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EY-Medizintechnik-Report 2015

Schwaches organisches Wachstum macht Sorge, aber gute Lage am Kapitalmarkt

| Redakteur: Peter Reinhardt

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Siegfried Bialojan, Leiter des deutschen Life Science Centers von EY (Ernst & Young): „Innovationen, die wirklichen Durchbruch bringen, sind selten. Dabei wären sie wichtige Wachstumstreiber. Weil organisches Wachstum so schwer ist, versuchen viele Medizintechnikunternehmen durch Übernahmen bereits erfolgreiche Produkte in ihr Portfolio zu holen.“
Siegfried Bialojan, Leiter des deutschen Life Science Centers von EY (Ernst & Young): „Innovationen, die wirklichen Durchbruch bringen, sind selten. Dabei wären sie wichtige Wachstumstreiber. Weil organisches Wachstum so schwer ist, versuchen viele Medizintechnikunternehmen durch Übernahmen bereits erfolgreiche Produkte in ihr Portfolio zu holen.“
( Bild: EY (Ernst & Young) )

Die Globale Medtech-Branche profitiert vom Börsen-Boom und den niedrigen Zinsen. Jedoch unterscheidet sich die Situation in Europa immer mehr von der in den USA. Wie sich die Märkte konkret entwickeln, beschreibt der aktuelle Medizintechnik-Report 2015 der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young).

Die Medtech-Branche in den USA und Europa präsentiert weiterhin robuste Kennzahlen und profitiert von der guten Lage am Kapitalmarkt: So viel Geld durch Kreditaufnahmen oder Börsengänge konnten die Unternehmen noch nie anziehen. Gleichzeitig treiben sie Fusionen und Übernahmen auf einem hohen Niveau voran. Aus eigener Kraft ist das Wachstum jedoch begrenzt: So konnte die Branche ihren Umsatz im Jahr 2014 nur um zwei Prozent auf 341,8 Mrd. US-Dollar steigern – das sind zwei Prozentpunkte Wachstum weniger als im Vorjahr.

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Finanzierungsvolumen verdoppelt

Das Finanzierungsvolumen in dem im Juni endenden Zwölfmonatszeitraum beträgt 49,8 Mrd. US-Dollar – und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (28,1 Mrd. US-Dollar) fast verdoppelt.. Getrieben wurde diese Entwicklung insbesondere durch die historisch niedrigen Zinsen, die vor allem reifere Unternehmen für umfangreiche Fremdkapitalfinanzierungen nutzen konnten. Im Gegensatz dazu leiden viele Start-up-Unternehmen unter sich weiter verschlechternden Finanzierungsmöglichkeiten durch Risikokapital.

Deutlich nachgelassen haben auf den ersten Blick die M&A-Aktivitäten: Das Volumen ging im Zwölfmonatszeitraum bis Ende Juni um 31 Prozent auf 58,4 Mrd. US-Dollar zurück. Allerdings verzerrt der Megadeal von Medtronic, die im Vorjahreszeitraum für 42,9 Mrd. US-Dollar Covidien kauften, die Statistik. Ohne diesen Deal und ohne Berücksichtigung entsprechender Megadeals aus 2015 wie Danaher/ Pall, Becton Dickinson/Care Fusion steigt das Volumen im Jahr 2014/15 im Vergleich um robuste 13 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt der Medizintechnik-Report 2015 der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young).

Biotechnologie, IT und Engineering integrieren

Der Leiter des deutschen Life Science Centers von EY, Siegfried Bialojan, kommentiert: „Die niedrigen einstelligen Wachstumszahlen der Branche geben Anlass zur Sorge. Innovationen, die wirklichen Durchbruch bringen, sind selten – dabei wären sie wichtige Wachstumstreiber. Weil organisches Wachstum so schwer ist, versuchen viele Medizintechnikunternehmen durch Übernahmen bereits erfolgreiche Produkte in ihr Portfolio zu holen. Deswegen bleibt der M&A-Markt auf einem sehr hohen Niveau.“

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