Additive Fertigung

Ottobock erwirbt Mehrheitsanteile und treibt 3D-Druck weiter voran

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Einmal additiv, immer additiv? Ottobock hat die Vorteile des 3D-Drucks erkannt und die Mehrheit an Plus Medica OT übernommen. Das Düsseldorfer Start-up vertreibt unter anderem dynamische Knöchelfuß-Orthesen.
Einmal additiv, immer additiv? Ottobock hat die Vorteile des 3D-Drucks erkannt und die Mehrheit an Plus Medica OT übernommen. Das Düsseldorfer Start-up vertreibt unter anderem dynamische Knöchelfuß-Orthesen. (Bild: Plus Medica OT / Ottobock)

Ottobock hat die Mehrheit am Düsseldorfer Unternehmen Plus Medica OT übernommen. Das Start-up aus Düsseldorf vertreibt bereits seit 2015 3D-gedruckte Orthesen, darunter dynamische Knöchelfuß-Orthesen für Kinder.

  • 3D-Druck als wesentlicher Baustein digitaler Transformation in der Orthopädietechnik
  • Ausbau des Portfolios individueller und passgenau gefertigter Orthesen

Das Geschäft der Plus Medica OT läuft damit zukünftig unter der Marke des weltweit agierenden Medizintechnikunternehmens Ottobock. „Der 3D-Druck ist ein wesentlicher Baustein der digitalen Transformation in der O&P Industrie“, sagt Dr. Oliver Scheel, CEO der Ottobock SE & Co. KGaA (Devicemed berichtete). Als Vorteil der 3D-gedruckten Orthesen nennt Ottobock ihre Atmungsaktivität, die sich aus der perforierten Oberfläche ergibt. Sie macht das ansonsten stabile Hilfsmittel luftdurchlässig und an den gewünschten Stellen flexibel. Auf diese Weise entstehen Produktvorteile, die mit herkömmlichen Herstellungsmethoden nicht möglich sind.

Orthopädietechniker aus den Sanitätshäusern haben jetzt die Möglichkeit, ihre selbstständig erstellten Scans an Ottobock zu senden, um dann die 3D-gedruckte Orthese zu erhalten. Aber auch die Einsendung von Gipsabdrücken ist möglich. Der für den Druck notwendige Scan wird dann durch Ottobock vorgenommen.

„Der Scan-Abdruck ermöglicht uns eine exakte Abbildung des zu versorgenden Körperteils. Am Computer kann der Orthopädietechniker dann millimetergenau die zu druckende Orthese anpassen“, beschreibt Scheel die verfahrenstechnischen Vorteile.

Ottobock fördert Digitalisierung in der orthopädischen Industrie

„Gemeinsam mit Plus Medica OT treiben wir die Digitalisierung in der orthopädischen Industrie maßgeblich voran. Die Kooperation unterschiedlicher Partner ist daher von großer Bedeutung“, erklärt Sarik Weber, seit 1. Mai Chief Digital Officer von Ottobock. Ottobocks Investition in digitale Fertigungsmöglichkeiten baut das Portfolio des in Duderstadt ansässigen Unternehmens im Bereich individuelle und passgenau gefertigte Orthesen weiter aus.

„Das gemeinsame Ziel ist, die Entwicklung und Herstellung orthopädischer Hilfsmittel auf ein neues Level zu heben und durch innovative Lösungen die Lebensqualität Betroffener zu verbessern“, sagt Dr. Georg Landsberg, Gründer und CEO von Plus Medica OT. Optimierungen im Hinblick auf Gewicht, Funktion, Atmungsaktivität und nicht zuletzt Design haben uns die Erfahrung machen lassen: Ein Patient, der einmal eine additiv gefertigte Orthese getragen hat, bleibt meist dabei. Wir freuen uns, zusammen mit einem starken Partner genau diese Themen weiter voranzubringen.“

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Weitere Artikel über 3D-Druck und Additive Fertigung finden Sie in unserem Themenkanal Fertigung.

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