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Stiftung für Medizininnovationen Den Start-up-Hindernislauf zum ersten Nutzer bewältigen

Redakteur: Julia Engelke

Am 4. Februar findet die zweite Veranstaltung der sechsteiligen Veranstaltungsreihe „Wie kommt das Neue in die Medizin?“ der Stiftung für Medizininnovationen statt. Die Reihe beleuchtet die Herausforderungen für neue Ideen in der Gesundheitsbranche und diskutiert eine Verbesserung der Chancen für Gründungsinteressierte.

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Im Mittelpunkt der Produktentwicklung steht eine neue Idee: Junge Gründungsinteressierte im Gesundheitsbereich, die ihre Ideen in Produkte zunächst in kleinen Start-ups umsetzen möchten, haben es aber im Medizinbereich besonders schwer (Symbolbild).
Im Mittelpunkt der Produktentwicklung steht eine neue Idee: Junge Gründungsinteressierte im Gesundheitsbereich, die ihre Ideen in Produkte zunächst in kleinen Start-ups umsetzen möchten, haben es aber im Medizinbereich besonders schwer (Symbolbild).
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Junge Gründungsinteressierte im Gesundheitsbereich, die ihre Ideen in Produkte zunächst in kleinen Start-ups umsetzen möchten, haben es im Medizinbereich besonders schwer. Medizinprodukte, auch Medizin-Apps, müssen besonders geprüft werden und die Zulassung auch einfacher technischer Produkte erfordert meistens klinische Prüfungen. Es ist ein langer und teurer Weg, bis die Kosten für ein neues Produkt von den Krankenkassen erstattet werden. Um die Erfolgschancen von Start-ups zu erhöhen, müssen die vielfältigen Stolpersteine aus der medizinischen Produktenwicklung frühzeitig in den Fokus der täglichen Arbeit rücken.

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Die Tübinger Stiftung für Medizininnovationen hat daher die sechsteilige Veranstaltungsreihe „Wie kommt das Neue in die Medizin?“ entworfen, welche die Herausforderungen für neue Ideen in der Gesundheitsbranche beleuchtet und eine Verbesserung der Chancen für Gründungsinteressierte diskutieren soll. Am Ende sollen die wichtigsten Grundregeln für einen erfolgreichen Marktzugang herausgearbeitet sein.

Impulsvorträge und anschließender Roundtable

Nach einer erfolgreichen ersten Veranstaltung im Dezember 2020 mit mehr als 200 Teilnehmern werden am 4. Februar 2021 in einem zweiten Abend von 16 bis 19 Uhr diese Herausforderungen in drei kurzen Impulsvorträgen von Prof. Dr. med. Thomas Gottwald (Start-up-Gründer & Vorstand Ovesco Endoscopy AG), Prof. Dr. Ing. Thomas Bauernhansl (Institutsleiter Fraunhofer IPA sowie IFF der Universität Stuttgart) und Günther Steffen (Fonds Manager beim Zukunftsfonds Heilbronn sowie Betreuer von Biotech- und Medtech-Unternehmen) diskutiert. Nach den Vorträgen debattieren die Referenten mit folgenden Gästen in einem Roundtable-Format: Winfried Plötze (Landesgeschäftsführer Baden-Württemberg, Barmer), Prof. Dr. Stefan Laufer (Start-up Gründer, Leiter Lehrstuhl Pharm./Med. Chemie, Tübingen Center for Academic Drug Discovery, Fachbereich Pharmazie & Biochemie, EKUT), Dr. Timo Schmelzpfenning (Prokurist und Leitung Forschung & Entwicklung, Sporlastic GmbH), Prof. Dr. Ralf Kindervater (Geschäftsführer, BIOPRO Baden-Württemberg GmbH) und Prof. Dr. med. Eberhart Zrenner (Gemeinnützigen Stiftung für Medizin-Innovationen). Zum Abschluss werden zusätzliche individuelle Beratungssitzungen mit Branchen-/ Industrieexperten für spezifische Fragestellungen bezüglich der 4C’s (Commercialization: Umsätze im Gesundheitswesen planen u.a. Kostenerstattung durch Krankenkassen, Certification: Produkt und Firma zulassen, Clinical Studies: Evidenz des Produktes belegen, Copyright: Schutzrechte strategisch nutzen) in separaten Online-Sitzungen angeboten.

Besondere Herauasforderungen für medizinische Start-ups

Schon im Vorgespräch wies Prof. Dr. med. Thomas Gottwald darauf hin, dass „eine risikoaverse Investorenszene auf der einen und Managementdefizite auf der anderen Seite zu den besonderen Herausforderungen von Start-ups zählen.“ Prof. Dr. Ing. Thomas Bauernhansl stellt fest, dass „die personalisierte Medizin neue Potenziale für Start-ups eröffnet, weil sich die Regulierung einerseits und das Nutzenversprechen andererseits wandeln werden.“ Günther Steffen betont, dass „Investments in Medizin-Start-ups einen langen Atem, meist tiefe Taschen und gute Nerven brauchen. Laut Prof. Dr. Stefan Laufer haben es medizinische/pharmazeutische Start-ups besonders schwer, weil die Wertesysteme in der Academia und Industrie hier oft diametral verschieden sind." Dr. Timo Schmelzpfenning sieht „besondere Herausforderungen bei medizinischen Start-ups, weil hier spannende Innovationen auf einen stark reglementierten Markt treffen.“ „Die Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Gesundheits-Apps etwa müssen einen nachweisbaren Nutzen haben und sollten die Versorgung verbessern. Der Weg in die sogenannte Regelversorgung ist steinig. Es gibt Gesetze und strenge Regularien, die eingehalten werden müssen. Diese Vorgaben sollten schon bei der Produktentwicklung berücksichtigt werden, sie sind aber nicht allen App-Entwicklern bekannt.“, sagt Winfried Plötze, Landesgeschäftsführer der Barmer in Baden-Württemberg.

Die Anmeldung und weitere Infos sind unter diesem Link zu finden.

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