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Industrieverbände-Zielbild 2025 „Medizintechnik-Standort Deutschland stärken“

Redakteur: Kristin Breunig

In der Corona-Krise wird die Bedeutung der Medizintechnik besonders deutlich. Die mittelständisch geprägte deutsche Medizintechnik-Branche steht für Wertschöpfung, Exportstärke und ist Arbeitgeber von über 200.000 Arbeitnehmern. Damit das so bleibt, appellieren der BV-Med, Spectaris und ZVEI in ihrem gemeinsamen Positionspapier „Zielbild Medizintechnik 2025“ an die Politik.

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„Deutschland muss ein starker Medizintechnikstandort sein und bleiben“, erklären die drei Medizintechnik-Branchenverbände BV-Med, Spectaris und ZVEI.
„Deutschland muss ein starker Medizintechnikstandort sein und bleiben“, erklären die drei Medizintechnik-Branchenverbände BV-Med, Spectaris und ZVEI.
(Bild: BV-Med)

Insgesamt fünf Handlungsfelder entlang der Wertschöpfungskette zeigen die Wirtschaftsverbände BV-Med, Spectaris und ZVEI auf, für eine innovative, wirtschaftlich gesunde und international wettbewerbsfähige deutsche Medizintechnikbranche 2025 und darüber hinaus. Hierzu brauche es eine koordinierte industriepolitische Unterstützung der Branche, um strukturelle Reformen anzupacken: Getrennte Ressortzuständigkeiten für Gesundheit, Forschung und Wirtschaft verhindern bislang eine politische Gesamtstrategie für die Medizintechnik. Ihre komplexen Belange in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Regulierung, Produktion und Marktzugang gehen dabei zu oft unter. Die Verbände schlagen neben einem strategischen „Med-Tech-Dialog“ unter Einbindung der drei Bundesministerien für Wirtschaft, Forschung und Gesundheit zudem eine digitale Bestandsplattform versorgungskritischer Medizinprodukte, eine bessere Förderung klinischer Studien sowie einen Zugang der Unternehmen zu Gesundheitsforschungsdaten vor.

„Forschung und Produktion müssen für mittelständische Medizintechnik-Unternehmen am Standort Deutschland weiterhin möglich sein. Dafür müssen wir die Produktions- und Lieferketten stärken und smarte Lösungen unter Einbindung der MedTech-Industrie entwickeln", macht BV-Med-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll deutlich.

Potenzial Digitalisierung

Besonderes Potenzial sehen die Verbände in der Digitalisierung: „Die digitalen Möglichkeiten müssen auch in der Medizintechnik stärker in die deutsche Gesundheitswirtschaft integriert werden“, so Hans-Peter Bursig, ZVEI-Fachverbandsgeschäftsführer Elektromedizinische Technik. „Wir müssen die Voraussetzungen für einen Datenraum Gesundheit schaffen, die Einbindung in den European Health Data Space gewährleisten und so einen rechtssicheren Zugang zu diesen Daten auch für die Industrie erreichen.“ Anonymisierte Gesundheitsdaten für die kommerzielle Forschung, Entwicklung und Innovationen spielten eine immer wichtigere Rolle.

Regularische Hürden

Dass Herstellungsprozesse und der Marktzugang in der EU für die Medizintechnik immer komplexer werden, sehen die Verbände auch aufgrund steigender regulatorischer Anforderungen: „Die Medizintechnik-Branche hat mit einer seit Jahren ansteigenden Flut an Regulierungen zu kämpfen, nicht zuletzt durch die Medical Device Regulation (MDR), deren bürokratischer Mehraufwand nicht immer zu zusätzlicher Patientensicherheit beiträgt. Diesem Trend gilt es mit dem politischen Willen zu begegnen, jede neue Regulierung auch an ihren Auswirkungen auf die Wettbewerbs- und Innnovationsfähigkeit unserer Hightech-Industrie zu messen“, betont Dr. Martin Leonhard, Vorsitzender der Medizintechnik im Deutschen Industrieverband Spectaris.

Fazit

Ziel müsse sein, den Medizintechnikindustriestandort Deutschland dauerhaft zu stärken. Die Vorstellung des Zielbildes ist der Auftakt für einen politischen Diskurs, der in der nächsten Legislaturperiode fortgeführt und intensiviert wird.

Das Zielbild Medizintechnik 2025 kann kostenlos heruntergeladen werden.

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