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BV-Med fordert „Zero-for-Zero“-Zollabkommen Zölle dürfen nicht den Zugang zu Medizintechnologien blockieren

Aktualisiert am 24.06.2025 Quelle: Pressemitteilung BV-Med 3 min Lesedauer

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Der Bundesverband Medizintechnologie (BV-Med) drängt nach dem Abschluss der öffentlichen Konsultation zu EU-Gegenmaßnahmen gegen die US-Zölle darauf, Medizintechnologien von jeglichen Handelszöllen oder Ausfuhrbeschränkungen auszunehmen und ein „Zero-for-Zero“-Zollabkommen zu verhandeln.

BV-Med-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll: „Wir fordern die politischen Entscheidungsträger nachdrücklich auf, die realen Auswirkungen von Zöllen auf lebensrettende Medizintechnologien zu berücksichtigen. Patienten dürfen nicht zu Kollateralschäden in einem Handelsstreit werden.“(Bild:  Tina Eichner/BV-Med)
BV-Med-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll: „Wir fordern die politischen Entscheidungsträger nachdrücklich auf, die realen Auswirkungen von Zöllen auf lebensrettende Medizintechnologien zu berücksichtigen. Patienten dürfen nicht zu Kollateralschäden in einem Handelsstreit werden.“
(Bild: Tina Eichner/BV-Med)

BV-Med-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll: „Wir fordern die europäischen Entscheidungsträger dringend auf, Medizintechnologien von jeglichen Handelszöllen oder Ausfuhrbeschränkungen auszunehmen. Wir fordern außerdem, dass Medizintechnologien in ein „Zero-for-Zero”-Zollabkommen für Industriegüter oder in eine andere Verhandlungslösung zur Abschaffung von Zöllen auf beiden Seiten des Atlantiks aufgenommen und vorrangig behandelt werden. Es muss jetzt gehandelt werden, um Patienten zu schützen und den Zugang zu lebenswichtigen Gesundheitslösungen zu erhalten.“

Zum Hintergrund: Die Europäische Kommission hat kürzlich ihre öffentliche Konsultation zu einer Liste von EU-Gegenmaßnahmen abgeschlossen, die sowohl für Importe aus den Vereinigten Staaten als auch für Exporte in die Vereinigten Staaten gelten könnten. Damit ist der Weg für ein zweites Paket von Vergeltungsmaßnahmen geebnet. „Wir sind zutiefst besorgt darüber, dass der EU-Maßnahmenentwurf ein breites Spektrum an Medizinprodukten und eine Vielzahl von wesentlichen Komponenten für deren Herstellung betrifft“, so Möll.

Medizintechnologien sind für Patienten und die Gesundheitssysteme unverzichtbar: Diagnose, Behandlung und Genesung hängen in hohem Maße von ihnen ab. Der Sektor ist auch ein wichtiger Motor für die wirtschaftliche Stärke und industrielle Widerstandsfähigkeit Europas. Handelsstörungen und Zölle gefährden den Zugang zu diesen entscheidenden Technologien, argumentiert der BV-Med. Das kürzlich vorgeschlagene EU-Paket mit Gegenmaßnahmen umfasst über 800 Handelscodes für Medizintechnologien, darunter fertige Medizinprodukte sowie eine Vielzahl von Kernkomponenten, die für das Funktionieren von Medizinprodukten erforderlich sind.

Kanzler Merz zu den Zöllen

Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf dem Tag der Industrie seine Verhandlungstaktik im Vorfeld des EU-Gipfels und der Zollverhandlungen mit den USA vorgestellt. Er betonte, dass es zu schnellen gemeinsamen Entscheidungen für wenige große Industriebereiche kommen müsse – und nannte Automobil, Chemie, Pharma, Maschinenbau, Stahl und Aluminium. Der Appell des Bundesverbandes Medizintechnologie (BV-Med) an den Kanzler: „Nehmen Sie die Medizintechnik mit nach Brüssel! Wir sind Leitwirtschaft und essenziell für die medizinische Versorgung der Menschen. Wir brauchen allein aus humanitären Gründen Ausnahmen für Medizinprodukte bei handelspolitischen Maßnahmen“, so BV-Med-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll.

Kanzler Merz betonte bei der BDI-Tagung, dass die Bundesregierung wieder mehr Einfluss auf handelspolitische Entscheidungen, die in Brüssel getroffen werden, nehmen will. Die Europäische Union verhandele zu kompliziert. Die Zollgespräche mit den USA müssten sich auf das Wesentliche konzentrieren und zu einer gemeinsamen und raschen Einigung zwischen Europa und den USA führen.

Medizintechnik von globalen Lieferketten abhängig

Medizintechnologien sind von komplexen globalen Lieferketten und fortschrittlichen Materialwissenschaften abhängig. Einige Geräte erfordern bis zu tausend Komponenten aus verschiedenen Regionen, beispielsweise Patienten-Überwachungssysteme, Dialysesysteme, In-vitro-Diagnostikgeräte oder Magnetresonanztomographen. Rohstoffe und Halbfertigteile werden häufig zwischen internationalen Produktionsstätten transportiert, um dort einer speziellen Verarbeitung unterzogen zu werden. „Die Einführung von Zöllen oder Beschränkungen würde diese komplexen Prozesse stören und der Medizintechnikbranche in vielerlei Hinsicht schaden“, so BV-Med-Geschäftsführer Möll.

Der Austausch von Komponenten ist dabei keine einfache Option. In einigen Fällen gibt es keine Alternative. Wo Ersatz möglich ist, ist der Prozess der erneuten Validierung langwierig und ressourcenintensiv, um die gleichen hohen Standards und die gleiche Sicherheit zu gewährleisten. Verzögerungen beim Zugang zu Medizintechnik würden letztlich den Patienten schaden.

„Wir fordern die politischen Entscheidungsträger nachdrücklich auf, die realen Auswirkungen von Zöllen auf lebensrettende Medizintechnologien zu berücksichtigen. Patienten dürfen nicht zu Kollateralschäden in einem Handelsstreit werden. Die Sicherung ihres Zugangs zu den Technologien, auf die sie angewiesen sind, muss eine gemeinsame Priorität bleiben“, so Möll abschließend.

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