Dürr Ecoclean

Reinigen, trocknen – und fertig zum Verpacken

| Autor / Redakteur: Autorin | Doris Schulz / Kathrin Schäfer

Anlage für die Endreinigung: Die Teile werden direkt in den Reinraum ausgegeben. Die Anlage und die Transporteinheit in den Reinraum sind vollständig gekapselt.
Anlage für die Endreinigung: Die Teile werden direkt in den Reinraum ausgegeben. Die Anlage und die Transporteinheit in den Reinraum sind vollständig gekapselt. (Bild: Gebr. Brasseler)

Um Produkte wie medizinische Instrumente steril auszuliefern, hat die Gebr. Brasseler GmbH in ein Reinigungs- und Verpackungskonzept samt Reinraum investiert. Prozess- und Endreinigung von rund 12.000 verschiedenen Teilen erfolgen in Lösemittelanlagen und wässrigen Ultraschall-Feinstreinigungssystemen.

Das Produktportfolio der Gebr. Brasseler GmbH & Co. KG umfasst neben Instrumenten und Systemen für die Zahnmedizin und Zahntechnik rotierende Instrumente für die HNO- und Neurochirurgie, Shaver Blades für die Arthroskopie, Sägeblätter, Führungsstifte und -schrauben sowie Drähte für die Orthopädie. Unter der Marke Komet werden kundenspezifische Produkte für die dentale Implantologie gefertigt. „Im vergangenen Jahr haben wir in ein neues Verpackungskonzept und einen etwa 250 Quadratmeter großen Reinraum investiert. Darin können wir zukünftig pro Jahr bis zu 10 Millionen Instrumente für die Dental- und Humanmedizin steril verpacken. Dafür war es auch erforderlich, die Teilereinigung komplett neu auszulegen“, berichtet Helge Neitzel, Fertigungsleiter Schleifinstrumente bei Gebr. Brasseler.

Reproduzierbare, schnelle Lösemittelreinigung

Entschieden hat sich das Unternehmen für die Lösemittelanlagen Eco-C-Base P2 und Compact 70P von Dürr Ecoclean. Die Anlagen arbeiten mit modifiziertem Alkohol, der sowohl unpolare als auch polare Verunreinigungen von den Teilen entfernt. Reinigung und Trocknung erfolgen unter Vakuum, weshalb kein zusätzlicher Ex-Schutz erforderlich ist. Bei den Mehrkammeranlagen für die Feinstreinigung kam die UCM AG, ein Unternehmen der Dürr-Ecoclean-Gruppe, zum Zug.

Nach verschiedenen Bearbeitungsschritten wie Zerspanen, Schleifen und Beschichten durchlaufen täglich rund 950.000 Teile im Zweischichtbetrieb die Reinigungsprozesse in den Lösemittelanlagen. In den Anlagensteuerungen sind jeweils acht Reinigungsprogramme hinterlegt, die je nach Reinigungsschritt durch einen Barcode ausgewählt werden. Zum Entfernen der Verunreinigungen, beispielsweise Reste von Bearbeitungsölen, -fetten und Schleifmitteln, Späne, Partikel, Staub sowie Chemikalien vom Galvanisieren, sind die Anlagen mit jeweils zwei Fluttanks für die Vorreinigung und das Reinigen beziehungsweise Entfetten ausgestattet. Darüber hinaus ermöglichen Einrichtungen für das Dampfentfetten und Ultraschalleinheiten, dass die für den nächsten Bearbeitungsschritt erforderliche Sauberkeit reproduzierbar und effizient erzielt wird. „Und das in kurzen Bearbeitungszeiten. Dafür sorgt einerseits die hohe Vakuumleistung. Andererseits wird die Arbeitskammer durch die starken Pumpen und großen Leitungsquerschnitte sehr schnell befüllt und entleert“, ergänzt Marcus Becker, Gruppenleiter Reinigungstechnologie bei Gebr. Brasseler.

Zur hohen Reinigungsqualität trägt auch die effektive Aufbereitung des Lösemittels durch die kontinuierliche Destillation sowie eine Vollstrom- und Bypassfiltration wesentlich bei. Die Filter sind teilweise mit Magneteinsätzen ausgestattet, die metallische Späne besser zurückhalten.

Bei den Ultraschall-Mehrkammeranlagen für die Feinstreinigung überzeugte unter anderem der von UCM entwickelte Vierseitenüberlauf, den alle Becken aufweisen. Das Reinigungs- beziehungsweise Spülmedium wird in allen Becken von unten eingebracht, nach oben transportiert und läuft dann an allen Seiten über. Abgereinigte Rückstände und Partikel werden dadurch sofort aus den Becken ausgetragen. Dies sorgt einerseits für eine intensive Behandlung der Teile, andererseits werden Rückkontaminationen beim Austauchen vermieden.

Endreinigung mit direkter Übergabe in den Reinraum

„Ein weiteres Detail, das uns bei den UCM-Anlagen gefallen hat, sind die so genannten Medizinalwannen. Durch ihre Gestaltung verhindern sie, dass sich Keime in den Wannen sammeln, festsetzen und später auf den Teilen absetzen“, beschreibt Marcus Becker. Die Qualität der Reinigungs- und Spülbäder wird auch bei allen Feinstreinigungsanlagen durch Sensoren permanent überwacht.

Um die bei der Zwischenreinigung durch mehrere Anlagen realisierte Trennung der verschiedenen Werkstoffe auch bei der Produktendreinigung einzuhalten, ist die erste Reinigungsstufe mit drei Becken ausgeführt. Diesen schließen sich ein Spülprozess, eine weitere Reinigung sowie drei Spülstufen an, wobei die letzten beiden mit voll-entsalztem Wasser durchgeführt werden. Um eine Rekontamination der Teile während der Warmlufttrocknung zu verhindern, sind die Trockner mit HEPA-Filtern ausgestattet.

Die Anlage für das Reinigen vor dem Verpacken ist praktisch identisch aufgebaut, der erste Reinigungsschritt erfolgt hier materialunabhängig in einer Wanne. Neben den HEPA-Filtern befinden sich Laminarflow-Boxen über der letzten Spülstufe sowie den Trocknern. Darüber hinaus sorgt die Kapselung der Anlage und der Transporteinheit dafür, dass die Instrumente vollständig sauber in den Reinraum gelangen (Bild 1). Bis auf eine Lösemittelanlage wurden alle neuen Reinigungssysteme entsprechend den Richtlinien in der EU und von der US-amerikanischen FDA qualifiziert und die Reinigungsprozesse validiert.

Autorin: Doris Schulz ist freie Journalistin in Korntal.

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