Suchen

Eigenkapitalquote

Marktanalyse zur Finanzierung von Medizintechnik-Unternehmen

| Redakteur: Peter Reinhardt

Deutsche Medizintechnikunternehmen setzen auf Eigenkapitalfinanzierung, erfolgreiche verfügen dabei über besonders hohe Eigenkapitalquoten. Das zeigt eine aktuelle Marktanalyse.

Firmen zum Thema

Professor Dr. Christian Koziol, Eberhard Karls Universität Tübingen: „Die analysierten Daten zeigen, dass sich Medizintechnik-Unternehmen bevorzugt über Eigenkapital finanzieren und damit ihre Unabhängigkeit von eher risikoscheuen Fremdkapitalgebern erhöhen möchten.“
Professor Dr. Christian Koziol, Eberhard Karls Universität Tübingen: „Die analysierten Daten zeigen, dass sich Medizintechnik-Unternehmen bevorzugt über Eigenkapital finanzieren und damit ihre Unabhängigkeit von eher risikoscheuen Fremdkapitalgebern erhöhen möchten.“
(Bild: privat)

Im Jahr 2014 hatten die untersuchten Unternehmen der Medizintechnikbranche eine Eigenkapitalquote von fast 55 Prozent. Im gesamten Untersuchungszeitraum liegt sie deutlich über den Vergleichswerten der meisten anderen Branchen – der Durchschnitt der 30 DAX-Unternehmen lag 2013 bei 31,3 Prozent. „Die analysierten Daten zeigen, dass sich Medizintechnik-Unternehmen bevorzugt über Eigenkapital finanzieren und damit ihre Unabhängigkeit von eher risikoscheuen Fremdkapitalgebern erhöhen möchten“, erklärt Professor Dr. Christian Koziol von der Eberhard Karls Universität Tübingen, der die Marktanalyse in Kooperation mit der SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement durchgeführt hat, und wertet das als „ein klares Vertrauensvotum für die Finanzierung durch Eigenkapital.“

Ergänzendes zum Thema
Über die Studie Finanzierungsverhalten von Medizintechnik-Unternehmen

In Kooperation mit der SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement hat Professor Dr. Christian Koziol von der Eberhard Karls Universität Tübingen eine Analyse zum Finanzierungsverhalten der Medizintechnikbranche in Deutschland durchgeführt. Der Finanzierungsexperte hat dafür die Eigenkapitalentwicklung von mehr als 300 Unternehmen im Zeitraum von 2007 bis 2014 analysiert und untersuchte die Medizintechnik-Unternehmen auf Grundlage von deren Jahresabschlüssen in Bezug auf Eigenkapital, Fremdkapital, Bilanzsumme und Jahresüberschuss.

Bildergalerie

Profitable Medtech-Unternehmen haben hohe Eigenkapitalquoten

Insbesondere die größten und profitabelsten Medizintechnikunternehmen verfügen dabei über besonders hohe Eigenkapitalquoten. „Diesen Unternehmen fällt es leichter, die tatsächlich gewünschte Finanzierungsform zu realisieren, und sie entscheiden sich für eine Erhöhung des Eigenkapitals – trotz der Vorteile, die eine Fremdkapitalfinanzierung für bestehende Investoren bedeuten kann“, führt Koziol weiter aus.

Lediglich in Phasen eines starken Wachstums – bei einer schnellen und deutlichen Erhöhung der Bilanzsumme – steigt die Fremdkapitalquote bei den untersuchten Unternehmen an. Sie sinkt aber in den dann folgenden Jahren wieder ab, wenn sich das rasche Wachstum verlangsamt. In mehr als der Hälfte der Fälle steigt die Eigenkapitalquote danach sogar auf ein höheres Niveau als vor dem Wachstumsschub.

Wachstumsorientierte Medtech-Unternehmen wollen hohen Eigenkapitalanteil

„Die Marktanalyse deckt sich mit den Erfahrungen, die wir als Medizintechnikinvestor machen. Denn auch wir verzeichnen eine steigende Zahl an Eigenkapitalanfragen. Besonders innovative und wachstumsorientierte Medizintechnikunternehmen haben großes Interesse an einem hohen Eigenkapitalanteil. Vor allem um Forschung und Entwicklung voranzutreiben, scheinen Eigenkapitalgeber als geeignete Partner wahrgenommen zu werden“, ergänzt Hubertus Leonhardt, Managing Partner bei der SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement.

Lesen Sie auch

Weitere Artikel zur Führung von Medtech-Unternehmen finden Sie in unserem Themenkanal Management.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44551414)