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Studie: Globaler Wachstumsmarkt Medizintechnik

Redakteur: Peter Reinhardt

Laut einer Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) wird die Nachfrage nach Medizintechnik bis 2020 weltweit deutlich zunehmen. Stabile makroökonomische Trends sorgen mittel- und langfristig für ein überproportionales Wachstum der Branche.

Maßgebliche Determinanten der Nachfrage nach Medizintechnik sind das Bevölkerungs- und das Wirtschaftswachstum sowie die demografische Entwicklung. Nach Prognose des HWWI wird die Nachfrage nach Medizintechnik bis 2020 in den USA und Westeuropa um jährlich rund 4 Prozent zunehmen, in Osteuropa um 8 Prozent und in China und Indien sogar um mehr als 10 Prozent.

Die Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass alle sonstigen Faktoren, die Einfluss auf die Nachfrage nach Medizintechnik haben können, als konstant im Prognosezeitraum unterstellt werden. Insbesondere das Gesundheitssystem und die Sozialversicherungssysteme haben dabei einen maßgeblichen Einfluss auf die Höhe und die Struktur der Gesundheitsausgaben eines Landes. Gerade in Ländern, in denen es weder eine staatliche Altersvorsorge noch eine öffentliche Gesundheitsversorgung gibt, müssen ältere Menschen, die infolge häufigerer und längerer Krankheiten typischerweise eine hohe Gesundheitsnachfrage haben, ihre Ausgaben für Gesundheit aus ihren zumeist geringen privaten Einkommen finanzieren. Reformen des Gesundheitssystems - wie sie zum Beispiel in den USA zu erwarten sind - können daher zu einer sprunghaft Veränderung der Gesundheitsausgaben führen.

Die deutsche Medizintechnik kann von dem starken Wachstum der weltweiten Nachfrage profitieren, denn traditionelle Märkte bieten ebenso wie neue Exportmärkte günstige Absatzchancen. In bereits erschlossenen Absatzmärkten wie den USA oder Westeuropa wird die Nachfrage vor allem infolge eines hohen Einkommensniveaus, einer steigenden Gesundheitspräferenz und der demografischen Alterung zunehmen. Die Nachfrage richtet sich dabei zunehmend auf medizintechnische Innovationen mit höherer Qualität und größerer Produktvielfalt aus.

Die bevölkerungsreichen und schnell wachsenden Entwicklungs- und Schwellenländer sind hingegen zum Teil als Absatzmarkt noch kaum erschlossen. Der Marktanteil der deutschen Medizintechnik ist entsprechend gering. Sie bieten daher in Zukunft in zweierlei Hinsicht ein hohes Wachstumspotenzial - durch wachsende Märkte und durch steigende Marktanteile.

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Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut gemeinnützige GmbH (HWWI) D-20148 Hamburg www.hwwi.org