Suchen

Die DSGVO: Fluch oder Segen?

| Autor: Peter Reinhardt, Kathrin Schäfer

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist seit 25. Mai in der gesamten Europäischen Union wirksam. Ziel ist, für eine einheitliche Regelung zum Schutz von personenbezogenen Daten zu sorgen. „Na endlich“, rufen die einen, „auch das noch“ die anderen. Die Meinungen gehen hier weit auseinander – auch bei uns in der Redaktion.

Firmen zum Thema

Ob die DSGVO in Sachen Datenschutz wirklich ein Fortschritt ist, darüber lässt sich trefflich streiten.
Ob die DSGVO in Sachen Datenschutz wirklich ein Fortschritt ist, darüber lässt sich trefflich streiten.
( Bild: gemeinfrei / CC0 )

Übers Ziel hinaus

„Sie denken, die MDR wäre ein komplexer Zeitfresser? Dann herzlich willkommen bei der DSGVO“, Peter Reinhardt, Chefredakteur von Devicemed.
„Sie denken, die MDR wäre ein komplexer Zeitfresser? Dann herzlich willkommen bei der DSGVO“, Peter Reinhardt, Chefredakteur von Devicemed.
( Bild: VCG )

Peter Reinhardt, Chefredakteur: Sie denken, die MDR wäre ein komplexer Zeitfresser? Dann herzlich willkommen bei der DSGVO. In den vergangenen Monaten bin ich kaum dazu gekommen, etwas anderes zu schreiben als Einwilligungserklärungen. Andernfalls würde ich keine Presseinformationen mehr von Unternehmen und anderen Absendern erhalten. Ich möchte lieber nicht wissen, wie viel Zeit das auf beiden Seiten des Schreibtisches gekostet hat.

Doch damit nicht genug. Auch im Privaten verfolgt mich die DSGVO. Zuletzt, als ich auf der Hochzeit meiner Schwägerin fotografiert habe: „Hast du auch ...?“ Sie wissen schon. Ganz ehrlich: Was zu viel ist, ist zu viel.

Typisch deutsch?

„Eindeutig zu lax unterwegs im Umgang mit Daten sind mir definitiv die Amerikaner und im Speziellen Konzerne wie Facebook“, Kathrin Schäfer, Redakteurin bei Devicemed.
„Eindeutig zu lax unterwegs im Umgang mit Daten sind mir definitiv die Amerikaner und im Speziellen Konzerne wie Facebook“, Kathrin Schäfer, Redakteurin bei Devicemed.
( Bild: VCG )

Kathrin Schäfer, Redakteurin: Natürlich hat der Kollege bis zu einem gewissen Grad recht: All diese Einwilligungsmails in den letzten Monaten waren tatsächlich etwas nervig. Wobei: Ich habe keine einzige Mail aus dem europäischen Ausland erhalten, sie alle stammten aus Deutschland. Ob wir Deutschen mit unserer Gründlichkeit vielleicht mal wieder übers Ziel hinausschießen? Gehen andere Länder möglicherweise entspannter mit der Verordnung um?

Eindeutig zu lax unterwegs sind mir definitiv die Amerikaner und im Speziellen Konzerne wie Facebook. Nur weil ich mich vielleicht, eventuell für eine Handtasche interessiert habe, muss ich die nicht bei jedem Surfen eingeblendet sehen ...

Lesen Sie auch:

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45470686)