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Resmed „In Deutschland haben wir aktuell keine Preissteigerungen“

| Redakteur: Peter Reinhardt

Als Hersteller von Beatmungsgeräten für den außerklinischen Gebrauch ist Resmed direkt vom Corona-getriebenen Nachfrageboom betroffen. Aber sind auch alle erforderlichen Komponenten verfügbar, steigen die Preise? Im Interview mit Devicemed gibt Geschäftsführerin Katrin Pucknat Antworten zum laufenden Betrieb.

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Katrin Pucknat, Präsidentin und Geschäftsführerin von Resmed Gemany: „Wenn branchenfremde Unternehmen versuchen, Medizingeräte herzustellen, verknappt das sowieso schon kaum erhältliche Komponenten. Unsere Bemühungen, den Produktionsausstoß zu erhöhen, würden so noch weiter erschwert.“
Katrin Pucknat, Präsidentin und Geschäftsführerin von Resmed Gemany: „Wenn branchenfremde Unternehmen versuchen, Medizingeräte herzustellen, verknappt das sowieso schon kaum erhältliche Komponenten. Unsere Bemühungen, den Produktionsausstoß zu erhöhen, würden so noch weiter erschwert.“
(Bild: Resmed )
  • Dreifache Fertigungskapazitäten für Beatmungsgeräte, zehnfache für Masken
  • Grenzschließungen und Beschränkungen im Cargo-Luftverkehr sind eine Herausforderung
  • Fertigung kritischer Medizintechnikkomponenten im Dialog mit branchenfremden Unternehmen

Frau Pucknat, kann Resmed die erhöhte Nachfrage kurzfristig bedienen?

Gegenwärtig arbeiten wir hart daran, die gestiegene Nachfrage wo immer möglich zu befriedigen und versuchen unsere Fertigungskapazitäten für Beatmungsgeräte zu verdreifachen und für Masken zu verzehnfachen. Allerdings kommen auch wir hier durch die rasch steigende Nachfrage weltweit an unsere Grenzen.

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Wie stabil ist Ihre Supply Chain? Wann bzw. wo befürchten Sie gegebenenfalls Versorgungsschwierigkeiten Ihrer Zulieferer?

Wir stehen im dauerhaften Austausch mit unseren Zulieferern aus der ganzen Welt und haben auch für kritische Komponenten immer mehr als nur einen Partner. Die aktuellen Grenzschließungen und Beschränkungen im Cargo-Luftverkehr sind für uns allerdings eine Herausforderung. Hier arbeiten wir aktiv mit unseren Partnern, und den Behörden der Regionen an Lösungen.

Speziell Träger von Atemschutzmasken beklagen zum Teil exorbitant gestiegene Preise für dringend benötigtes medizinisches Material. Hat Resmed seine Preise in Folge der Corona-Krise erhöht?

In Deutschland haben wir aktuell keine Preissteigerung unserer Produkte, allerdings hängt das maßgeblich davon ab, wie sich unsere Herstellungskosten entwickeln. Wenn Zulieferer auf einmal Preise vervielfachen oder grade Transportkosten um ein Vielfaches ansteigen, könnte sich das ab einem spezifischen Punkt auch auf die Preisgestaltung niederschlagen. Dies sollte jedoch immer transparent und fair geschehen – darauf legen wir Wert

Zum Schluss: Speziell die Automobilindustrie soll in der Krise kurzfristig auf die Fertigung von Beatmungsgeräten umstellen. Halten Sie das technisch wie regulatorisch für machbar bzw. sinnvoll? Sehen Sie Möglichkeiten, Kapazitäten der Autoindustrie zumindest als Zulieferer erfahrener Medtech-Hersteller zu nutzen?

Grundsätzlich ist es sinnvoll, alle Möglichkeiten auszuloten. Allerdings sehen wir das Problem eher darin, dass branchenfremde Unternehmen versuchen, selbst Geräte herzustellen. Das führt zu einer noch stärkeren Nachfrage nach sowieso schon kaum erhältlichen Komponenten. Unsere Bemühungen, den Produktionsausstoß zu erhöhen, würden so noch weiter erschwert. Worin wir jedoch eine große Chance sehen, ist der Dialog und eine mögliche Kooperation mit branchenfremden Unternehmen in der Frage der Fertigung kritischer Komponenten.

Die Fragen stellte Peter Reinhardt, Chefredakteur von Devicemed.

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