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Cluster Medizintechnologie Mannheim

Medtech-Dialog diskutiert Medizintechnik der Zukunft

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Medizinprodukte entwickeln, die andere nicht entwickeln können

Zustimmung findet Finks These bei seinem Podiumskollegen Prof. Dr. Jan Stallkamp vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Der Leiter der Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie (PAMB) meint: „Wer das vermag, kann Produkte entwickeln, die andere nicht entwickeln können.“ Für Stallkamp als Mitarbeiter eines der bekanntermaßen industrienahen Fraunhofer-Institute gehört Interdisziplinarität quasi zum Tagesgeschäft. Für ihn ist sie naturgemäß weniger eine Hürde denn eine Chance für Unternehmen. Hürden sieht der Forscher dennoch, wenngleich sie für ihn, den Wissenschaftler, mehr im regulatorischen Umfeld zu finden sind: „Die Freiheit der Entwicklung wird oft durch Regularien begrenzt, weil die Anforderungen dieser Regularien zu hoch sind.“ Die „Spielwiese“, die es brauche, um neue Produkte zu entwickeln, „wird so klein, dass Dinge von vornherein nicht entwickelt werden.“ Auch oder vor allem wer Forschungsförderung beantrage, müsse am Ende immer ein Produkt abliefern.

Eine zusätzliche Hürde sehen die Diskutanten außerdem beim Thema Kostenerstattung. Companion Diagnostics, so der Tenor, bekomme man von der Kostenrückerstattung nicht finanziert. Deshalb müsste die Politik besser informiert, Patienten stärker mobilisiert werden, sonst habe man in zehn bis fünfzehn Jahren für Produkte, die man bis dahin entwickelt habe, keine Märkte. Eine weitere Flanke tut sich beim Vertrieb neuer, komplexer Medizinprodukte auf: Denn angestammte Vertriebsmitarbeiter müssen diese Produkte verkaufen, müssen im Zweifelsfall auch über Companion Diagnostics Bescheid wissen.

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