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Clusterland Oberösterreich

„Was wir alleine nicht schaffen, schaffen wir zusammen“

| Redakteur: Frauke Finus

Der Gesundheits-Cluster Oberösterreich versteht sich als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Medizin. Ein 2013 erfolgreich abgeschlossenes Cluster-Kooperationsprojekt widmet sich der Automatisierung von Genspeed, einem System für die Schnelldiagnose von Krankenhauskeimen.

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Schnelldiagnose: Das automatisierte Genspeed-System hilft bei der schnellen und einfachen Detektion von gefährlichen Krankenhauskeimen.
Schnelldiagnose: Das automatisierte Genspeed-System hilft bei der schnellen und einfachen Detektion von gefährlichen Krankenhauskeimen.
(Bild: Gesundheits-Cluster)

Infektionen mit Antibiotika-resistenten Bakterien im Rahmen von Krankenhausaufenthalten können schwerwiegende Folgen für die betroffenen Patienten haben. Außerdem entstehen dadurch jährlich Zusatzkosten in Millionenhöhe für das Gesundheitssystem, da sich beispielsweise die Aufenthaltsdauer der betroffenen Patienten um mehrere Tage verlängert.

Mit Genspeed hat die oberösterreichische Firma Lambda ein Sofortdiagnosesystem für den Vor-Ort-Einsatz entwickelt, das innerhalb von nur 75 Minuten das Vorhandensein solch resistenter Bakterien am menschlichen Körper nachweist. Im Rahmen eines Cluster-Kooperationsprojektes konnte das System nun erfolgreich automatisiert werden, wodurch Anwendung und Sicherheit noch einmal wesentlich verbessert werden konnten.

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Zusammen erreicht man mehr als allein

„Die Möglichkeit der Schnelldiagnose hat nicht nur positive Auswirkungen auf den Genesungsprozess der Patienten, sondern durch die Reduzierung möglicher Zusatzkosten auch für unser Gesundheitssystem“, erklärt Wirtschaftslandesrat Dr. Michael Strugl. Der Gesundheits-Cluster (GC), eine Initiative der Clusterland Oberösterreich GmbH, unterstützt Kooperationsprojekte zwischen Partnern, die einer alleine nicht schaffen würde. Für die Automatisierung von Genspeed waren neben dem Projektkoordinator Lambda (Rainbach, Oberösterreich) auch die Firmen Bartels Mikrotechnik (Dortmund, Deutschland), Haratech (Allhaming, Oberösterreich) und Idukk Industriedesign (Wilhering, Oberösterreich) an diesem Projekt beteiligt.

5.000 bis 10.000 Euro Zusatzkosten pro Infektion

Die schnelle Detektion von Krankenhauskeimen, insbesondere des am häufigsten auftretenden Keims MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus), ist wichtig: Das MRSA-Bakterium ist gegen eine sehr oft verwendete Antibiotikaklasse resistent und tritt oft in Form von Wundinfektionen beispielsweise nach Operationen auf. Eine MRSA-Infektion verlängert den Krankenhausaufenthalt um etwa sieben Tage und verursacht rund 1.600 Euro Zusatzkosten pro Tag (Quelle: HTA-Bericht 100, DIMDI, 2010).

Das im Projekt automatisierte Genspeed ist ein kompaktes Schnelltestsystem, das innerhalb kurzer Zeit verschiedene Erreger von Infektionskrankheiten aus unterschiedlichen Probematerialien nachweisen kann. Bei Verwendung von Genspeed zum Nachweis von MRSA wird die Probe mit Standardmethoden aufbereitet und in einen Mikrofluidik-Chip eingetropft. Ohne weiteres Zutun kann der Anwender nach kurzer Zeit das Testergebnis auf dem Computer ablesen. Technologische Kernelemente sind ein Mikrofluidik-Chip und ein miniaturisiertes automatisches Dispensiersystem, das verschiedene Reagenzien mit Mikrolitergenauigkeit in die Einlassöffnung des Mikrofluidik-Chips abgeben kann.

Automation verkürzt „Hands-on time“

Im Normalfall wird die Probe nach der Probennahme im Krankenhaus oder in der Arztpraxis an das Labor geschickt. Die Übermittlung des Ergebnisses an den Patienten kann somit mehrere Stunden oder sogar Tage dauern. Mit Genspeed können solche Tests nun am Ort der Probennahme durchgeführt werden. Die Zeit bis zur abgesicherten Diagnose und den entsprechenden Maßnahmen wird damit massiv verkürzt. „Der wesentliche Vorteil der im Rahmen des Projektes entwickelten automatisierten Variante von Genspeed ist die erheblich verkürzte Hands-on time, da der Anwender die einzelnen Schritte des Tests nicht mehr manuell durchführen muss“, erklärt Dr. Max Sonnleitner, Projektkoordinator bei Lambda, der die hervorragend funktionierende Kooperation innerhalb des Konsortiums hervorhebt. „Insgesamt spart die Automatisierung unseren Kunden Zeit sowie Kosten und erhöht zusätzlich die Sicherheit und die Genauigkeit der Testergebnisse.“

Erfolg und Innovation durch Kooperation

Philipp Wittmann, Manager des Gesundheits-Clusters, lobt: „Die gute Zusammenarbeit der Projektpartner bei diesem Projekt zeigt einmal mehr, welche innovativen und für die Gesundheitsbranche wichtigen Produkte in Kooperationen entstehen können.“ Das Projektvolumen betrug rund 170.000 Euro mit einem Fördervolumen von rund 44.444 Euro und dauerte von Juli 2012 bis Juli 2013.

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