Universitätsmedizin Mainz

Individuelle Knieimplantate aus dem 3D-Drucker

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Im Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mainz kommen jetzt Knieimplantate zum Einsatz, die individuell auf die Anatomie des Patienten abgestimmt sind. Hier zu sehen: die Oberschenkelknochen zweier Patienten mit jeweils individuellen Knieimplantaten aus der Perspektive von oben, von der Seite und von hinten.
Im Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mainz kommen jetzt Knieimplantate zum Einsatz, die individuell auf die Anatomie des Patienten abgestimmt sind. Hier zu sehen: die Oberschenkelknochen zweier Patienten mit jeweils individuellen Knieimplantaten aus der Perspektive von oben, von der Seite und von hinten. (Bild: Conformis Inc. Bedford/USA)

Das Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie (ZOU) der Universitätsmedizin Mainz setzt bei der Behandlung von Kniearthrose auf ein neues Verfahren: die Implantation von patientenindividuellen Knieimplantaten. Diese werden für jeden Patienten persönlich maßgefertigt.

Durch das neue Verfahren bleibe bei der Operation mehr Knochenersatz vorhanden, heißt es in einer Pressemeldung der Universitätsmedizin Mainz. Es wirke vielversprechend, denn es bringe einerseits eine schnellere Genesung mit sich und andererseits ein natürlicheres Kniegefühl und bessere Bewegungsmöglichkeiten, so das Ergebnis verschiedener wissenschaftlicher Studien, die jüngst auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) vorgestellt wurden.

Maßgeschneiderte Kniegelenksysteme ...

Im Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie (ZOU) der Universitätsmedizin Mainz kommen deshalb jetzt Knieimplantate zum Einsatz, die individuell auf die Anatomie des Patienten abgestimmt sind. „Diese neue Technik ist zukunftsweisend“, sagt Univ.-Prof. Dr. Philipp Drees, stellvertretender Direktor des ZOU und Leiter Orthopädie und Rheumaorthopädie, und fügt hinzu: „Bei einem traditionellen Kniegelenkersatz muss der Chirurg oft Kompromisse bei der Größenanpassung an das Gelenk machen und einen erheblichen Teil gesunden Knochenmaterials am Ober- und Unterschenkel entfernen. Neue, individuelle Kniegelenksysteme werden dagegen schon vor der Operation für jeden Patienten maßgefertigt; der Knochenverlust reduziert sich damit auf ein Minimum.“

... und Operationsinstrumente

Um individuelle Knieimplantate herzustellen, bedarf es im ersten Schritt computertomografischer (CT)-Aufnahmen des von Arthrose betroffenen Knies. Diese Bilddaten sendet die Klinik zum Hersteller nach Bedford in der Nähe von Boston (USA). Dort wird mit Hilfe von 3D-Druckern und Computertechnik das individuelle Knieimplantat für den Patienten angefertigt. Des Weiteren stellt das in Boston beheimatete Unternehmen speziell dazugehörige Operationsinstrumente her, die zusammen mit dem individuellen Knieimplantat ein einzigartiges, nur für den jeweiligen Patienten gefertigtes System bilden. Nach etwa fünf Wochen erhält die Klinik das Implantat mit den Operationsinstrumenten. „Das Knieimplantat und der Knochen des Patienten passen folglich bereits vor Beginn der Operation nahezu perfekt zueinander“, so Prof. Drees.

Die patientenindividuellen Implantate gibt es als Teil- oder Total-Kniegelenkersatz. „Sie sind für die meisten an Kniearthrose leidenden Menschen geeignet, bei denen die Bein-Fehlstellung nicht mehr als 15 Grad beträgt und ergänzen damit auf perfekte Weise unsere Möglichkeiten in der Behandlung der Arthrose“, unterstreicht Prof. Drees. Für welchen Patienten das maßgefertigte Implantat in Frage kommt, ist von der jeweiligen Indikation abhängig.

Zum Hintergrund: Arthrose gilt weltweit als die häufigste Gelenkerkrankung bei erwachsenen Menschen. Sie bezeichnet einen Gelenkverschleiß, der vorwiegend im höheren Lebensalter auftritt, mittlerweile häufig aber auch jüngere Menschen betrifft. So leiden insbesondere immer mehr ältere Menschen an Erkrankungen der Kniegelenke wie der Kniegelenksarthrose. Wirken konservative und gelenkerhaltende Behandlungen wie beispielsweise Physiotherapie, Muskelaufbautraining, physikalische Therapie oder Medikamente nicht mehr, kann ein künstliches Kniegelenk Arthrose-Patienten zu neuer Lebensqualität verhelfen. Doch wie sich das künstliche Knie im eigenen Körper anfühlt, hängt maßgeblich von der Art des Implantats ab.

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