France
Suchen

Cluster Medizintechnologie Mannheim Medtech-Dialog diskutiert Medizintechnik der Zukunft

Autor / Redakteur: Autorin | Kathrin Schäfer / Kathrin Schäfer

„Die Zykluszeiten von Komponenten sind überhaupt nicht kompatibel mit den Zykluszeiten unserer Produkte“, so die Kritik eines Podiumsredners auf dem vierten Medtech-Dialog Anfang Dezember im Mannheimer Technoseum. Einen geeigneten Rahmen für die Veranstaltung hat die Ausstellung Herzblut geboten. Sie zeigt Medizintechnik aus den letzten Jahrhunderten – und von heute.

Firmen zum Thema

Gedämpftes Licht im Vortragssaal des Mannheimmer Technoseums: Yasmin Pavolovic von der Pricewaterhouse Cooper begrüßt die Teilnehmer des vierten Medtech-Dialogs. Noch sind die Stühle der Podiumsdiskussion leer.
Gedämpftes Licht im Vortragssaal des Mannheimmer Technoseums: Yasmin Pavolovic von der Pricewaterhouse Cooper begrüßt die Teilnehmer des vierten Medtech-Dialogs. Noch sind die Stühle der Podiumsdiskussion leer.
(Bild: Schäfer)

Ein Narkosegerät von 1948 – und der Anästhesiearbeitsplatz Perseus A500 von Drägerwerk aus dem Jahr 2012. Ein Holzrollstuhl aus den 1940er Jahren und der Rollstuhl Sopur Helium von Sunrise Medical aus dem Jahr 2013. Eine Injektionsspritze mit austauschbarem Glaszylinder aus den 1950er Jahren und eine Einwegspritze von BBraun von 2013. Vergangenheit und Gegenwart treffen sich auf der Medizinausstellung Herzblut, die noch bis 7. Juni 2015 im Technoseum in Mannheim läuft – und verweist an vielen Stellen auch schon auf die Zukunft der Medizintechnik.

Das Cluster Medizintechnologie Mannheim ist Anlaufstelle für Medtech-Unternehmen

Dort, zwischen nachgebautem Röntgenraum und Operationssaal, hat im Dezember auch der vierte Medtech-Dialog stattgefunden. Denn der Raum Mannheim ist ein Cluster für Medizintechnik. Nun ja, mag man denken, dass Roche Diagnostics in Mannheim sitzt, oder Maquet im benachbarten Rastatt, macht aus der Region noch kein Cluster. Doch es sind tatsächlich gut 70 Unternehmen mit rund 9.500 Beschäftigten alleine innerhalb der Stadtgrenzen Mannheims, und noch weit mehr, die grob gesagt zwischen Bad Homburg und Karlsruhe, zwischen Kaiserslautern und Heidelberg als Zulieferer oder Endhersteller für die Medizintechnik tätig sind.

Geschätzte 100 Teilnehmer haben sich denn auch am 9. Dezember zu besagtem Medtech-Dialog eingefunden, um über Wachstumschancen, Hürden und Trends in der personalisierten Medizin zu diskutieren, die Ausstellung Herzblut zu besuchen und nebenbei auch noch mit Vertretern der IHK Rhein-Neckar, des Fraunhofer IPA oder Elmar Bourdon, dem Manager des Clusters Medizintechnologie Mannheim, zu netzwerken.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 14 Bildern

Podiumsdiskussion „Personalisierte Medizin“ offenbart Hürden und Wachstumschancen

Neben einer Führung durch die Ausstellung und eines Vortrags des Mitveranstalters Pricewaterhouse Coopers ist es die Podiumsdiskussion am Nachmittag, die die meisten Erkenntnisse über das Thema personalisierte Medizin zu Tage fördert. Sie trägt den Titel „Personalisierte Medizin: Wachstumschancen nutzen, Hürden erkennen, Fehler vermeiden“, und so ist es Alexander Fink von der Metecon GmbH, der auf eine Hürde gerade für die mittelständisch geprägte Medizintechnikbranche hinweist. Demnach sind laut Fink bei der Entwicklung neuer Produkte wie für die personalisierte Medizin Kooperationen zwischen Unternehmen überaus wichtig.

Jedoch: „Das klassische Mittelstandsunternehmen ist ein relativ geschlossenes System. Das erfordert ein reguliertes Umgehen mit Geschäftspartnern.“ Sein Rat: Lasse ein Medizintechnikunternehmen beispielsweise extern eine Software entwickeln, so müsse es unbedingt auch Zugang zu deren Quellcode haben. Bei Problemen müssten Partnerunternehmen Dinge offenlegen, die sie sonst nie offenlegen würden. Hinzu komme beispielsweise im Falle der Softwareentwicklung: „Der ITler braucht eine besondere Ansprache“, so Fink. Will meinen: Wer interdisziplinär neue Produkte entwickelt, muss lernen, nicht nur miteinander zu kooperieren, sondern auch zu kommunizieren. Und Dr. Ludger Bodenbach, Leiter R&D Point-of-Care bei Roche Diagnostics, bestätigt: „Bei interdisziplinären Projekten müssen beide einander gut zuhören“. Finks Tipp: „Man muss Mitarbeiter ins Unternehmen holen, die Gemeinschaftsprojekte beleben können.“

(ID:43145546)