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Medical Mountains Aufatmen hinter den Masken: Innovation Forum Medizintechnik aus anderer Perspektive

Redakteur: Julia Engelke

Es war ein denkwürdiges 12. Innovation Forum Medizintechnik, das am vergangenen Mittwoch in der Tuttlinger Stadthalle über die Bühne ging. Nie zuvor war die physische Distanz so groß – und nie zuvor fühlten sich alle Teilnehmer so nah.

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Schutz geht vor, sowohl bei Instrumenten als auch bei den Teilnehmern: Hygiene liegt der Medizintechnik-Branche in den Genen.
Schutz geht vor, sowohl bei Instrumenten als auch bei den Teilnehmern: Hygiene liegt der Medizintechnik-Branche in den Genen.
(Bild: Medical Mountains/Michael Kienzler)
  • Präsenz-Veranstaltung funktionierte unter den besonderen Corona-Bedingungen
  • Direkter, persönlicher Austausch wurde gut angenommen
  • Drei parallele Sessions und Live-Übertragung der Vorträge entzerrten das Besucher-Aufkommen

Während sich draußen der Morgen über den Honberg schiebt, geht in der Stadthalle ein Licht nach dem anderen an. Banner werden entrollt, Vitrinen befüllt, Stühle und Tische gerückt, Kabel verlegt, Mikrofone gecheckt. Das Innovation Forum findet statt. Das ist die eigentliche Nachricht des Tages. Aufatmen hinter den Masken.

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„Die Anspannung war bis zuletzt hoch“, gesteht Medical-Mountains-Geschäftsführerin Yvonne Glienke. Seit Wochen nimmt die Vorbereitung das Team in Beschlag. Als die ersten Branchenevents die Reißleine zogen, ihre Termine verschoben oder auf virtuelle Formate umstiegen, wuchs bei den Veranstaltern Medical Mountains GmbH, Technology Mountains e.V. und Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg die Überzeugung: „Wir möchten mit dem Innovation Forum Medizintechnik zeigen, dass Präsenz auch unter diesen Umständen funktioniert.“ Eine Herkulesaufgabe, wie sich zeigen wird. Die erneut steigenden Corona-Zahlen spielen nicht in die Karten. Einige Gäste und Referenten müssen ihre Teilnahme kurzfristig stornieren. Vorrangiger Grund ist das noch geltende Beherbergungsverbot für Anreisende aus Hotspot-Gebieten. Parallel dazu treffen aber bis kurz vor Beginn weitere Anmeldungen ein. Absagen und Zugänge halten sich die Waage. Am Ende werden rund 300 Besucher gezählt. „Für uns ist das ein enormer Vertrauensbeweis“, sagt Yvonne Glienke.

Das Vertrauen wird nicht enttäuscht. Auf der einen Seite steht ein engmaschiges Hygienekonzept, das im Vorfeld mit der Stadt Tuttlingen und weiteren Akteuren abgestimmt worden ist. Auf der anderen ein ungeahntes Gefühl der Nähe. Trotz, oder besser wegen der klaren Vorgaben. „Unsere gesamten Bemühungen sind darauf ausgelegt, dass sich alle Teilnehmer ebenso sicher wie wohl fühlen“, erinnert Yvonne Glienke. Um eine Basis zu schaffen, den direkten, persönlichen Austausch wieder zu ermöglichen – „endlich wieder“, ist mehrfach zu hören. Die Gespräche verlaufen von Angesicht zu Angesicht, beziehungsweise von Mund-Nasen-Schutz zu Mund-Nasen-Schutz. Diszipliniert bleibt die Maske oben und der Abstand gewahrt. Hygiene-Beauftragte Jana Kaufmann bilanziert am Ende: „Keine besonderen Vorkommnisse.“

Netzwerken mit „Blind Dates“

Ein Phänomen ist jedoch zu beobachten. Mit halb verdecktem Gesicht fällt das Erkennen ungemein schwerer. Manche Begegnung gleicht einem unfreiwilligen „Blind Date“. Woraus sich gleichwohl willkommene neue Bekanntschaften ergeben. So gereichen Einschränkungen zum Vorteil. Auch hinsichtlich der Vorträge. Das Angebot ist von zwei auf drei parallele Sessions erweitert, hinzu kommt die Premiere der „Green Corner Stage“ am Nachmittag. Auf diese Weise werden die Besucherströme entzerrt und das verknappte, weil auf Abstand errichtete Platzangebot ausgeglichen. Damit dennoch alle die Keynotes und den Podiumstalk miterleben, ist eine Live-Übertragung ins Foyer und die weiteren Vortragsräume eingerichtet. Und da die Technik ohnehin schon steht, werden kurzerhand auch alle anderen Vorträge aufgenommen. Statt wie gewohnt nur durch Präsentationen, können sich die Teilnehmer im Nachgang nun auch durch mehrere Stunden Filmmaterial klicken.

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Als sich der Tag längst schon wieder hinter die Hügel zurückgezogen hat, geht in der Stadthalle ein Licht nach dem anderen aus. Banner werden eingerollt, Vitrinen geleert, Tische und Stühle weggeräumt, Mikrofone ausgeschaltet, Stecker gezogen. „Es war das anstrengendste, aber auch das wichtigste Innovation Forum Medizintechnik, das wir jemals hatten“, ist sich Yvonne Glienke mit Britta Norwat einig, die das Gros der Organisation gestemmt hat.

Die Verabschiedung der Teilnehmer und Aussteller verläuft ebenso herzlich distanziert wie die Begrüßung einige Stunden zuvor. Zurück bleibt das Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein. Es ist wieder über Innovations-Vorhaben in der Medizintechnik gesprochen worden. Wichtige Impulse und Informationen werden mitgenommen, so manch neue Bekannt- und Partnerschaft. Der Tag hat funktioniert. Aufatmen hinter den Masken.

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