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Medtech-Unternehmer Matthias Peterhans neuer Vice President Medtech CSEM mit neuer Führung im Bereich Medtech

Von Anne Richter 4 min Lesedauer

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CSEM ernennt Medtech-Unternehmer Matthias Peterhans zum Sommer 2027 als Vice President Digital Health/Medtech und damit zum Nachfolger von Jens Krauss, der den Bereich drei Jahrzehnte geprägt hat. Mit dem Wechsel stärkt CSEM seine Medtech-Kompetenz. Der Führungswechsel fällt in eine Phase, in der Sensorik und KI die Medizin grundlegend verändern.

Matthias Peterhans (rechts) wird Nachfolger von Jens Krauss als Vice President Medtech beim CSEM. (Bild:  CSEM)
Matthias Peterhans (rechts) wird Nachfolger von Jens Krauss als Vice President Medtech beim CSEM.
(Bild: CSEM)

Nach drei Jahrzehnten Pionierarbeit im Bereich digitale Gesundheit bereitet Jens Krauss die Übergabe der Leitung bei CSEM vor. Zu seinem Nachfolger als Vice President wurde der Medtech-Unternehmer Matthias Peterhans ernannt. Er tritt am 1. November 2026 bei CSEM ein und übernimmt die Funktion im Sommer 2027. Das gibt CSEM in einer Meldung bekannt. 

«Seit drei Jahrzehnten hat Jens Krauss CSEM dabei unterstützt, aufeinanderfolgende Innovationswellen im Bereich digitale Gesundheit zu antizipieren und zu gestalten», so Alexandre Pauchard, CEO von CSEM. «KI erweitert nun das Leistungsangebot der Technologie für das Gesundheitswesen. Doch um dieses Potenzial in vertrauenswürdige Lösungen umzusetzen, braucht es mehr als einen Algorithmus. Es setzt ein Verständnis für klinische Bedürfnisse, strukturierte Entwicklung, verantwortungsvolle klinische Validierung und ein umfassendes Verständnis der regulatorischen Rahmenbedingungen voraus. Darüber hinaus braucht es klare Wege zur Wertschöpfung für die Industrie. Matthias Peterhans beruflicher Werdegang war stets davon geprägt, diese beiden Welten zu verbinden. Dadurch ist er optimal dafür qualifiziert, unsere Aktivitäten in der Medizintechnik in die nächste Phase zu führen.»

Mehr als 20 Jahre Erfahrung: von der Forschung bis zur Zulassung

Matthias Peterhans bringt seit mehr als 20 Jahren Medizintechnologien aus der Forschung und klinischen Validierung über Zulassungen auf die internationalen Märkte. Als Mitgründer und CEO der CAScination AG begleitete er chirurgische Navigationstechnologien durch den Prozess der klinischen Validierung, EU-Konformität (CE-Kennzeichnung), FDA-Zulassung und Kommerzialisierung. Später war er Mitgründer der ender diagnostics AG und hat in kurzer Zeit am Aufbau eines diagnostischen Produkt- und Dienstleistungsanbieters von fünf auf über 200 Mitarbeitende mitgewirkt. Heute bringt Peterhans als COO der Xovis AG seine Erfahrung in die Führung komplexer internationaler Operationen ein. Zudem ist er als Experte für Innosuisse tätig und bewertet dort Innovationsprojekte und Förderanträge für Start-ups. Zuletzt ergänzte er diese Erfahrung durch den Abschluss des Executive-Programms des Massachusetts Institute of Technology (MIT) zum Thema «KI im Gesundheitswesen».

Engineering-Kompetenz mit KI und enger klinischen Zusammenarbeit verbinden

«CSEM hat eine herausragende Grundlage für Technologien geschaffen, die die Möglichkeiten im Bereich digitale Gesundheit verändert haben», stellt M. Peterhans fest und erganzt: «Die Chance besteht nun darin, diese Engineering-Kompetenz mit KI und einer engen klinischen Zusammenarbeit zu verbinden, um führende Technologien zu erfolgreichen Lösungen für das Gesundheitswesen weiterzuentwickeln. Ich freue mich darauf, in den kommenden Monaten gemeinsam mit Jens Krauss und seinem Team von dem zu lernen, was sie aufgebaut haben, und meine eigenen Erfahrungen in Medizintechnik, Unternehmertum und klinischer Umsetzung in die nächste Phase von CSEM einbringen zu können.»

M. Peterhans wird im Rahmen einer geplanten Übergabe mit J. Krauss zusammenarbeiten und im Sommer 2027 die Gesamtleitung der Medizintechnik-Aktivitäten von CSEM übernehmen. Die Übergabe erfolgt während des Ausbaus der klinisch orientierten Medtech-Massnahmen im Kanton Bern. Die Zusammenarbeit mit der Insel Gruppe und der Universität Bern führte seit 2023 zu 32 Projekten in den Bereichen Medizinprodukte, kontinuierliches Monitoring, Diagnostik und KI.

Von der Raumfahrt zum Handgelenk

Die berufliche Laufbahn von Jens Krauss spiegelt einen Grossteil der Entwicklungsgeschichte moderner Wearable-Technologien im Gesundheitswesen wider. Bevor er 1996 bei CSEM anfing, arbeitete er an biomechanischer Software für eine bemannte Raumfahrtmission der Europäischen Weltraumorganisation. Bei CSEM leistete er Pionierarbeit bei einer kontinuierlichen, unauffälligen Vitalzeichenüberwachung. Einige frühe Arbeiten von CSEM beschäftigten sich mit einer ganz besonderen Herausforderung: der Überwachung der Gesundheit von Astronautinnen und Astronauten aus der Ferne. Die Geräte mussten klein, zuverlässig und sehr energieeffizient sein und zudem kontinuierlich aussagekräftige Gesundheitssignale erfassen.

In den folgenden Jahrzehnten trug Krauss dazu bei, Wearable Sensing aus der angewandten Forschung in die Praxis zu übertragen. 2001 gehörte er zu den Erfinderinnen und Erfindern hinter dem ersten CSEM-Patent zur kontinuierlichen Pulsmessung über das Handgelenk mittels optisch-inertialer Technologie. Ausserdem entwickelte das Team rund 14 Jahre vor der Markteinführung der Apple Watch ein Konzept zur Herzfrequenzmessung. Diese frühen Arbeiten flossen später in kommerzielle Wearables ein, unter anderem über das Nokia-Spin-off PulsOn.

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Heute finden sich die optischen Technologien zur Gesundheitsüberwachung von CSEM in Produkten von Tissot bis hin zu Festina wieder. Signant Health setzt die CSEM-Technologie auch in grossen klinischen Studien ein und weitet ihren Wirkungsbereich von der täglichen Überwachung des Gesundheitszustands auf die medizinische Forschung aus. Genau dieses Bestreben, angewandte Forschung in die Praxis umzusetzen, trug dazu bei, den Grundstein für Aktiia (heute Hilo) , zu legen. Seine klinisch validierte Technologie zur kontinuierlichen Blutdruckmessung entstand aus der angewandten Forschung, die 2007 bei CSEM begann. Diese Arbeit half dem Unternehmen später, die Freigabe der US Food and Drug Administration (FDA) für sein optisches Blutdruckmesssystem zu erhalten.

«Als wir mit der Arbeit am Wearable-Monitoring begannen, war eine der grossen Fragen, ob wir physiologische Informationen auch ausserhalb des Spitals zuverlässig erfassen können», erklärt J. Krauss. «Heute können wir enorme Mengen an kontinuierlichen Gesundheitsdaten generieren. KI eröffnet Möglichkeiten, von denen wir vor 30 Jahren nur träumen konnten. Doch ein Durchbruch in der angewandten Forschung ist erst der Anfang. Die eigentliche Leistung besteht darin, Technologie so zu gestalten, dass Industrie, Spitalärzt*innen und Patient*innen sie vertrauensvoll nutzen können. Ich glaube, Matthias Peterhans übernimmt das Ruder in einem der spannendsten Momente im Bereich der digitalen Gesundheit.»