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Protolabs

Unschlagbar schnell – vom Prototyp bis zur Serienproduktion

| Autor/ Redakteur: / Kathrin Schäfer

Ein französisches Start-up steht kurz vor der Markteinführung eines funktionellen Reha-Exoskeletts, das Lendenschmerzen lindert. Die Firma Protolabs hat die Prototypen mehrerer Polyamid- und Silikonteile hergestellt – und wird die erste Serie der Exoskelette produzieren.

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Das Exoskelett ermöglicht es Patienten, regelmäßig Übungen durchzuführen, die durch ein unterhaltsames Trainingsinterface unterstützt werden.
Das Exoskelett ermöglicht es Patienten, regelmäßig Übungen durchzuführen, die durch ein unterhaltsames Trainingsinterface unterstützt werden.
(Bild: Japet)
  • Funktionelles Reha-Exoskelett lindert Lendenschmerzen
  • Kostengünstige Prototypen aus Polyamid und Silikon in nur zwei Wochen
  • Schnellspritzgießen mit kurzen Bearbeitungszeiten

Japet Medical Devices ist ein französisches Start-up, das sich auf medizinische Robotik spezialisiert hat. Es wurde von Antoine Noël und Damien Bratic gegründet. Das in Lille ansässige Jungunternehmen bereitet sich aktuell auf die Markteinführung von Atlas vor, das nach eigenen Angaben erste funktionelle Reha-Exoskelett, das Lendenschmerzen lindert.

Atlas sei eine echte Revolution in der Medizin, heißt es aus dem Hause Japet: Vier Jahre Forschung und Entwicklung waren dafür erforderlich. Das Exoskelett besteht aus zwei durch Mikromotoren getrennten Bändern und hat zwei wesentliche Funktionen: Zugkraft auf die Wirbelsäule ausüben, um die Schmerzen zu lindern, und dann die Bewegungen des Patienten begleiten, damit er seine Muskeln durch körperliche Betätigung schmerzfrei stärken kann. Atlas ermöglicht es dem Patienten, regelmäßig Übungen durchzuführen, die durch ein unterhaltsames Trainingsinterface unterstützt werden. Damit wird der Teufelskreis aus Schmerzen, daraus resultierender Inaktivität und dem durch Lendenwirbelschmerzen verursachten Verlust an Muskelmasse durchbrochen. Das Exoskelett soll sich folglich perfekt in die neuen, von Ärzten empfohlenen Behandlungspläne einfügen. Die Entwicklung von Atlas wurde vom Lille Regional University Hospital, Europas größter Krankenhausinfrastruktur, vorangetrieben. Die Universitätsklinik hat Japet Medical Devices bei der Entwicklung und den klinischen Tests unterstützt.

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Der Weg des Start-ups kreuzte den der Firma Protolabs während der Genehmigungsphase des endgültigen Konzepts und seiner industriellen Umsetzung. Ziel war es, die stützenden Teile zwischen den Mikromotoren und dem Band sowie das Kapselungsgehäuse für die Schaltungsplatinen und die Batterie aus einem hochwertigen Material und mit den Toleranzen der Serienfertigung herzustellen – und das alles in weniger als einem Monat. Aus diesem Grund wurde ein reaktiver Partner gesucht, der die Umsetzung des Projektes schnell vorantrieb. Der für das Design for Manufacturability (DFM) verantwortliche Ingenieur Salim Benabdallah sah Protolabs als idealen Partner. Er wurde nicht enttäuscht: In nur zwei Wochen stellte das Unternehmen zehn Formen her und spritzte und lieferte die Polyamid- und Silikonteile dabei zu geringeren Kosten als andere Anbieter.

Externe Dienstleister können helfen, Defekte schneller zu beseitigen

Dass alles so schnell ging, ist auch der technischen Unterstützung von Protolabs zu verdanken. „Wir kennen die wichtigsten Prinzipien der Kunststoffspritzgussherstellung, aber Protolabs hat uns dabei geholfen, unsere Teile noch viel genauer zu analysieren. Mithilfe der Experten konnten wir alle Defekte beseitigen, die beim Entformen und bei der Kontrolle der Teile auf Toleranzen hätten entstehen können. Dieser letzte Punkt ist besonders wichtig bei einem multidisziplinären Projekt wie unserem, bei dem Elektronik, Textilien und Kunststoffe miteinander kombiniert werden“, erläutert Benabdallah. Dank der umfassenden Beratung und der Effizienz der Proto-Quote-Software konnten die Formen sehr schnell hergestellt werden und brauchten keine weiteren Anpassungen.

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Benabdallah und sein Chef Bratic unterstreichen auch die hohe Qualität der Beratungsgespräche, die sie mit den verschiedenen Kontaktpersonen von Protolabs geführt haben. Diese seien stets für das Start-up verfügbar gewesen, hätten während des gesamten Projekts schnell auf Anfragen reagiert und wichtige Ratschläge und Tipps gegeben.

Doch damit endet die Geschichte noch nicht, denn Protolabs wird auch die erste Serie der Exoskelette produzieren. „Die Kosten und zeitlichen Vorgaben entsprachen unseren Zielen, und auch die Produktionskapazität von Protolabs ist mit unseren Volumina kompatibel“, sagt Bratic. „Dadurch, dass wir bereits bei der Prototypentwicklung positive Erfahrungen mit Protolabs gemacht haben, war für uns klar, dass wir auch die Serienproduktion mithilfe unseres Partners durchführen werden.“

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