleinen und mittleren Unternehmen große Aufmerksamkeit verdienen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der engen Zusammenarbeit zwischen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), dem Rückgrat der medizintechnischen Industrie in Deutschland, und führenden Forschungsinstituten, so die Ministerin.

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Die Forscher wollen in den nächsten drei Jahren neue Biomaterialien erforschen und auf Implantaten nanostrukturierte Oberflächen erzeugen, die aktiv und selektiv mit dem Körper interagieren. Diese biomimetischen Strukturen sollen sich teilweise selbst regenerieren und so eine möglichst lange gute Funktion der Implantate gewährleisten.

Neue Materialien und Nanostrukturen begünstigen das Sehen in der Nacht

„Für die Glaukombehandlung sollen neuartige Implantate erforscht werden, die einen kontrollierten Abfluss von Kammerwasser zulassen, das vom Auge produziert wird“, erläutert Dr. Christian Lingenfelder, Projektleiter und Geschäftsführer von Alamedics. Die Oberflächen der künstlichen Linsen werden mit Hilfe von neuen Materialien und Nanostrukturen so verändert, dass vor allem das Sehen in der Dämmerung und in der Nacht begünstigt wird. Außerdem soll das Einwachsen und der Verbleib des Implantats im Auge günstig beeinflusst werden.

Industrie und Forschung arbeiten Hand in Hand

Die beiden Unternehmen profitieren von der Kooperation mit dem Max-Plack Institut für Intelligente Systeme (MPI, Stuttgart), das von Herrn Prof. Dr. Joachim Spatz im Projekt vertreten wird. Das Institut genießt hohes Ansehen im Bereich der Erforschung der Interaktion zwischen biologischen Systemen und künstlich generierten Oberflächen. Das ILM, vertreten durch Herrn Dr. Martin Udart, verfügt über eine hervorragende Infrastruktur, mit deren Hilfe das Zusammenspiel zwischen lebenden Zellen und Implantatoberflächen untersucht werden soll.

Offenhäuser & Berger, vertreten durch den Geschäftsführer Dr. Friedrich Offenhäuser, hat sich international große Anerkennung im Bereich der Laserschutztechnik, der Herstellung von innovativen Optiken und optischen Filtern erarbeitet. Die Forschergruppe von Alamedics wird von Nadine Hagedorn geleitet. Im Januar 2012 an den Start gegangen, entwickelt und produziert Alamedics innovative Produkte für die Augen- und Netzhautchirurgie und bietet bereits heute in Dornstadt hergestellte Medizinprodukte auf den internationalen Märkten an.

Kontakt:

Alamedics GmbH & Co KG

D-89160 Dornstadt

www.alamedics.de

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