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Erfahrungsaustausch über die kleinste Herzpumpe der Welt

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) haben Kardiologen ihre Erkenntnisse und Erfahrungen mit der kleinsten Herzpumpe der Welt – der Impella – ausgetauscht. Die Herzunterstützungssysteme werden sowohl während der perkutanen Koronarintervention (PCI) als auch beim kardiogenen Schock eingesetzt.

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Impella-Herzpumpen sind perkutane Herzunterstützungssysteme (pVAD), die kurzfristig mechanisch das Herz entlasten.
Impella-Herzpumpen sind perkutane Herzunterstützungssysteme (pVAD), die kurzfristig mechanisch das Herz entlasten.
( Bild: Abiomed )
  • Perkutane Herzunterstützungssysteme (pVAD)
  • Mechanische Entlastung des Herzens
  • Unterstützung von komplexen Koronarinterventionen oder bei kardiogenen Schocks

Impella-Herzpumpen sind perkutane Herzunterstützungssysteme (pVAD), die kurzfristig mechanisch das Herz entlasten. Die Pumpen werden sowohl zur Unterstützung von komplexen Koronarinterventionen als auch in der Notfallmedizin im Falle eines kardiogenen Schocks eingesetzt. Häufig ermöglichen sie es, dass die Herzfunktion wiederhergestellt werden kann und Patienten – im Idealfall – mit eigenem, funktionstüchtigem Herz weiterleben. Auf dem Symposium stellten vier Experten aus dem Bereich der Kardiologie und Notfallmedizin ihre Erfahrungen, klinischen Untersuchungen sowie allgemeine Registerdaten zum Einsatz der Impella vor.

Videotipp: Mittels Kathetertechnologie wird Impella über eine Beinartherie in den Körper eingeführt.

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Hämodynamische Unterstützung bei komplexen Koronarinterventionen

Prof. Dr. Nikos Werner, Leiter des kardiologischen Katheterlabors des Universitätsklinikums Bonn, führte die Vorteile der Impella während einer komplexen perkutanen Koronarintervention auf. Viele Patienten weisen mehrere signifikante Komorbiditäten auf. Eine der Hauptursachen liegt in der kontinuierlich steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung. „Mit Hilfe der hämodynamischen Unterstützung durch die Impella-Herzpumpe kann eine vollständige Revaskularisierung erzielt werden“, so die Erfahrung des Bonner Kardiologen. Durch die Unterstützung von Impella-Herzpumpen bei einer Protected PCI können somit auch Patienten behandelt werden, bei denen eine konventionelle PCI ein zu hohes Risiko darstellt. Der Nutzen der Protected PCI ist auch im kürzlich veröffentlichten PCI-Register analysiert und aufgezeigt worden.

Herzunterstützung und Nierenschutz in der interventionellen Kardiologie

Dr. Christian Flottmann, Leiter der Kardiologischen Intensivstation des Herz- und Diabeteszentrums NRW in Bad Oeynhausen, und PD Dr. Ralf Westenfeld, leitender Arzt der Kardiologie sowie Notfall- und Intensivmedizin des Universitätsklinikums Düsseldorf, gingen in ihren Vorträgen weiter auf den Vergleich der perkutanen Herzunterstützungssysteme für verschiedene Indikationen ein. Während der Intensivmediziner Dr. Flottmann mit Hilfe von Praxisbeispielen den Unterschied zwischen Impella und ECMO und die Wichtigkeit der frühen Herzentlastung verdeutlichte, fokussierte Dr. Westenfeld auf einen besonderen Aspekt der Herzunterstützung: Nierenschutz und Kontrastmittel-induziertes Nierenversagen (CI-AKI). In einer balancierten Kohorte (n=28) konnte er aufzeigen, dass der Einsatz der Impella 2.5 (n=17) gegenüber der ECMO Kreislaufunterstützung (n=11) zu einer signifikant reduzierten CI-AKI-Inzidenz führte (12 Prozent vs. IMP-177 54 Prozent). „Durch die Impella können wir bei Hochrisiko-Interventionen schneller arbeiten. Kontrastmittel-induziertes akutes Nierenversagen wird deutlich weniger provoziert.“

Schnelle Herzunterstützung bei kardiogenem Schock

Gerade beim kardiogenen Schock können Patienten von den Impella-Herzpumpen profitieren. Während der vergangenen zwei Jahrzehnte gab es bei der Mortalitätsrate keinen nennenswerten Fortschritt. Hier verbessert die Impella das Patienten-Outcome signifikant. Die Überlebensrate beim Einsatz der Impella wurde im Vergleich zu anderen Unterstützungssystemen um sechs Prozent (60 Prozent vs. 54 Prozent) gesteigert. Diese Zahlen wurden bereits im Rahmen des Kongresses Transcatheter Cardiovascular Therapeutics (TCT) 2017 in Denver von Dr. William O’Neill (Detroit, Michigan, USA) präsentiert.

In der Notfallsituation des kardiogenen Schocks kann die Herzpumpe unterstützen, denn sie stabilisiert die Hämodynamik, entlastet den Herzmuskel und begünstigt die Wiederherstellung der physiologischen Herzfunktion. Prof. Dr. Alexander Staudt, Chefarzt der Kardiologie der Helios Kliniken Schwerin, über die Impella bei kardiogenem Schock: „Myokardinfarkt und kardiogener Schock haben stets eine schlechte Prognose. Das Impella-System kann den Verlauf jedoch frühzeitig beeinflussen. Wichtig ist es, den kardiogenen Schock frühzeitig zu identifizieren – je früher, desto besser.“

Das Fazit der Experten: „Der Myokardinfarkt und der kardiogene Schock stellen eine besondere Herausforderung dar. Das Impella-System kann – wenn es frühzeitig eingesetzt wird – den Verlauf positiv beeinflussen.“

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