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„Der Bedarf an automatisierten Verpackungslösungen steigt“

| Autor/ Redakteur: Peter Reinhardt / Peter Reinhardt

Verpackungstechnik gehört untrennbar zu Medizintechnikprodukten. Kurz vorm Messe-Highlight Interpack Anfang Mai in Düsseldorf spricht Luc van de Vel mit Devicemed Über Multivacs neue Lösung für Fertigspritzen im Speziellen sowie über Technik und Trends im Allgemeinen.

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Luc van de Vel, Senior Director des Geschäftsbereiches MCP (Medical, Cosmetics & Pharmaceuticals) bei Multivac: „Die Verpackungsmaschine im modular aufgebauten GMP-Design ist sehr flexibel für das Verpacken von Produkten in unterschiedlichen Formatbereichen und Materialien ausgelegt.“
Luc van de Vel, Senior Director des Geschäftsbereiches MCP (Medical, Cosmetics & Pharmaceuticals) bei Multivac: „Die Verpackungsmaschine im modular aufgebauten GMP-Design ist sehr flexibel für das Verpacken von Produkten in unterschiedlichen Formatbereichen und Materialien ausgelegt.“
( Bild: Multivac )

Herr van de Vel, erstmalig bietet Multivac eine eigene Lösung für die automatisierte Zuführung von Fertigspritzen, die problemlos in eine Verpackungslinie integriert werden kann.

Ja, das ist richtig. Auf der Interpack in Düsseldorf zeigen wir eine Tiefziehverpackungsmaschine im GMP-Design (Anm. d. Red.: Good Manufacturing Practice) für das Verpacken von hochwertigeren, sensiblen und mit einem Wirkstoff gefüllten Spritzen. Die automatische Zuführeinheit eignet sich für Glas- oder Kunststoffspritzen mit oder ohne Kanüle. Die Kapazität der automatischen Spritzenzuführung kann flexibel an die erforderliche Leistung angepasst werden und liegt bei 50 bis 300 Spritzen pro Minute.

Sie sehen dafür ein großes Potenzial im Markt?

In der Tat. Gerade im Pharma- und Medizinproduktebereich sehen wir einen großen Bedarf an automatisierten Lösungen, die neben einer höheren Prozesssicherheit und der Minimierung menschlicher Einflüsse in der Produktion auch eine höhere Effizienz und Wirtschaftlichkeit mit sich bringen. Wir sind zuversichtlich, dass sich unsere Lösung erfolgreich im Markt etablieren wird – insbesondere bei Unternehmen, die häufige Chargenwechsel zu bewältigen haben und aufgrund der Vielzahl an Produkten, die sie verarbeiten, auch sehr flexibel agieren müssen. Sowohl die Verpackungsmaschine als auch das Zuführsystem lassen sich schnell und einfach umrüsten.

Alle Welt redet über Industrie 4.0. Wie sieht es diesbezüglich bei Verpackungsmaschinen aus?

Industrie 4.0 ist in der Medizinprodukteindustrie interessanterweise noch nicht das große Thema. Gleichwohl enthalten unsere Verpackungsmaschinen bereits modernste Sensorik und LAN-Anschluss, die die Grundlage für die Industrie-4.0-Fähigkeit sind. Wichtiger ist die Frage nach einer automatisierten Steuerung aller integrierten Linienmodule und der sicheren Datenkommunikation, um ein hohes Maß an Prozesssicherheit, Reproduzierbarkeit und Bediensicherheit zu gewährleisten. Das bietet Kunden einen echten Mehrwert.

Zurück zur Spritzenzuführung. Was ist das Besondere bei der Funktionsweise Ihres Systems?

Das Zuführsystem besteht aus einem Zuführband und axial angetriebenen Schienen, einem Sternrad, einem Trapezband sowie dem Handhabungsmodul H 242 für das Einlegen der Spritzen in die Packungskavitäten. Alle Komponenten der Spritzenzuführung sind mit der Tiefziehverpackungsmaschine synchronisiert und über das Bedienterminal bedienerfreundlich und sicher zu steuern.

Die Spritzen werden hängend durch ein Zuführband zu dem eigentlichen Beladesystem transportiert – dafür werden die Produkte am Flansch gehalten. Über angetriebene Führungsschienen gelangen die Spritzen danach weiter zu einem Sternrad, wo sie separiert und orientiert werden. Waren die Spritzen bisher vertikal ausgerichtet, so liegen diese jetzt horizontal. Das Sternrad übergibt die Spritzen an ein kontinuierlich angetriebenes Trapezband. Dort werden sie von einem Pick&Place-Roboter übernommen und in die geformte Kavität der Tiefziehverpackungsmaschine eingelegt.

Und das bietet Anwendern ganz konkret welche Vorteile?

Das Zuführsystem ist mit einem regelbaren Antrieb ausgestattet und gewährleistet damit einen kontrollierten Zuführprozess. Außerdem bietet es eine hohe Flexibilität, da es eine einfache und schnelle Umrüstung hinsichtlich unterschiedlicher Spritzen- und Trägerformate gewährleistet. Sternrad und Trapezband lassen sich ohne Werkzeug in kurzer Zeit austauschen, dadurch konnten wir die Stillstandzeiten deutlich reduzieren.

Zudem haben wir die Tiefziehverpackungsmaschine mit einer einseitigen Kettenführung ausgestattet, wodurch auf der Maschine Folien in unterschiedlichen Breiten verarbeitet werden können. Darüber hinaus sorgt die verwendete Kettenführung für eine einfache Line Clearance und der kontrollierte Folienvorschub trägt zu geringen Anfahrverlusten beispielsweise nach einem Chargenwechsel bei. Auch das Leerfahren der Maschine, die so­genannte „run empty“-Funktion und die Reinigung derselben gestalten sich sehr einfach. Dadurch ist dieses Konzept vor allem für kleine Serien und häufige Chargenwechsel geeignet.

Und die Verpackungsmaschine selbst?

Die Verpackungsmaschine im modular aufgebauten GMP-Design ist sehr flexibel für das Verpacken von Produkten in unterschiedlichen Formatbereichen und Materialien ausgelegt. Das schnelle und reproduzierbare Umrüsten erfolgt durch Werkzeugwechselsysteme sowie durch einen einfachen und schnellen Austausch des Komplettschnittwerkzeugs. Die Steuerung gelingt über das intuitive Bedienterminal sicher und einfach. Der Anwender hat dabei stets alle Funktionen der Verpackungslinie übersichtlich im Blick und kann somit im Falle einer Störung sehr direkt reagieren.

Luc van de Vel ist Senior Director des Geschäftsbereiches MCP (Medical, Cosmetics & Pharmaceuticals) beim Verpackungsmaschinenhersteller Multivac.

Weitere Artikel über Verpackungstechnik finden Sie in unserem Themenkanal Fertigung.

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