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Das Digitale Versorgung-Gesetz aus Sicht von Industrie-Experten

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz kommt Schwung in die deutsche Digital-Health-Szene. Welches Potential bietet es für die Gesundheitsversorgung in Deutschland und wo sehen Unternehmen noch Nachbesserungsbedarf?

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„Der niedrigschwellige und patientenfreundliche Ansatz ermöglicht, dass die Lösungen auch tatsächlich Einzug in die Versorgung halten“, begrüßt BV-Med-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll die Stoßrichtung des Digitale-Versorgung-Gesetzes.
„Der niedrigschwellige und patientenfreundliche Ansatz ermöglicht, dass die Lösungen auch tatsächlich Einzug in die Versorgung halten“, begrüßt BV-Med-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll die Stoßrichtung des Digitale-Versorgung-Gesetzes.
(Bild: BV-Med)
  • Digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland schneller vorantreiben
  • Erstattung digitaler Anwendungen durch die Krankenkassen

Darüber berichtet der gemeinsame Medienservice „Medtech Radar“ des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed), Earlybird Venture Capital, des High-Tech Gründerfonds (HTGF) und des Fachmagazins Medtech Zwo in seiner 13. Auflage. Den aktuellen Medtech Radar gibt es zum Download auf Deutsch und Englisch.

Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) verbinden sich vielerorts große Hoffnungen, die digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland schneller voranzutreiben. Ob App auf Rezept oder Video-Sprechstunde zwischen Arzt und Patient – mit dem DVG werden gesetzliche Krankenkassen solche digitalen Anwendungen erstmals erstatten können. In der Medizintechnik-Branche wird das Gesetz mehrheitlich positiv aufgenommen, aber im Detail gibt es noch Kritik. Die aktuelle Ausgabe des Medtech Radar widmet sich der Perspektive von Medtech-Unternehmen und Start-ups. Darüber hinaus erläutert Gottfried Ludewig, Abteilungsleiter Digitalisierung im Bundesministerium für Gesundheit, in der aktuellen Ausgabe die Kerngedanken des Gesetzes.

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„Der niedrigschwellige und patientenfreundliche Ansatz ermöglicht, dass die Lösungen auch tatsächlich Einzug in die Versorgung halten“, begrüßt BV-Med-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll die Stoßrichtung des Gesetzes. Allerdings kritisiert der Medtech-Verband, dass der Geltungsbereich der Regelungen zunächst nur für die Medizinprodukte-Klassen I und IIa gilt. „Aus Sicht des BV-Med ist eine Ausweitung des Geltungsbereichs auch auf die Medizinprodukte der Klassen IIb und III erforderlich, um den Möglichkeiten Rechnung zu tragen, die digitale Gesundheitslösungen zur Verbesserung der Patientenversorgung und des Versorgungsprozesses bieten“, sagt Natalie Gladkov, Referentin für digitale Medizinprodukte beim BV-Med.

Für Anke Caßing, Investmentmanagerin beim High-Tech Gründerfonds, ist das DVG ein Treiber mit großem Innovationspotential: „Das Gesetz mag noch nicht alles perfekt regeln, für Start-ups bietet es aber die einmalige Gelegenheit im deutschen Gesundheitsmarkt einen Zugang für digitale Lösungen zu schaffen, die in der breiten Anwendung die Patientenversorgung verbessern können. Ich bin mir sicher, dass Gründer, Investoren und weitere Akteure diese Chance nutzen werden, und in wahrer Start-up-Manier ihre Erfahrungen sammeln und als konstruktive Verbesserungsvorschläge einbringen werden.“

Digitale Versorgung in die Regelversorgung überführen

Auch Thom Rasche, Partner bei Earlybird, betont die positiven Effekte des Gesetzes: „Mit dem Gesetz wird es möglich, digitale Versorgung in die Regelversorgung zu überführen. Die Krankenkassen werden mit dem Gesetz gestärkt Innovationen auszuprobieren, auch in Form von Investitionen in Venture Capital Fonds. Entscheidend für den Erfolg des Gesetzes wird die Auslegung und Umsetzung des Gesetzestextes in der Praxis werden – alle Beteiligten im Gesundheitswesen, auch die Aufsichtsbehörden, sollten dies als Chance verstehen.“

Sandra Wirsching, Chefredakteurin von Medtech Zwo, kommentiert: „Mit dem DVG findet Deutschland wieder Anschluss an einen globalen Wachstumsmarkt. Zulange hatten Digital-Health-Start-ups hierzulande mit Markteintrittsbarrieren zu kämpfen. Das dürfte sich nun ändern und langfristig für einen kräftigen Innovationsschub sorgen.“

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