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Top 100 des Jahres 2020 Innovative Mittelständler bekommen Top 100-Siegel / Sechs Medtech-Unternehmen ausgezeichnet

| Redakteur: Julia Engelke

Sie sind die Innovationselite des deutschen Mittelstands: Zum 27. Mal erhalten die innovativsten mittelständischen Unternehmen Deutschlands das Top 100-Siegel. Seit dem 19. Juni dürfen die ausgezeichneten Firmen das Siegel tragen. Im Vorfeld haben die siegreichen Mittelständler ihre Innovationskraft im Rahmen einer unabhängigen wissenschaftlichen Analyse unter Beweis gestellt.

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Die ausgezeichneten Unternehmen dürfen sich in diesem Jahr wieder über die Top-100-Trophäe freuen.
Die ausgezeichneten Unternehmen dürfen sich in diesem Jahr wieder über die Top-100-Trophäe freuen.
(Bild: Compamedia)
  • Vergabe des Siegels in drei Größenklassen unterschiedlicher Mitarbeiteranzahl
  • Umsatzwachstum: Marktneuheiten und Innovationen als Vorantreiber
  • Wahl des „Innovator des Jahres“ innerhalb der drei Größenklassen
  • Sechs Medtech-Unternehmen unter den Top 100

364 Unternehmen bewarben sich um das Top 100-Siegel. 257 davon waren in drei Größenklassen (maximal 100 pro Größenklasse) erfolgreich. Sie überzeugten den Innovationsforscher Prof. Dr. Nikolaus Franke und sein Team und erhalten die Top 100-Auszeichnung. „Die Innovationserfolge der Top 100 sind beachtlich“, sagt Franke, der wissenschaftliche Leiter des Wettbewerbs. Die siegreichen Unternehmen seien systematisch auf die Fähigkeit zur Innovation ausgerichtet. „Die Innovationserfolge zeigen die positive Wirkung eines guten Innovationsklimas und innovationsorientierter Strukturen und Methoden“, erläutert der Forscher weiter.

Die Top 100-Unternehmen unterzogen sich rund 120 Prüfkriterien. Sie legten beispielsweise dar, wie sie Innovationsprozesse im Unternehmen organisieren, wie sie das Arbeitsumfeld der Mitarbeiter gestalten, damit diese kreativ sein können, oder auch, welche Innovationsstrategien sie verfolgen. Damit alle Unternehmen die gleichen Chancen haben, wird das Siegel in drei Größenklassen vergeben: bis 50 Mitarbeiter, 51 bis 200 Mitarbeiter und mehr als 200 Mitarbeiter.

Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar, Mentor des Wettbewerbs, ist beeindruckt von den Top 100. „Die Innovationskraft dieser Mittelständler bildet einen Gegenpol zur Shareholder-Value-Orientierung und Plattformökonomie, die ihre Leistungserbringer oft ausnutzt, und vor allem an den Daten der Kunden interessiert ist.“ Die Innovationen der Top 100 hingegen seien Ausdruck einer Wir-Kultur. „Den Mittelständlern geht es um die langfristige Zukunftssicherung, nicht um die nächsten Quartalszahlen.“

Innovation macht sich bezahlt – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Das Umsatzwachstum der ausgezeichneten Unternehmen liegt 22,7 Prozent über dem Branchenschnitt. 36,8 Prozent ihres Umsatzes erzielen die Top-Innovatoren dabei mit Marktneuheiten oder innovativen Verbesserungen. In den Jahren 2016 bis 2018 meldeten alle 257 Top 100-Unternehmen insgesamt 4.584 Patente an.

Sechs Medtech-Unternehmen ausgezeichnet

  • Baldus Medizintechnik fertigt Lachgassedierungssysteme. Das Koblenzer Unternehmen exportiert diese Innovation in 35 Länder weltweit.
  • Heraeus Medical Components entwickelt Produkte für minimalinvasive Eingriffe. Das Dresdner Unternehmen hat sich auf die Entwicklung komplexer Kathetersysteme spezialisiert und bietet seinen Kunden Unterstützung an auf dem Weg von der Neuentwicklung eines medizintechnischen Produkts bis zur Zulassung.
  • Kettenbach entwickelt, fertigt und vermarktet qualitativ herausragende Medizinmaterialien und -produkte made in Germany. Mit ihren wegweisenden Erzeugnissen aus den Geschäftsfeldern „Dental“ und „Medical“ hat sie sich jeweils als weltweiter Marktführer etabliert.
  • MedTec Medizintechnik entwickelte die patentierte MBST-Kernspinresonanztechnologie. Der Firmengründer Axel Muntermann entdeckte die positive Wirkung, die durch Energieübertragung in organisches Gewebe unter Resonanzbedingungen ausgelöst wird, die molekulare biophysikalische Stimulation. Darauf aufbauend entwickelte man die ersten MBST-Kernspinresonanz­therapiegeräte – eine beispielhaft disruptive Innovation.
  • MMM Münchener Medizin Mechanik bietet ganzheitliche Systemlösungen für die Aufbereitung von Medizinprodukten.
  • Weber Instrumente, Spezialist für OP-Werkzeuge, entwickelt Innovationen in enger Kooperation mit seinen Kunden, den großen Implantateherstellern, und schafft zugleich einen rechtssicheren Rahmen für die Produkte.

Die Sieger der Top 100 2020

In einer weiteren Auswahlrunde kürte die Top 100-Jury für jede Größenklasse den „Innovator des Jahres“, also den Besten unter den Besten. Die Jury hatte dabei die Wahl aus den drei besten Unternehmen pro Größenklasse.

In der Größenklasse A (bis 50 Mitarbeiter) sicherte sich die Tesvolt GmbH den Titel „Innovator des Jahres 2020“. Mit ihren Stromspeichern und Batteriemanagementsystemen versorgt das Wittenberger Unternehmen Wasserpumpen im Osten Ruandas rund um die Uhr mit Strom und stellt die Energieversorgung auf australischen Avocadoplantagen ebenso sicher wie auf norwegischen Lachsfarmen. Ob im Netzparallelbetrieb oder vollkommen autark, ob als Notstromabsicherung oder zur Lastspitzenkappung – die innovativen Speichersysteme haben weltweit einen handfesten Nutzen.

Die Wahl der Top-100-Jury fiel in der Größenklasse B (51 bis 200 Mitarbeiter) auf die Kapilendo AG. Die Juroren zeigten sich beeindruckt von der innovativen Führung und dem innovationsfördernden Klima. Auf der Bankingplattform des Mittelständlers erhalten Interessenten ein Komplettangebot: Finanzierung, Wertanlage und digitale Vermögensverwaltung, gesteuert über ein selbst entwickeltes Emissionsprotokoll und basierend auf der technischen Infrastruktur der Blockchain. Das ist nicht einfach nur neu. Laut Vorstand Christopher Grätz ist das die Revolution der Kapitalbeschaffung für kleine und mittelgroße Firmen in Deutschland.

In der Größenklasse C (mehr als 200 Mitarbeiter) überzeugte va-Q-tec die Jury durch die gelungene Kombination aus Forscher- und Unternehmergeist. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat sich das Unternehmen unter Gründer Dr. Joachim Kuhn mehrmals neu erfunden und wandelte sich vom reinen Dämmstoffspezialisten zum Thermologistik-Dienstleister.

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