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Beim Retrofit werden Maschinen mit aktuellem elektronischem und elektrischem Equipment aufgerüstet und modernisiert, sodass sie hinterher – je nach Umfang der Erneuerung – wieder aktuellen Standards entsprechen oder sogar komplett neuwertig sind. Von einer Fräsmaschine kannte Vollmer das Bedienkonzept Shop Mill. Da er von der einfachen Handhabung dieser voll integrierten Arbeitsschritt-Programmierung überzeugt ist, stand für ihn fest, dass bei Ersatz oder Erneuerung von Maschinen nur diese Ausstattung in Frage kommt. Das Pendant für Drehmaschinen, Shop Turn, für das er sich entschieden hat, weist die gleiche Struktur und Menü-Führung auf, weshalb Anwender, die das eine kennen, sich auch sofort mit dem anderen zurechtfinden. Die Retrofit-Techniker überprüften, welche Baugruppen und Hardware für diese Umrüstung notwendig sind. Daraufhin erhielt die Drehmaschine eine komplett neue Steuerungsausrüstung, bestehend aus einer Zentraleinheit mit Sinumerik 840D sowie einem HMI-System (Human-Machine-Interface) der aktuellen Generation. Schon nach drei Tagen war die Maschine wieder betriebsbereit.
Auch am Auge findet quasi ein Retrofit statt
In der Universitäts-Augenklinik werden unterschiedlichste Forschungsprojekte durchgeführt, darunter auch die im wahrsten Sinne des Wortes aufsehenerregende Entwicklung und Erprobung eines Netzhaut-Chips, mit dem Erblindete wieder zu Sehleistungen befähigt werden sollen. An der Entwicklung dieses Chips waren Professor Dr. Eberhart Zrenner und sein Team vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde der Universität Tübingen maßgeblich beteiligt – und damit war auch die Entwicklungswerkstatt involviert. So wurden unter anderem Instrumente gefertigt, die für die Implantation zum Einsatz kommen, oder auch Halterungen, die zur Herstellung des Chips nötig sind. „Wir freuen uns, wenn wir mit kleinen Puzzleteilen zum Gelingen solcher Forschungsarbeiten beitragen können und dabei sehen, was daraus wird“, so Vollmer. Immerhin hatte die Pilotstudie, die an der Augenklinik durchgeführt und Ende 2010 publiziert wurde, gezeigt, dass der Chip unter gewissen Voraussetzungen bei erblindeten Menschen tatsächlich Sehleistungen wiederherstellen kann: Die Studienpatienten konnten nach der Implantation des Chips wieder Lichtquellen identifizieren. Ein Patient war sogar in der Lage, sieben verschiedene Graustufen zu unterscheiden, Buchstaben zu erkennen und daraus Wörter zu bilden. Man könnte also auch hier von einem Retrofit sprechen.
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