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Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik / BVMed Qualitäts- und Sicherheitsinitiative Endoprothetik

| Autor / Redakteur: Autor | Peter Reinhardt / Peter Reinhardt

Allein in Deutschland erhalten jährlich rund 400.000 Menschen ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk. Bei jedem einzelnen dieser Eingriffe entscheidet das Zusammenwirken von Technik und Fähigkeit des Operateurs, das Verhalten des Patienten sowie Design und Qualität des verwendeten Implantat über den Erfolg oder Misserfolg.

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Bereit für einen konstruktiven Schlagabtausch: Manfred Beeres (BVMed), Volker Kauder (CDU), Prof. Carsten Perka (Charité, Berlin), Prof. Michael M. Morlock (TU Hamburg-Harburg), Marc D. Michel (Peter Brehm GmbH).
Bereit für einen konstruktiven Schlagabtausch: Manfred Beeres (BVMed), Volker Kauder (CDU), Prof. Carsten Perka (Charité, Berlin), Prof. Michael M. Morlock (TU Hamburg-Harburg), Marc D. Michel (Peter Brehm GmbH).
(Bild: BVMed)

Wo die Schwachstellen liegen, das haben Experten auf einer Pressekonferenz zum Kongress „Qualitäts- und Sicherheitsinitiative Endoprothetik“ am 26. September in Köln diskutiert. Parallel dazu hat der der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder Stellung zum Zulassungssystem für Medizinprodukte bezogen.

Implantationstechniken selbstkritisch reflektieren

„Wenn heute bei Patienten mit Implantaten Probleme auftreten, so sind diese in der Mehrzahl der Fälle nicht auf das Design oder das Material des Implantats, sondern auf den Operateur oder den Patienten zurückzuführen.“ Das Statement von Prof. Dr. Michael M. Morlock, Leiter des Institutes für Biomechanik an der Technischen Universität Hamburg-Harburg, ist eindeutig.

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„Die Implantationstechniken sollten durchaus selbstkritisch reflektiert werden, da jüngste Daten höhere Wechselnotwendigkeiten insbesondere in den ersten beiden Jahren nach der Operation zeigen, was die Bedeutung einer exakten Implantationstechnik unterstreicht“, räumt Prof. Dr. med. Carsten Perka vom Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité Berlin ein. Doch der Mediziner versäumt nicht, auch auf die veränderte Erwartungshaltung der Patienten an den Gelenkersatz hinzuweisen: „Der Anspruch an die Lebensqualität in der Bevölkerung nimmt auch im hohen Alter weiter dramatisch zu.“ Ziel der Patienten sei die vollständige Wiederherstellung der Belastbarkeit, auch im Rahmen sportlicher Betätigungen

Auf positive Ansätze in der gemeinsamen Qualitätssicherung des Gelenkersatzes in Deutschland verweist Marc D. Michel, Sprecher des BVMed-Fachbereichs Endoprothetik und Geschäftsführer des Herstellers Peter Brehm. „Über 95 Prozent der Hüftimplantate haben eine Lebensdauer von mehr als zehn Jahren und mit weniger als 2 Prozent ist die Komplikationsrate sehr gering.“

Experten befürworten Endoprothesenregister

Michel sieht das Endoprothesenregister (EPRD), das sich derzeit in der Einführungsphase befindet, als zentrales Element, um die Ergebnisqualität der endoprothetischen Versorgung zu messen und zu verbessern. Mit der zusätzlichen Initiative Endo-Cert könnten sich darüber hinaus Kliniken, die Gelenkersatz implantieren, zertifizieren lassen. Endo-Cert verlange eine intensive und ausführliche Einweisung aller an der Operation beteiligten Mitarbeiter in die jeweiligen Implantatsysteme. Das unterstütze die Industrie-Devise „Keine Anwendung ohne Training“, so Michel. Für die Unternehmen sei es besonders wichtig, dass im Register die Gründe für Wechseloperationen erfasst werden. „Die Unternehmen erwarten sich vor allem valide Aussagen über die Ergebnisqualität von Operationstechniken und modernen wie traditionellen Endoprothesenkonzepten.“

Dem stimmt Mediziner Perka im Grunde zu: „Das Ausmaß sportlicher Betätigungen stellt neue Anforderungen an die Entwicklung und die Testverfahren der Implantate.“ Künftig solle über Register überprüft werden, ob Neuentwicklungen eine Verbesserung der Lebensqualität und der Standzeit darstellen.

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