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KNF Neuberger

Pumpenhersteller KNF setzt auf Innovation und Digitalisierung

| Redakteur: Peter Reinhardt

Auf der Compamed 2019 präsentiert KNF die Pumpen NPK 012 und FP 400. Doch neben neuen Produkten hat KNF zuletzt vor allem am Thema Digitalisierung gearbeitet. Dazu hat Devicemed den Inhaber und CEO der KNF Gruppe, Martin Becker, befragt.

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Bei KNF in Freiburg entstehen nicht nur Produkte, die bereit sind für die Digitalisierung. Das Unternehmen hat jüngst sämtliche dafür in Frage kommenden internen und externen Prozesse digitalisiert.
Bei KNF in Freiburg entstehen nicht nur Produkte, die bereit sind für die Digitalisierung. Das Unternehmen hat jüngst sämtliche dafür in Frage kommenden internen und externen Prozesse digitalisiert.
(Bild: KNF Neuberger)
  • Produkte für hoch technologisierte Branchen
  • Erste Flüssigkeitspumpe mit fünf Membranen horizontal in einer Ebene
  • Datenaustausch und Nutzung gemeinsamer Plattformen werden noch wichtiger

Herr Becker, eher klassische Produkte wie Pumpen und der Mega­trend Digitalisierung, wie passt das zusammen?

Dieser Megatrend betrifft alle. Eine Pumpe mag aus Perspektive der Technikreife als „klassisch“ gelten, aber in der Verwendung verlassen wir diese Kategorie doch deutlich. Mit unseren Produkten bewegen wir uns in hoch technologisierten Branchen, die sehr stark unter dem Einfluss der Digitalisierung stehen. Hier treffen wir damit auf Datentransparenz für die optimale Steuerung des Systems, sowie die stetige Vereinfachung der Gerätebedienung für den Nutzer.

Was genau haben Sie in Sachen Digitalisierung unternommen?

Wir haben eine Digitalstrategie für die KNF Gruppe entwickelt. Fundament ist die Bereitstellung einer Umgebung, die mit modernster Hard- und Software die Arbeit in interdisziplinären und weltweit verteilten Teams perfekt unterstützt und ihnen Daten und Informationen jederzeit ortsunabhängig bereitstellt. Ein unternehmensinterner Social-Media-Kanal beschleunigt den Austausch von Ideen und Erfahrungen. Für das Management der Veränderungsprozesse haben wir das KNF Digital Acceleration Center (DAC) in Hamburg gegründet.

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Und wie profitieren davon Ihre Kunden?

Unsere Kunden werden zukünftig von vereinfachten Geschäftsprozessen profitieren. Mit der Digitalisierung bietet sich viel Raum für die Automatisierung von Routineprozessen. Dadurch gewinnen wir mehr Zeit für den Austausch von Mensch zu Mensch, und damit für unser Kerngeschäft, den kundenspezifisch angepassten Pumpen.

Wie wird die Digitalisierung die Zusammenarbeit von Herstellern und Lieferanten weiter verändern?

Vermutlich wird der Datenaustausch und die Nutzung gemeinsamer Plattformen noch wichtiger werden – während der Spezifikation oder zur effizienten Organisation von Bestellung und Logistik. Gut vorstellen kann ich mir auch eine Echtzeitüberwachung in den Endgeräten der Kunden, im Kontext des Lebenszyklus der Pumpe – und somit zum Beispiel zum Zwecke der prädiktiven Instandhaltung.

Der Fragen stellte Chefredakteur Peter Reinhardt.

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Messeneuheit: Flüssigkeitspumpe mit fünf Membranen horizontal in einer Ebene

Vor fachkundigem Publikum aus der Medizintechnik feiert die Membran-Flüssigkeitspumpe FP 400 auf der Messe Compamed 2019 Premiere. Bei dieser ist es KNF erstmals gelungen, fünf Membranen horizontal in einer Ebene anzuordnen. Damit erreicht die FP 400 saug- und druckseitig eine sehr geringe Pulsation. „Mit Werten, die konstruktionsbedingt bislang der Zahnradpumpentechnik vorbehalten waren, verfügt die FP 400 über ein echtes Alleinstellungsmerkmal“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Die neue FP 400 erreicht saug- und druckseitig eine sehr geringe Pulsation.
Die neue FP 400 erreicht saug- und druckseitig eine sehr geringe Pulsation.
( Bild: KNF Neuberger )

Bisher üblicherweise erforderliche Sekundärmaßnahmen zur Pulsationsvermeidung entfallen damit. Weiterhin kommen die mit der Membranpumpentechnik verknüpften Funktionsvorteile zum Tragen:

  • selbstansaugend
  • trockenlaufsicher
  • wartungsfrei

Mit einer Förderleistung von bis zu 4,4 l/min und besagter Laufruhe qualifiziert sich die neue Pumpe für viele Anwendungsmöglichkeiten im medizinischen Bereich. Ideal geeignet ist die Messeneuheit für die Zirkulation von Flüssigkeiten – zum Beispiel in Geräten für das Temperaturmanagement. Das kann beispielsweise die Kühlung von medizinischen Lasern oder Röntgengeräten betreffen. Sie kann aber auch in lebenswichtigen Unterstützungssystemen zur Stabilisierung der Körperkerntemperatur von Patienten eingesetzt werden. Mit der niedrigen Pulsation einher geht auch ein angenehmes, weil leises und vibrationsarmes, Betriebsverhalten der Pumpe.

Die außerordentliche Laufruhe in Kombination mit einer Saughöhe von 3 mH2O ermöglicht die problemlose Handhabung sowohl von viskosen als auch von sehr dünnflüssigen Medien. Aggressive Medien sind ebenfalls kein Problem, da die medienberührenden Pumpenkomponenten chemiefest ausgelegt sind. Als Werkstoffe stehen wie bei KNF üblich EPDM, PTFE und FFKM zur Auswahl.

Nicht zuletzt reduziert die Fünf-Membranen-Konstruktion die auftretenden Scherkräfte noch einmal deutlich. Das schont empfindliche Medien und verlängert zudem die Lebensdauer der Pumpe. Die FP 400 verfügt über die Schutzart IP65. Ihr maximaler Betriebsüberdruck liegt bei 10 mH2O.

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