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Lehrangebot Auf Sendung im OP-Saal: Herzeingriff per Live-Schalte

Redakteur: Kristin Breunig

Die Universitätsklinik Heidelberg bietet Studierenden ein besonderes Lehrangebot. Per Live-Übertragung können sie bei einem kommentierten Eingriff am Herzen zusehen und über einen Chat direkt Fragen stellen.

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Mittels einer Kamera in der OP-Leuchte haben Studierende der Medizinischen Fakultät Heidelberg einen unverstellten Blick auf das OP-Feld. Ein Oberarzt kommentiert das Vorgehen und ein weiterer Arzt nimmt über einen Chat Fragen entgegen.
Mittels einer Kamera in der OP-Leuchte haben Studierende der Medizinischen Fakultät Heidelberg einen unverstellten Blick auf das OP-Feld. Ein Oberarzt kommentiert das Vorgehen und ein weiterer Arzt nimmt über einen Chat Fragen entgegen.
(Bild: Universitätsklinikum Heidelberg)

Studierende im „Herzchirurgischen Semester“ der Medizinischen Fakultät Heidelberg haben seit Kurzem die Möglichkeit, Eingriffe am offenen Herzen per „Live-Schalte“ in den OP aus nächster Nähe mitzuverfolgen. Möglich macht es ein neues Lehrformat der Klinik für Herzchirurgie in Kombination mit den technisch top ausgestatteten OP-Sälen des im Oktober 2020 bezogenen Neubaus Chirurgie. Mittels einer Kamera in der OP-Leuchte oder am Endoskop haben die angehenden Mediziner einen unverstellten Blick auf das OP-Feld. Damit der Operateur sich voll auf den Eingriff konzentrieren kann, besteht das Team zusätzlich aus einem Oberarzt, der das Vorgehen für die Studierenden kommentiert und erläutert, sowie einem weiteren Arzt, der über einen Chat Fragen entgegennimmt, beantwortet oder an den Kommentator weitergibt. Das Team besteht aus den beiden Oberärzten Prof. Dr. Gregor Warnecke und Privatdozentin Dr. Anna Meyer sowie Dr. Peter Rose.

Große Begeisterung bei den Studierenden

Das Lehrangebot ist zwar nicht verpflichtend, wurde aber trotzdem von allen genutzt. „Die Studierenden waren begeistert. Viele lobten, dass sie den Eingriff deutlich besser verfolgen konnten als wenn sie – wie es ohne die pandemiebedingten Einschränkungen gewesen wäre – neben dem OP-Tisch gestanden hätten“, berichtet Oberärztin Dr. Anna Meyer, Lehrbeauftragte für Herzchirurgie erfreut. „Der Aufwand hat sich wirklich gelohnt.“

Aufgrund der großen Nachrage, sind weitere Termine geplant. Zu sehen bekommen die Studierenden verschiedenste Eingriffe am Herzen: Den Anfang machte eine Bypass-Operation mit kathetergestütztem Herzklappenersatz. Der Patient hatte zuvor in die Übertragung seines Eingriffs eingewilligt. Um die Bestimmungen des Datenschutzes einzuhalten, durfte der Eingriff nicht aufgezeichnet werden, der Name wurde nicht genannt.

Mittendrin, dank Live-Bild und Chat

In den neuen OP-Sälen erscheint das Bild der Kamera auf einem großen Wandbildschirm, auf dem gleichzeitig das Durchleuchtungsbild der Angiographie sowie kritische Kennwerte wie Blutdruck und Herzfunktion (Hämodynamik) eingeblendet werden können. Diese Anzeige, die das Operationsteam über den Fortschritt des Eingriffs und den Zustand des Patienten auf dem Laufenden hält, wird mit den Studierenden vor ihren Rechnern geteilt. „Die Live-Schaltung nach außen ist erstmals in unseren digital vernetzten OP-Sälen möglich und hat – auch dank der Unterstützung durch unseren Medizintechniker – einwandfrei funktioniert“, berichtet die Initiatorin des neuen Lehrangebots, Dr. Meyer, von den ersten beiden Live-OPs. Die Möglichkeit, per Chat Fragen zu stellen, wurde von den Studierenden rege genutzt.

Das neue Lehrformat soll auch nach der Pandemie als zusätzliches Angebot in der Herzchirurgie fortgesetzt werden. „Sobald es wieder möglich ist, sind die Studierenden aber nach wie vor herzlich eingeladen, einen Tag bei uns im OP zu verbringen“, sagt Dr. Meyer. Ob das chirurgische Spektrum der Live-Übertragungen noch ausgeweitet wird, hängt von den Wünschen der Studierenden ab.

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