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Vorhofflimmern behandeln Nachwuchsforscher erhält Klee-Preis für neues Verfahren

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE, DGBMT, hat Frank Michael Weber mit dem Klee-Preis ausgezeichnet. In seiner Dissertation stellt Weber neue Methoden vor, um elektrische Signale aus dem Vorhof des Herzens quantitativ auszuwerten und daraus wichtige Modellparameter zu bestimmen.

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Frank Michael Weber arbeitet im Philips Forschungslabor Hamburg als Research Scientist und forscht im Bereich der medizinischen Bildverarbeitung sowie an biophysikalischen Simulationen des Herzens
Frank Michael Weber arbeitet im Philips Forschungslabor Hamburg als Research Scientist und forscht im Bereich der medizinischen Bildverarbeitung sowie an biophysikalischen Simulationen des Herzens
(Bild: VDE)

Damit soll die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern, an der allein in Deutschland über eine Million Menschen leiden, noch gezielter behandelt werden. Gemeinsam mit der Stiftung Familie Klee vergibt die VDE-DGBMT jährlich den mit 5.000 Euro dotierten Preis an Autoren wissenschaftlicher Arbeiten mit den Schwerpunkten Biomedizinische Technik als interdisziplinäres Fach, ingenieurwissenschaftliche Lösungen aktueller klinischer Probleme sowie naturwissenschaftliche Beiträge für Diagnostik oder Therapie.

Vorhofflimmern gezielt behandeln

Computersimulationen des Vorhofes können zum Verständnis und zur besseren Behandlung von Vorhofflimmern beitragen. Um Aussagen über einzelne Patienten zu erhalten, reicht es aber nicht, das bisher meist verwendete Modell eines Durchschnittsmenschen zu verwenden. Vielmehr müssen die Simulationsparameter maßgeschneidert an den individuellen Patienten angepasst werden.

Die Untersuchungszeit verkürzen

Dazu lieferte die Dissertation von Frank Michael Weber wichtige Beiträge. Kardiologen des Städtischen Klinikums Karlsruhe steuerten viele klinische Daten bei. An diesen ließ sich zeigen, dass Computersimulation und klinische Messung für typische Erregungsmuster sehr gut übereinstimmten. Da die von Frank Michael Weber entwickelten Methoden auf routinemäßig gemessenen Daten basieren, sind keine zusätzlichen Untersuchungen notwendig, welche die Behandlungszeit verlängern würden. Die mit den neuen Methoden mögliche genaue Auswertung der klinischen Daten zeigt auch, dass die Ausbreitungsgeschwindigkeit bei höheren Herzfrequenzen abnimmt. So kann der Arzt in Zukunft krankes Gewebe sehr schnell identifizieren und charakterisieren, was die Untersuchungszeit verkürzen und den Erfolg der Ablation erhöhen könnte.

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