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Innovationsforum Zerspanungstechnologie „Das Geld wird an der Schneidkante verdient“

| Autor / Redakteur: Peter Reinhardt / Peter Reinhardt

Zerspaner von medizintechnischen Produkten stehen im wahrsten Sinne des Wortes vor einschneidenden Veränderungen. Die Herstellung chirurgischer Instrumente und Implantate ist geprägt von hybriden Fertigungsverfahren, Simulation und Industrie 4.0, aber das Geld wird weiter an der Schneidkante verdient.

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„Industrie 4.0 ist nicht mehr nur ein Schlagwort, sondern eine Herausforderung für die Hersteller medizintechnischer Produkte“, Dieter Teufel, Präsident der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg.
„Industrie 4.0 ist nicht mehr nur ein Schlagwort, sondern eine Herausforderung für die Hersteller medizintechnischer Produkte“, Dieter Teufel, Präsident der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg.
(Bild: Reinhardt)

Einen guten Überblick über aktuelle Entwicklungen aus Forschung und Industrie konnten sich die rund 200 Teilnehmer des „1. Innovationsforums Zerspanungstechnologie“ am 9. Juni 2015 in Tuttlingen verschaffen. „Die Region Tuttlingen hat mehr zu bieten als das Weltzentrum der Medizintechnik“, verweist Dieter Teufel, Präsident der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, in seiner Begrüßung auf den nahegelegenen Heuberg als Heimat vieler Drehereien für die Automobilindustrie und kommt doch schnell wieder auf die Medizintechnik zu sprechen: „Industrie 4.0 ist nicht mehr nur ein Schlagwort, sondern eine Herausforderung für die Hersteller medizintechnischer Produkte.“

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Vernetzung von Forschung und Industrie in der Werkzeugmaschinenbranche

Doch auch die klassischen Fragestellungen bei der Analyse von Zerspanungsprozessen kommen nicht zu kurz. „Als Grundlage von deren Optimierung spielt die Simulation eine immer bedeutendere Rolle – auch oder gerade – unter Einbeziehung interdisziplinärer Technologien wie zum Beispiel der Tribologie“, sieht Prof. Bahman Azarhoushang als Leiter des Kompetenzzentrums Schleiftechnologie und Feinstbearbeitung (KFS) der Hochschule Furtwangen und Initiator des Innovationsforums am Ende des Tages eines der wichtigsten Anliegen dieser Veranstaltung als erfüllt an: die Vernetzung von Forschung und Industrie in der Werkzeugmaschinenbranche. Denn die sichere Beherrschung komplexer Fertigungsverfahren zur Herstellung qualitativ hochwertiger Produkte mit hohem Wertschöpfungsanteil trage immer stärker zum Erhalt der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bei.

Grenzen und Aussichten der Zerspanungsforschung

Einen aktuellen Überblick über die Grenzen und Aussichten der Zerspanungsforschung hat Prof. Konrad Wegener, Leiter des Instituts für Werkzeugmaschinen und Fertigung IFW an der ETH in Zürich gegeben. Dabei behält er stets im Blick, dass „das Geld noch immer an der Schneidkante verdient wird“. Dort, wo Material gegen Material wirkt, würden viele Prozessinnovationen letztlich durch Werkstoffinnovationen ermöglicht. Material und Schneidkantengeometrie sowie das Verständnis über deren Wechselwirkung hätten sich jedoch signifikant verändert und seien heute die Treiber für wesentliche Produktivitätssteigerungen. So gibt es beispielsweise längst Voll-Diamant-Fräswerkzeuge für schwerst zerspanbare Werkstoffe. Bei deren Herstellung spiele der Einsatz von Lasertechnologien eine große Rolle: „ Hier gibt es aktuell unglaublich viel Bewegung“, so Keynote-Speaker Wegener.

Verschmelzung von Rapid Technologien und spanender Bearbeitung

Generativ statt abtragend genutzt, aber ebenfalls von entscheidender Bedeutung und mit unglaublich viel Potenzial ausgestattet, ist die Lasertechnologie auch beim viel zitierten 3D-Druck. So ermöglicht erst das Laserstrahlschmelzen die Herstellung medizinischer Implantate mit Wabenstruktur, deren Freiräume beispielsweise als Reservoirs zur Medikamentenabgabe genutzt werden können.

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