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Additive Manufacturing ist mehr als 3D-Druck

| Autor: Peter Reinhardt

Keine Frage, als Buzz-Word hat 3D-Druck dem Additive Manufacturing einen enormen Schub verliehen. Doch Aussteller wie Veranstalter der bevorstehenden Messe Formnext gebrauchen lieber den Begriff der additiven Fertigung. Und das aus gutem Grund.

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Ist das Messemodell nur eine Vision? Additiv gefertigtes Flugzeugmodell auf der Formnext 2016.
Ist das Messemodell nur eine Vision? Additiv gefertigtes Flugzeugmodell auf der Formnext 2016.
( Bild: Mesago Messe Frankfurt )
  • 3D-Druck ist nur eines von vielen additiven Fertigungsverfahren
  • Verfahrensgemischte Prozessketten auf dem Vormarsch
  • Es mangelt an durchgängig rückverfolgbaren und einheitlichen Qualitätsstandards

Genau genommen ist der 3D-Druck neben anderen Verfahren wie Laserschmelzen, Lasersintern oder der Stereolithographie nur eine von vielen Möglichkeiten, Bauteile und Spritzgießwerkzeuge in Schichten aufzubauen. Zudem sind die Möglichkeiten des 3D-Drucks mitunter auf einfache Konsumprodukte beschränkt, wohingegen Additive Manufacturing ausdrücklich die industrielle Fertigung adressiert.

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Klassische Fertigungsverfahren ergänzen

Doch jenseits aller Diskussionen um Begrifflichkeiten steht fest: Die additive Fertigung ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Dabei betonen Anbieter entsprechender Technologien erstaunlich häufig, dass es nicht um die Verdrängung klassischer Fertigungsverfahren ginge, sondern um deren sinnvolle Ergänzung. „Verfahrensgemischte Prozesskette“ lautet das Stichwort. Das mag für den Moment stimmen. Doch schon in einigen Jahren könnte die Fertigungswelt anders aussehen.

So geht beispielsweise Dr. Jürgen Kraus vom Triebwerkshersteller MTU Aero Engines davon aus, bis zum Jahr 2020 15.000 AM-Teile „in der Luft zu haben“. Bis zum Jahr 2030 sollen es schon 200.000 sein.

Ganzheitliche Lösungen sind gefragt

Voraussetzung dafür sind ganzheitliche Lösungen, wie es sie zumindest ansatzweise schon auf der Messe Formnext zu sehen geben wird. Das erfordert vor allem die Etablierung von durchgängig rückverfolgbaren und einheitlichen Qualitätsstandards. Hier besteht noch Verbesserungspotenzial. Natürlich wünschen sich darüber hinaus nicht wenige Anwender schnellere Aufbauraten. Doch welche Fertigungstechnologie steht nicht unter dem Druck, noch schneller zu werden?

Dienstleister sind stark – und im Kommen

Bis es so weit ist, bietet die wachsende Schar an Dienstleistern additiver Fertigungstechnologien potenziellen Anwendern die Möglichkeit zur risikoarmen Annäherung. Einer, der genau das ermöglicht, ist Ralf Gärtner. Er ist Geschäftsführer von Protiq, einem Unternehmen von Phoenix Contact, das eigentlich in der Elektrotechnik, Elektronik und Automation zu Hause ist. Über ein Webportal können Nutzer 3D-Modelle hochladen und konfigurieren. Gärtner und sein Team denken Additive Manufacturing jeden Tag neu. Heraus kommen dabei beispielsweise ein leitfähiges Kupfer, mit dem sich die additive Fertigung auf die Elektronik ausweiten lässt, oder ein völlig neue konstruiertes Spritzgießwerkzeug, das nicht mehr in der klassischen Plattenbauweise entsteht, sondern sich völlig am tatsächlichen Kraftfluss orientiert. Aber allen Möglichkeiten entsprechender Dienstleister zum Trotz: Erforderliche Investitionen und vor allem die unbedingte Bereitschaft zum Umdenken in der Produktgestaltung seitens der Hersteller sind damit nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.

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