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Viscotec Entwicklungstreiber Dosiertechnik: Fluidsensor erobert die Medizintechnik

| Redakteur: Peter Reinhardt

In der Dosiertechnik ist die Überwachung von Prozessen unverzichtbar. Nicht nur dafür hat der Dosiertechnikhersteller Viscotec den patentierten Drucksensor Flowplus 16 entwickelt. Devicemed fragt nach.

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Mit dem piezo-resistiven Drucksensor Flowplus16 bietet Viscotec eine prozesssichere Lösung zur Integration in verschiedensten medizintechnischen Bereichen.
Mit dem piezo-resistiven Drucksensor Flowplus16 bietet Viscotec eine prozesssichere Lösung zur Integration in verschiedensten medizintechnischen Bereichen.
(Bild: Viscotec)

Herr Maier, von der Dosiertechnik hin zur Drucküberwachung in der Medizintechnik – wie kommt das?

Flowplus-Produktmanager Tobias Maier: „Die starke Nachfrage, speziell aus der Medizintechnik, bestätigt unsere Entscheidung, die Entwicklung des 2013 erstmals präsentierten Drucksensors weiter voranzutreiben.“
Flowplus-Produktmanager Tobias Maier: „Die starke Nachfrage, speziell aus der Medizintechnik, bestätigt unsere Entscheidung, die Entwicklung des 2013 erstmals präsentierten Drucksensors weiter voranzutreiben.“
(Bild: Viscotec)

Was auf den ersten Eindruck ungewöhnlich erscheinen mag, ist bei genauerer Betrachtung nur die Konsequenz erfolgreicher Produktpolitik. Der Fluidsensor Flowplus16, wurde ursprünglich für den Einsatz zur Druck- und Prozessüberwachung in unseren Dosiersystemen entwickelt. Er eignet sich aufgrund seiner speziellen Eigenschaften aber ebenfalls für Anwendungen in der Medizintechnik.

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Von welchen speziellen Eigenschaften sprechen Sie? Bieten diese einen USP für Kunden aus der Medizintechnik?

Das größte Alleinstellungsmerkmal ist wohl die Einzigartigkeit des Sensors an sich: Dank seines Luer-Lock Anschlusses und der kompakten Bauweise ist der Flowplus16 bestens für die Integration in bestehende Systeme mit geringem Bauraum geeignet. Die sehr gute Reinigbarkeit und die Tatsache, dass sämtliche produktberührenden Bereiche des Strömungskanals aus chemisch hochbeständigen und gleichzeitig FDA-konformen Elastomeren bestehen, sind weitere Vorteile. Das macht den Sensor in Summe so einzigartig für unsere Kunden. Noch einfacher ist kaum möglich.

Letztlich bietet der Sensor Lösungen für diverse anwendungsspezifische Herausforderungen. Was sich omnipräsent unter dem Begriff Industrie 4.0 in der Automobilindustrie entwickelt, ist bereits seit langem wesentlicher Bestandteil und notwendige Grundlage für die Herstellung medizintechnischer Produkte. Prozesssicherheit und deren bestmögliche Dokumentation stehen im Fokus fertigungstechnischer Betrachtungen. Unser Sensor unterstützt die Prozessüberwachung dank lückenloser Drucküberwachung in statischen sowie in dynamischen Fluidanwendungen. Die integrierte Signalaufbereitung ermöglicht eine intuitive Handhabung. Mit einer Abtastrate von bis zu 3 kHz entgeht dem Sensor kein Luftbläschen. Selbst die Detektion von Viskositätsschwankungen ist mitunter möglich.

Nennen Sie uns bitte Beispiele aus der Praxis.

Häufig erreichen mich Kundenanfragen, die mir vor Augen führen, welch vielfältige Einsatzmöglichkeiten es für unseren Sensor gibt. Dank des Luer-Lock Prinzips lassen sich in der Medizintechnik alle Verbindungssysteme problemlos und schnell miteinander kombinieren. Anwendungen zur Luftblasenerkennung, beispielsweise in Katheter- oder Infusionsschläuchen, oder zur Protokollierung von Injektionsdrücken bei Spritzen und Kanülen sind häufig anzutreffen. Aber es greifen auch zahlreiche Forschungseinrichtungen auf unsere Technologie zurück. Und die einfache Signalauswertung hilft dabei, den üblicherweise bei solchen Anwendungen anfallenden Dokumentationsaufwand zu reduzieren. Dank linearem, leistungsverstärktem und temperaturkompensiertem Ausgangssignal ist die Datenauswertung denkbar einfach.

Gibt es erkennbare Trends für Sensoren in der Medizintechnikbranche?

Ich persönlich sehe großes Potential in der Überwachung von Sterilisationsprozessen, zum Beispiel im Bereich der Reinigungs- und Desinfektionsgeräte für Endoskope. Aber auch der Einsatz unserer Sensoren zur Routineüberwachung und zum Loggen der so erfassten Daten zwecks Validierung hat Zukunft.

Was macht Sie da so sicher?

Die Erfahrung aus der Praxis zeigt, dass ein konkreter Bedarf vorhanden ist. Der Markt benötigt eine zuverlässige Durchfluss-Druckmessung für mehr Prozesssicherheit. Aktuelle Methoden messen gegen Druckmembran und dieses Verfahren verfälscht bekannterweise die Messwerte. Um einen optimalen Reinigungsprozess zu gewährleisten, ist die kontinuierliche Drucküberwachung in den Endoskopkanälen während des Reinigungszyklus allerdings unabdingbar. Die Zulassungsvoraussetzungen in der Medizintechnikbranche werden immer anspruchsvoller, aber wir bieten mit unseren Produkten realisierbare Lösungen.

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