A+ Composites

Ein Kunststoff fester als Stahl

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Aufgrund seiner Zusammensetzung bringt der Kunststoff Eigenschaften mit sich, die ihn für den Bau von Orthesen interessant machen.
Aufgrund seiner Zusammensetzung bringt der Kunststoff Eigenschaften mit sich, die ihn für den Bau von Orthesen interessant machen. (Bild: A+ Composites)

Ein thermoplastischer Kunststoff, der mit Glas- oder Kohlenstofffasern kombiniert wird, verbessert die Festigkeit von Orthesen. Gleichzeitig bleibt er leicht und flexibel.

  • Leichte Orthesen mit ausreichend Festigkeit
  • Faserverstärkter Kunststoff
  • Automatisierter Herstellungsprozess

Sie stabilisieren, entlasten und unterstützen Gelenke oder helfen beispielsweise dabei, dass die Wirbelsäule ihre Form behält: Orthesen. Sie geben Betroffenen, die etwa an einer Verkrümmung der Wirbelsäule leiden, ein Stück Lebensqualität zurück. Allerdings sind diese oftmals zu steif oder verformen sich während des Tragens, wodurch sie ebenfalls nicht richtig sitzen. Ähnliches gilt etwa auch für Unterschenkel-Orthesen. Mit der Zeit kann es zu Druckstellen und Hautreizungen kommen. „Dadurch können Wunden entstehen“, erläutert Dr. Markus Brzeski, Geschäftsführer von A+ Composites. „Mit unserem Verfahren lassen sich Orthesen anfertigen, die nur an gewünschten Stellen eine Festigkeit aufweisen und darüber hinaus leichter sind.“

„Jede einzelne Faser wird vom Kunststoff ummantelt“

Das Team um Brzeski setzt dabei auf einen faserverstärkten Kunststoff. „Es handelt sich bei um einen sogenannten thermoplastischen Kunststoff, den wir mit Glas-, Kohlenstoff- oder auch anderen Fasern kombinieren“, erklärt Brzeski weiter. „Unter erhöhter Temperatur ähnelt er in seiner Konsistenz zähflüssigem Honig.“ Das Besondere hierbei ist die Zusammensetzung des Materials, wie der Unternehmer erläutert: „Jede einzelne Faser wird vom Kunststoff ummantelt. Dies gibt den Fasern Struktur und Ausrichtung.“

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Aufgrund dieser speziellen Zusammensetzung bringt der Kunststoff Eigenschaften mit sich, der ihn für den Bau von Orthesen, aber auch Prothesen interessant macht: „Er ist leicht und flexibel, aber dabei fester als Stahl“, fährt der Ingenieur fort. Das Material wird bei A+ Composites in einem automatischen Prozess hergestellt: Ein Computerprogramm gibt die Form und die gewünschte Stückzahl vor und ein Roboter stellt aus dem Kunststoff Schicht für Schicht direkt das gewünschte Muster her. „Hierbei fallen keinerlei Zwischenschritte an, wie es bei herkömmlichen Produktionen der Fall ist“, sagt er. Darüber hinaus kann der Kunststoff durch Erwärmen nachträglich verformt werden, um es an den Krankheitsverlauf anzupassen. Für Patienten bedeutet dies einen höheren Tragekomfort. Auch verbessert sich die medizinische Wirksamkeit.

Orthesen können im Laufe des Krankheitsverlaufs angepasst werden

Mit diesem Verfahren stellt das rheinland-pfälzische Unternehmen zusammen mit Sanitätshäusern und Orthopädietechnikern unter anderem maßgeschneiderte Stützkorsetts für den Rücken her, aber auch Orthesen für Knie und Beine. „Diese kommen mit deutlich weniger Material aus und müssen nicht, wie bei herkömmlichen Verfahren üblich, in Harz getränkt werden“, so Brzeski. Sie stützen gezielt nur an den Stellen, an denen sie Halt geben soll. „An anderen Stellen können wir auf Material verzichten,“ erläutert der Unternehmer weiter. Dies macht die Technik auch kostengünstiger und für kleinere Stückzahlen interessant.

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Darüber hinaus kann der Kunststoff durch Erwärmen nachträglich verformt werden, um es an den Krankheitsverlauf anzupassen. Für Patienten bedeutet dies einen höheren Tragekomfort. Auch verbessert sich die medizinische Wirksamkeit.

A+ Composites arbeitet bereits mit verschiedenen Orthopädietechnik-Unternehmen zusammen. Es produziert für deren Produkte den Kunststoff, die die Unternehmen einfach in ihre üblichen Produktionsprozesse einbinden können. Zudem unterstützt das Team um Brzeski die Hersteller mit seinem Know-how, etwa wenn es um die Auswahl der richtigen Material-Kombination oder des Designs geht.

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