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Neues Event Treffpunkt für die Medizintechnik-Branche

Von Julia Engelke 4 min Lesedauer

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Die Medizintechnik befindet sich in einem Wandel. Digitalisierung, KI und neue Technologien bieten Chancen, stellen jedoch auch hohe Anforderungen an Hersteller. Der Treffpunkt Medizintechnik am 17. September 2026 in Frankfurt/Main fördert den Austausch und vernetzt Entscheider der Branche. Ein Blick in die Ausstellung und das Programm.

Der Treffpunkt Medizintechnik findet am 17. September in der Jahrhunderthalle in Frankfurt/Main statt.(Bild:  Vogel Corporate Solutions)
Der Treffpunkt Medizintechnik findet am 17. September in der Jahrhunderthalle in Frankfurt/Main statt.
(Bild: Vogel Corporate Solutions)

Die Medizintechnik entwickelt sich rasant – bedingt durch Digitalisierung, neue Materialien, KI, Robotik und mehr. Damit steigen nicht nur die Chancen für eine bessere Versorgung, sondern auch die Anforderungen an Forschung, Entwicklung und Hersteller, denn der Weg von der Idee bis zum zugelassenen Medizinprodukt kann ein langer sein. Um diesen Anforderungen zu begegnen, sind ein regelmäßiger Austausch zwischen allen Wirtschaftsakteuren, die richtigen Kooperationen und ein aktueller Branchenüberblick entscheidend.

Der Treffpunkt Medizintechnik ist die Plattform, um genau diese Brücke zu schlagen. Die neue Veranstaltung, ausgerichtet von DeviceMed, findet am 17. September 2026 im Kultur- und Kongresszentrum Jahrhunderthalle in Frankfurt/Main statt. Neben einer Ausstellung finden an diesem Tag auch parallele Themenforen zu ausgewählten Schwerpunkten statt. Einer davon ist Fertigung und Konstruktion.

Mit mehreren Vorträgen ist der Aussteller Medtech Force vertreten. Medtech Force ist ein Netzwerk mehrerer Unternehmen der Medizintechnik, die gemeinsam die gesamte Produktionskette eines Medizinprodukts erlebbar machen wollen. In Frankfurt wird das Netzwerk durch die Unternehmen Kumavision, Gindele, KKS, Laubscher, H27 Consulting und Medipack vertreten.

Präzision und Partnerschaft

Roger Ayer, Laubscher Präzision AG, zeigt in seinem Vortrag „Von der Uhrenschraube zum Implantat: Schweizer Uhrmacher-Präzision für Mikro-Bauteile in der Medizintechnik“, wie sich Fertigungsverfahren, Materialkenntnisse und Qualitätsdenken aus der Uhrenindustrie auf medizinische Mikro-Bauteile übertragen lassen – von winzigen Schrauben bis hin zu Komponenten für Implantate und minimalinvasive Instrumente. Im Zentrum stehen die gemeinsamen Herausforderungen beider Welten: höchste Maßgenauigkeit, biokompatible Werkstoffe, Oberflächenqualität sowie reproduzierbare Prozesse unter strenger Dokumentation und Regulatorik.

Partnerschaft wird beim Vortrag von Matthias Gindele, Gindele GmbH, im Mittelpunkt stehen. Anhand eines Praxisbeispiels werden die Herausforderungen bei der Automatisierung, die Sicherstellung einer konstant hohen Produktqualität sowie die erzielten Effizienzsteigerungen beleuchtet. Im Fokus stehen die Bedeutung partnerschaftlicher Zusammenarbeit, innovative Fertigungskonzepte und die Voraussetzungen für einen stabilen, wirtschaftlichen Dauerbetrieb in der Medizintechnik.

Reinigen und verpacken

Mit den Herausforderungen in der Reinigung und Oberflächenveredelung von Medizinprodukten beschäftigt sich der Vortrag von Alexander Käfer, KKS Ultraschall AG. Die Herstellung moderner Medizinprodukte bewegt sich im Spannungsfeld zwischen komplexen Geometrien (z. B. additiv gefertigten Implantaten) und immer strengeren regulatorischen Vorgaben wie der EU-MDR. Partikuläre Rückstände gefährden direkt die Patientensicherheit und die Biokompatibilität. Der Vortrag zeigt Beispiele einer modernen Fertigung und wie validierte Prozesse zu wirtschaftlichem Erfolg führen.

Um benutzerfreundliche und nachhaltige Sterilverpackung geht es im Vortrag von Georg Oesterreicher, Medipack AG. Med-Pack Eco vereint ökologische Verantwortung mit hoher Funktionalität. Die Verpackung ist ausgesprochen kompakt und besteht ausschließlich aus Monomaterialien, teilweise mit Recyclinganteil. Sie schützt den Inhalt zuverlässig durch eine integrierte flexible Fixierung, die sich an die Produktgröße anpasst. Das „No-Touch“-Design reduziert im Operationssaal das Risiko von zerschnittenen Handschuhen und vermeidet den direkten Produktkontakt, was eine hygienische und sichere Entnahme ermöglicht. Die Verpackung eignet sich für Implantate mit rauen Oberflächen oder spitzen/scharfkantigen Merkmalen, beispielsweise Knochenschrauben.

Photonik als Allrounder

Mit der Frage, warum Laser das vielfältigste Werkzeug im Medizintechnik-Baukasten sind und wie sie es bleiben, beschäftigt sich Doris Dichtleder, MKS I Newport Spectra-Physics GmbH, in ihrem Vortrag. Medizin und Photonik sind eng verbunden. In der therapeutischen Anwendung am Menschen revolutionierten Laser die Operationstechniken. In der Diagnostik werden Laser in der Spektroskopie und optischen Kohärenztomographie (OCT) genutzt. Auch in der Fertigung von Komponenten für die Medizintechnik sind Laser nicht mehr wegzudenken. Entscheidend ist, den optimal geeigneten Laser für die jeweilige Anwendung und das jeweilige zu bearbeitende Material zu finden. Der Vortrag gibt einen Überblick über das weite Spektrum von Kurz- und Ultrakurzpulslasern. Anhand konkreter Anwendungsbeispiele – sowohl aus der Diagnostik als auch aus der Fertigung von Medizinprodukten – wird der Auswahlprozess dargestellt. Wie lassen sich moderne Lasersysteme in der jeweiligen Anwendung weiter optimieren? Dazu werden aktuelle Untersuchungen aus dem MKS Applications Lab vorgestellt.

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Keramik 3D‑Druck für die Medizintechnik

Die additive Fertigung technischer Keramik eröffnet der Medizintechnik neue Möglichkeiten – insbesondere bei hochpräzisen, miniaturisierten und funktional integrierten Bauteilen. Doch welche Anwendungen sind heute realistisch umsetzbar, wo liegen die Grenzen und wie gelingt der Weg von der Idee zur Serienfertigung? Anhand konkreter Praxisbeispiele – darunter ein 3D-gedruckter keramischer Greifer, eine Isolierhülse für ein laparoskopisches Instrument sowie ein Instrumentenkopf für mikroinvasive Eingriffe – zeigt der Vortrag von Dr. Malte Hartmann, Sinto Advanced Ceramics Europe GmbH, wie additiv gefertigte technische Keramik erfolgreich in medizintechnischen Anwendungen eingesetzt wird.

Komplexität in Produktentwicklungsprojekten

Franz Aigner, Wild GmbH, und Dennis Kulage, Wild Design, werfen in ihrem Vortrag einen Blick auf die Komplexität in Produktentwicklungsprojekten. Projekte scheitern heute anders: Mit den klassischen Projektmanagement-Tools kann die technische Komplexität gut abgebildet und bewältigt werden. Trotzdem sind in vielen Projekten die Projektziele schwierig zu erreichen. Projekte scheitern meist nicht an mangelnder technischer Expertise, sondern oft an sozialen/organisatorischen Themen.

EMV-Risiken früh im Griff haben

EMV-gerechte Produktentwicklung beginnt nicht im Labor, sondern in der Konzeptphase und verlangt ein systematisches, interdisziplinäres Vorgehen. Entscheidend sind die frühzeitige Definition relevanter Normen, Umgebungsbedingungen sowie Emissions- und Störfestigkeitsgrenzen. Ein durchdachtes Systemkonzept mit klarer Masse- und Erdungsstrategie, minimierten Stromschleifen und geeigneter Potentialtrennung schafft die Basis für ein robustes Design. Der Vortrag von Joachim Schütz und Stefan Schiefelbein, B&W Engineering und Datensysteme GmbH, zeigt praxisnah, wie Projektleiter die Entwicklungsgeschwindigkeit hochhalten und in jeder Phase die richtigen EMV-Maßnahmen ergreifen. Simulationen, Nahfeldanalysen und Pre-Compliance-Messungen machen Risiken frühzeitig sichtbar und vermeiden teure Nacharbeiten. EMV ist kein isoliertes Layoutthema, sondern betrifft Elektronik, Mechanik, Software und Fertigung gleichermaßen. Wer EMV-Aspekte früh integriert, steigert Produktsicherheit, Zulassungssicherheit und Wirtschaftlichkeit nachhaltig.

Für interessierte Besucher und Unternehmen gibt es unter www.treffpunkt-medizintechnik.de weitere Informationen.

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