Rebmann Research

Radiologie: Interaktive Landkarte sorgt für Durchblick in einem 5,5-Mrd.-Euro-Markt

| Redakteur: Peter Reinhardt

Die abgebildete Landkarte zeigt exemplarisch die Anzahl der in der ambulanten Versorgung teilnehmenden Radiologen in Bayern. Per Mouseover können User die Anzahl der Einwohner pro radiologischer Praxis sehen. Jedes Gebiet kann auch hinsichtlich anderer Merkmale angezeigt werden.
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Die abgebildete Landkarte zeigt exemplarisch die Anzahl der in der ambulanten Versorgung teilnehmenden Radiologen in Bayern. Per Mouseover können User die Anzahl der Einwohner pro radiologischer Praxis sehen. Jedes Gebiet kann auch hinsichtlich anderer Merkmale angezeigt werden. (Bild: Rebmann Research)

Der Datenspezialist Rebmann Research plant mit seinem neuen Internet-Portal „Atlas Radiologie“ Transparenz in die bildgebende Diagnostik und das gesamte Umfeld der Radiologie in Deutschland zu bringen.

  • 2.700 CTs, 2.350 MRTs, 200 PETs und 1.250 Gammakameras
  • Wiederbeschaffungswert: rund 5,5 Mrd. Euro
  • Es mangelt an Informationen dies- und jenseits des Tellerrandes

Aktuell wird die apparative Ausstattung der radiologischen Praxen und Krankenhäuser auf rund 2.700 Computertomographen (CT), 2.350 Magnetresonanztomographen (MRT), 200 Positronenemissionstomographen (PET) und rund 1.250 Gammakameras geschätzt. Deren Wiederbeschaffungswert beträgt rund 5,5 Mrd. Euro. Rund 80 Prozent der jährlichen strahlendiagnostischen Leistungen, die mit rund 10 Mrd. Euro zu Buche schlagen, werden von den Krankenkassen übernommen.

360-Grad-Blick für alle Nutzergruppen

Diese aktuellen Schätzungen sind für Rebmann Research Anlass, genauer hinzusehen: „Mit dem ,Atlas Radiologie‘ wollen wir einen 360-Grad-Blick für die verschiedenen Nutzergruppen bieten – vom Patienten bis zum Medizintechnikunternehmen – und wir wollen über den Tellerrand hinausblicken“, erklärt Dr. Bernd Rebmann, Initiator des Projektes. Und weiter: „Über den Tellerrand zu blicken bedeutet für uns, die ambulante und stationäre Versorgungslandschaft, die an die Radiologie angrenzenden Gebiete in der Orthopädie oder der Zahnmedizin, die vielen eingesetzten Gerätschaften, die Innovationen sowie die sehr dynamischen Marktbedingungen möglichst in Gänze – und interaktiv – darzustellen.“

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Häufig mangelt es bereits an Informationen diesseits des Tellerrandes. So beklagen auch große Radiologieverbünde, dass es beispielsweise an datengestützten Landkarten fehle, die für die Leistungserbringer grundlegende Informationen zum Angebot wie zum Bedarf enthalten. Oft sei nicht einmal die Geräteausstattung der Praxen bekannt. Diese Unkenntnis ist angesichts der Wichtigkeit des Marksegments durchaus verwunderlich. „Hinsichtlich Informationen zur eigenen Praxis ist man bestens ausgestattet, was aber fehlt, ist ein Gesamtüberblick“, so Dr. Rebmann.

Digitale Helfer für den medizintechnischen Vertrieb

An dieser Stelle der Markttransparenz ist auch der medizintechnische Vertrieb gefordert. Zur Erfüllung ihrer wichtigen Verbindungsfunktion zum Anwender, sollte er nicht nur über das eigene Produkt, sondern auch über die allgemeinen regionalen Marktbedingungen vor Ort informieren können. Ganz im Sinne eines digitalisierten Vertriebs können spezielle Beratungstools als kleine digitale Helfer zur Verfügung gestellt werden, welche die Persönlichkeit des Kundenbetreuers, dessen individuelles Fachwissen sowie dessen persönliches Netzwerk ergänzen. Mit Hilfe dieser Beratungsinstrumente erhält der Kundenbetreuer Zugang zu den aktuellsten Entwicklungen in der Gesundheitswirtschaft sowie zur regionalen Situation vor Ort. Der Berater kann Radiologen dabei helfen, Geschäftspartner und den passenden „Wert“, zum Beispiel für die Übernahme oder Abgabe einer Praxis zu finden. Es lassen sich Benchmarks vergleichen, Szenarien berechnen oder detailliert begründen, wie schnell sich eine Investition in eine neue medizintechnische Anschaffung lohnt und wie die Praxis entsprechend weiterentwickelt werden kann.

Landkarten verschaffen den regionalen Durchblick

Die abgebildete Landkarte stellt die Anzahl der in der ambulanten Versorgung teilnehmenden Radiologen in der jeweiligen Region dar. Im vorliegenden Beispiel ist dies Bayern. Wenn Sie die Anwendung online aufrufen, wird im Mouseover auch die Anzahl der Einwohner pro radiologischer Praxis dargestellt. Außerdem können auch andere Regionen sowie eine gesamte Deutschlandkarte aufgerufen werden. Eine hohe Ärztedichte erzeugt in der Regel eine entsprechende Konkurrenzsituation, sodass diese Regionen rot gekennzeichnet sind. Areale mit niedriger Arztdichte sind grün eingefärbt. Selbstverständlich kann jedes Gebiet auch aus ganz anderen wirtschaftlichen, medizinischen oder persönlichen Gründen für eine Niederlassung/Praxisübernahme interessant sein.

Die vorliegende Funktionalität kann mit beliebigen Merkmalen angezeigt werden. So könnte es den niedergelassenen Radiologen interessieren, wie viele Behandlungsfälle insgesamt in der Region durchgeführt werden oder wie sich zum Beispiel das Krankheitsbild „Rückenschmerzen“ verteilt. Auch die Dichte möglicher Zuweiser anderer Fachgruppen lassen einfach darstellen.

Überblick über die Radiologie

Für Radiologen werden diese Informationen immer wertvoller. Neben kostenintensiven Investitionen aufgrund kurzer Innovationszyklen, befindet sich die Radiologie auch in Bezug auf das Leistungsspektrum im Wandel. Sie dient nicht mehr nur der Diagnostik und der Früherkennung, sondern zunehmend auch der therapeutischen Anwendung. Deshalb ist anzunehmen, dass der Bedarf an radiologischen Untersuchungen und Behandlungen weiter steigen wird. Darauf sollten sich auch die Hersteller radiologischer Geräte einstellen.

In diesem Zusammenhang ist zu beobachten, dass die Zahl der Niedergelassenen in den letzten zehn Jahren um 10 Prozent gestiegen ist. Die Radiologentätigkeit im stationären Bereich hat hingegen im selben Zeitraum um 24 Prozent abgenommen. Seit das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz aus dem Jahr 2015 allen Ärzten die Kooperation erleichtert, sind Radiologen zunehmend auch in Medizinischen Versorgungszentren tätig. Im Jahr 2016 waren 871 Radiologen in 246 medizinischen Versorgungszentren (MVZ) beschäftigt. Das sind fast 30 Prozent aller Radiologen. Der Anteil der Strahlentherapeuten und Nuklearmediziner ist noch deutlich höher. Digitale Analysetools wie der „Atlas Radiologie“ ermöglichen den Markt zu projizieren, zum Beispiel auf Basis der Altersstrukturen der Bevölkerung und der teilnehmenden Radiologen.

Konzentration radiologischer Praxen

Auch für die tätigen Ärzte ist es ein großer Mehrwert, eine unabhängige Einschätzung zu bekommen und eine Bewertung, die nicht von Interessen gesteuert ist. Die hohe Kapitalintensivität des Faches – wir sprechen von Geräten im Wert von bis zu 10 Mio. Euro pro Praxis – zieht nicht nur vermehrt junge Radiologen in ein Angestelltenverhältnis, sondern führt überdies zu einer Konzentration der radiologischen Einrichtungen. In Deutschland gibt es 977 Praxen der Fachrichtungen Radiologie und Nuklearmedizin. Der Anteil der Einzelpraxen ging in den letzten Jahren stetig zurück und beträgt mittlerweile schätzungsweise unter 20 Prozent.

Mittlerweile gehört rund ein Drittel der radiologischen Praxen zu auf den Fachbereich spezialisierte Ketten oder kooperieren in Verbünden. In diesen größeren Einrichtungen arbeiten Radiologen immer häufiger mit Nuklearmedizinern und gelegentlich auch mit Fachärzten für Strahlentherapie zusammen und erzielen hierbei positive Skaleneffekte. Die Konsolidierung in diesem Segment ist jedoch anspruchsvoll, da es Zeit braucht, um größere Einheiten zu bilden. Übernahmen erfolgen vorwiegend innerhalb der Fachgruppe und sind hauptsächlich wirtschaftlich motiviert.

Für die Medizintechnikhersteller bietet das Informationssystem „Atlas Medicus“ einen umfassenden Marktüberblick und eine qualifizierte Vertriebsunterstützung. Basierend darauf, soll der Fachbereich Radiologie zu einem eigenständigen Themengebiet, also zu einem „Atlas Radiologie“, ausgebaut werden. Die Plattform soll als Vertriebs- und modernes Marketinginstrument dienen, fachliche Inhalte für das Onlinemarketing liefern, regionale Potenziale aufzeigen und damit eine qualifizierte Leadgenerierung unterstützen.

Für die Umsetzung des Projekts möchte Rebmann Research derzeit Partner gewinnen, die ein Interesse am Themenfeld haben.

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