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Rapid.Tech + FabCon 3.D

Von 3D-Druck zu Figure 4

| Redakteur: Peter Reinhardt

Der 3D-Druck-Pionier „Chuck“ Hull eröffnet mit einer Keynote die Rapid.Tech + FabCon 3.D. Anhand der Transformation von 3D zu Figure 4 zeigt er, wie Innovationen entstehen.

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3D-Druck-Pionier Chuck Hull eröffnet die Rapid.Tech + FabCon 3.D
3D-Druck-Pionier Chuck Hull eröffnet die Rapid.Tech + FabCon 3.D
(Bild: Messe Erfurt)

Was braucht es, um innovativ zu sein? „Einfallsreichtum und Weitsicht, Leidenschaft und Ausdauer“, lautet die Antwort von Charles W. Hull. Der Inhaber von mehr als 100 US-, Europa- und Japan-Patenten muss es wissen. Seit mehr als 30 Jahren leistet der Erfinder der Stereolithografie und Mitgründer von 3D Systems kontinuierlich Innovationsarbeit für die Etablierung von 3D-Druck-Technologien. Wie „Chuck“ Hull und sein Team das schaffen, wird er in seinem Keynote-Vortrag „Gestern und heute – Wie Innovationen entstehen“ zeigen, mit dem er am 20. Juni 2017 den internationalen Fachkongress Rapid.Tech + FabCon 3.D in der Messe Erfurt eröffnet.

Und plötzlich ließen sich 3D-Objekte erzeugen

Die Erfindung der ersten 3D-Druck-Technologie sei geglückt, weil es ein Problem gab, das nicht auf herkömmlichem Weg zu lösen war – so wie bei vielen Innovationen. Anfang der 1980er Jahre arbeitete Hull für ein Unternehmen, das Produkte mittels UV-Licht mit Kunststoff flächig beschichtete. Um dreidimensionale Objekte zu erhalten, kam er auf die Idee, Tausende dünner Kunststoffschichten übereinander zu positionieren und ihre Konturen mit einem UV-Laser auszuhärten. So ließen sich plötzlich 3D-Objekte in praktisch jeder erdenklichen Form erzeugen.

Pionierarbeit im Bereich der additiven Technologien

Hulls Pionierarbeit im Bereich der additiven Technologien hat einen komplett neuen Fertigungsansatz ermöglicht. Neben der Erfindung der Stereolithografie war er auch maßgeblich an der Entwicklung des STL-Datenformats als Schnittstelle von CAD zum 3D-Drucken beteiligt. Seitdem haben sich additive Verfahren ein breites Einsatzfeld erschlossen – von A wie Automobilindustrie bis Z wie Zahnmedizin.

Wie diese zunehmend für die automatisierte, wirtschaftliche Herstellung von Serienprodukten eingesetzt werden, ist ein Hauptaspekt von Hulls Impulsvortrag. Ein Entwicklungsfokus bei 3D Systems heißt hierbei digitale Fertigungslösungen auf Basis der Figure-4-Technologie. Beim digitalen 3D-Spritzguss wird es damit möglich, werkzeugfrei und in sehr kurzen Taktzeiten Kunststoffteile von gleichbleibend hoher Qualität zu fertigen. Das System ist ein modulares, skalierbares additives Fertigungsverfahren, das die Herstellung von Kunststoffteilen vereinfacht und beschleunigt. Die ultraschnelle, automatisierte Stereolithografieanlage erlaubt es Herstellern, bei der Fertigung von komplexen Kunststoffteilen direkt von der CAD-Datei in den Fertigungsprozess überzugehen. Der kosten- und zeitintensive Schritt des Werkzeugbaus entfällt. Notwendige Anpassungen der Konstruktion können ohne Ausfallzeiten jederzeit umgesetzt werden.

Der Vortrag von Chuck Hull ist Teil eines hochkarätigen Kongressprogramms von Rapid.Tech und FabCon 3.D. Am 20. Juni werden nach der Eröffnung anwendungsorientierte Lösungen in folgenden Fachforen vorgestellt:

  • Additive Lohnfertigung
  • Medizintechnik
  • Konstruktion
  • Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau
  • Elektronik

Der 21. Juni beginnt mit einer Keynote von Christoph Hansen und Steffen Schrodt von der Sauber Aerodynamik AG zur additiven Fertigung in der Formel 1. Daran schließen sich die Fachforen Automobilindustrie und 3D Metal Printing an. Der Keynote-Vortrag von Sean Keith von GE Additive zur Beschleunigung der additiven Revolution sowie das Fachforum Luftfahrt stehen am 22. Juni auf dem Programm. Parallel dazu finden am 21. und 22. Juni die Anwendertagung und das Fachforum Wissenschaft statt. Der letzte Messetag wird außerdem durch das Forum der Fraunhofer Allianz Generativ ergänzt.

Neue Spitzenwerte für Messe und Kongress

Darüber hinaus zeigen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Netzwerke an allen drei Tagen aktuelle Beispiele additiver Fertigung auf der begleitenden Fachmesse. Bis Februar waren bereits mehr als 130 Aussteller aus neun Ländern für die Rapid.Tech + FabCon 3.D registriert. Während die Rapid.Tech auf industrielle Anwendungen fokussiert, dient die FabCon 3.D mit der 3D Printing Conference der internationalen 3D-Druck-Community mit kreativen Start-Ups, Szene-Größen und Hobbyisten als Treffpunkt.

Im vergangenen Jahr kamen 4.500 Fachbesucher und Kongressgäste (2015: 3.971) aus 19 Ländern und 176 Aussteller aus 17 Ländern zur Rapid.Tech + FabCon 3.D nach Erfurt. Damit erreichten Messe und Kongress neue Spitzenwerte.

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