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Es knirscht: nach nur 10 Monaten schon wieder Führungswechsel bei Ottobock

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Keine zwölf Monate hat die Amtszeit von Ottobock-CEO Dr. Oliver Scheel gedauert. Nun wurde er vom Verwaltungsrat abberufen.

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Philipp Schulte-Noelle übernimmt interimistisch die Rolle des CEO von Ottobock.
Philipp Schulte-Noelle übernimmt interimistisch die Rolle des CEO von Ottobock.
(Bild: Alciro Theodoro da Silva / Ottobock)
  • CFO Philipp Schulte-Noelle übernimmt übergangsweise die Rolle des CEO
  • Börsengang von Ottobock vorbereiten

Der bisherige CFO Philipp Schulte-Noelle, selbst erst wenige Monate an Board, übernimmt ab sofort interimistisch die Rolle des CEO von Ottobock. Denn der Verwaltungsrat unter dem Vorsitz von Professor Hans Georg Näder hat beschlossen, den bisherigen CEO Dr. Oliver Scheel abzuberufen. „Der Mann ist schon wieder Geschichte. Eine neue Runde Stühlerücken ist angesagt“, kommentierte gestern ein Leser auf www.devicemed.de.

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Was ist da los? „Wir danken Oliver Scheel für sein Engagement, den Prozess von Ottobock in ein agiles, börsenfähiges Unternehmen anzuschieben. Als Berater des Hauses und als Geschäftsführender Direktor hat er seine herausragenden analytischen Fähigkeiten eingebracht und das Unternehmen mit vollem Einsatz vorangebracht“, so das eigentlich positive Fazit von Hans Georg Näder und Marcus Brennecke, der den Partner beziehungsweise Gesellschafter EQT im Verwaltungsrat vertritt. Das Finance Magazin munkelt, „der Spagat zwischen der Arbeit in einer Unternehmensberatung und den Eigenheiten eines traditionellen Familienunternehmens“ sei zu groß gewesen. Und zitiert Näder mit den Worten, es habe „kulturell im Unternehmen geknirscht“. Scheel hatte seine Stelle als CEO erst am 15. Januar 2018 angetreten. Zu seinen Verdiensten gehört, dass er im Mai die Stelle eines Chief Digital Officer geschaffen hat. Denn Scheel hatte IT zur Chefsache erklärt und mit Sarik Weber einen erfolgreichen Digitalunternehmer zu Ottobock geholt, der die digitale Transformation des Unternehmens vorantreibt. Und auch sonst ist der Orthopädiespezialist Ottobock an den Zukunftsthemen der Branche dran: Im Juni hat Ottobock die Mehrheit an dem Start-up Plus Medica OT übernommen, das 3D-gedruckte Orthesen vertreibt.

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Schulte-Noelle, der dem Führungsteam von Ottobock erst seit 15. August 2018 als CFO angehört, übernimmt jetzt zunächst zusätzlich die Aufgaben des CEO. Er wurde eingestellt, um den Börsengang des Unternehmens vorzubereiten. Gemeinsam mit den Geschäftsführenden Direktoren Ralf Stuch (Chief Sales & Marketing Officer), Dr. Andreas Goppelt (Chief Technology Officer) und Arne Jörn (Chief Operation Officer) soll er den eingeschlagenen Wachstumspfad weiterverfolgen.

2017 hatte Näder mit 20 Prozent der Anteile EQT als Gesellschafter in sein Unternehmen aufgenommen. Im Jahr 2018 folgte dann der lange von der Familie Näder vorbereitete Schritt der Umwandlung der Otto Bock HealthCare GmbH in eine SE & Co. KGaA.

„Ich bin absolut davon überzeugt, dass Herr Schulte-Noelle die besten Voraussetzungen mitbringt, die Aufgabe als Interim-CEO auszufüllen und zusammen mit den Geschäftsführenden Direktoren den eingeschlagenen Kurs und die klar definierten Ziele umzusetzen“, gibt sich Näder zuversichtlich. Ottobock sei auch „nach fast 100 Jahren ein einzigartiges, zukunftsfähiges und quicklebendiges Unternehmen, das Werte wie Respekt, Vertrauen und Verlässlichkeit lebt.“

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