Jamaika-Koalition

Wer stellt den nächsten Bundesgesundheitsminister?

| Redakteur: Peter Reinhardt

„Die CSU sehe ich hier grundsätzlich nicht als Anwärter für das Bundesgesundheitsministerium“, Frank Stratmann, Gesundheitsexpte.
„Die CSU sehe ich hier grundsätzlich nicht als Anwärter für das Bundesgesundheitsministerium“, Frank Stratmann, Gesundheitsexpte. (Bild: Frank Stratmann)

Was haben Hermann Gröhe (CDU), Daniel Bahr (FDP), Andrea Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) und sogar Horst Seehofer (CSU) gemeinsam? Sie alle waren bzw. sind Bundesgesundheitsminister. Aber welche Partei stellt in einer möglichen Jamaika-Koalition den neuen Bundesgesundheitsminister? Eine Betrachtung von Frank Stratmann*.

  • Wahlkampf fand ohne Schattenkabinett statt
  • Amtsinhaber Gröhe ist gut eingearbeitet
  • Drei Parteien mit Erfahrung im Amt stehen zur Verfügung: CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen

Ist denn schon alles klar? Politikerinnen und Politiker zeigen sich dieser Tage zurückhaltend, wenn es um die Vergabe von Ministerämtern geht. Ein Schattenkabinett gab es in diesem Wahlkampf so eigentlich gar nicht. Der Wähler aber weiß, dass hinter den Kulissen natürlich über Posten und Rollenbilder verhandelt wird. Während sich die Fraktionen finden und nicht einmal eine Sondierung von Jamaika terminiert werden kann, weil die Unionsparteien in der Selbstbeschäftigung verharren, möchte ich die obige Frage zur Diskussion stellen.

Geben Sie auch auf der Startseite von Devicemed Ihr Votum ab, welche Partei in einer Jamaika-Koalition den nächsten Bundesgesundheitsminister stellt.

Die bisherigen Gesundheitsminister

Amtsinhaber Hermann Gröhe wurde nicht gleich geliebt als er 2013 vom Generalsekretär der CDU zum Bundesminister für Gesundheit mutierte. Doch schon nach kurzer Zeit galt er als gut eingearbeitet. Persönlich durfte ich mich davon als Moderator des DRG-Forums 2015 überzeugen. Damals verteidigte er das Krankenhausstrukturgesetz. Am vergangenen Sonntag holte Gröhe mit 44 Prozent wieder das Direktmandat für die CDU im Wahlkreis Neuss I. Dort lag er schon einmal bei über 51 Prozent und damit diesmal wohl eher im Trend.

In der schwarz-gelben Regierung von 2009 bis 2013 stellte die FDP mit Philipp Rösler und Daniel Bahr gleich zwei Bundesgesundheitsminister. Das Ausscheiden der FDP aus dem Deutschen Bundestag 2013 ging sicherlich auch zu Lasten dieses Amtes. Zunächst sollte der gelernte Arzt Rösler sich das Gesundheitswesen vornehmen. Dann folgte der versierte Daniel Bahr. Daniel Bahr durfte ich genau einen Tag nach dem Desaster bei den Landtagswahlen in Bayern im Rahmen eines Interviews treffen. Das Interview fand unmittelbar nach der Vorstandssitzung des Folgetages im Rahmen einer Xing-Aktion zur Bundestagswahl statt. Da zeichnete sich schon ab, dass Daniel Bahr eine eher kurze Amtszeit als Bundesgesundheitsminister haben würde. Nach Elternzeit und Auszeit tauchte er plötzlich bei der Allianz Versicherung als Vorstand Leistungsmanagement und Vertrieb wieder auf.

In der Rot-Grünen Koalition ab 1998 stellten die Grünen einmalig in der Geschichte des Amts eine Bundesgesundheitsministerin. Die gebürtige Bergwestfälin Andrea Fischer habe ich trotz der räumlichen Nähe nie persönlich getroffen. Ich schätze aber ein Buch, das sie zusammen mit Rainer Sibbel herausgegeben hat. „Der Patient als Kunde und Konsument – wie viel Patientensouveränität ist möglich?“ Es beinhaltet ein Geleitwort von Ralph Kray und gehört zu meiner festen Lektüre:

Auf Wikipedia findet sich eine Liste, die alle deutschen Gesundheitsminister der BRD und DDR detailliert aufführt.

Wenn Jamaika kommt

Gelingt Jamaika, was voraussichtlich bis November oder Dezember dauern könnte, sofern sich die Unionsparteien nicht noch weiter voneinander entfernen, stehen drei Parteien mit Erfahrung im Amt zur Verfügung: CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen. Die CSU sehe ich hier grundsätzlich nicht. Doch vielleicht muss ich diesen Beitrag in einigen Wochen ja überarbeiten. Es bleibt spannend.

* Frank Stratmann, Meschede, ist Experte für Gesundheitsthemen. Unter anderem ist er Mitglied des Vorstands und Pressesprecher im Bundesverband Internetmedizin e.V. sowie Moderator und Ambassador der Xing Ambassador Community Healthcare. Für Xing ist er außerdem Branchen-Insider für die Themen digitale Gesundheit und Internetmedizin.

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